„Rockman Run“ „Wir wollen einen Rekord aufstellen“

Robben durch Schlammlöcher, klettern, kriechen und in kaltes Wasser springen: Beim „Rockman Run“ – wie hier auf dem Foto von 2021 – ist nicht nur Teamgeist, sondern auch gute Kondition gefragt. Foto: /Patrick Findeiß/Porträtfoto: privat

Am 2. Juli steigt der zweite „Rockman Run“ in Zell. Heuer wartet der Organisator mit doppelt so vielen Hindernissen auf wie in der Erstauflage. Eine Neuerung am Start verspricht ein prickelndes Gefühl.

Im vergangenen Jahr hat die Premiere der „Sommer-Ausgabe“ des Hindernislaufes „Rockman Run“ in Zell rund 300 Läufer an den Start gelockt. Heuer stehen den Läufern wieder zwei Strecken zur Auswahl – allerdings mit deutlich mehr Hindernissen. Welche weiteren Neuerungen es dieses Jahr gibt, erzählt der 32-jährige Organisator Julian Herrgesell aus Thüringen im Interview.

Herr Herrgesell, wie weit sind Sie aktuell mit den Vorbereitungen?

Der Aufbau der Hindernisse ist fast abgeschlossen, in dieser Woche müssen wir noch etwa 60 Hindernisse aufbauen. Wir haben uns vorgenommen, einen deutschlandweiten Rekord als Lauf mit den meisten Hindernissen aufzustellen. Auf langer Distanz müssen die Läufer dann 140 Hindernisse überwinden und auf kurzer 70. Das sind jeweils doppelt so viele wie im vergangenen Jahr. Wir werden Hindernisse vom vergangenen Jahr aufstellen, die wir zum Teil umgebaut haben, aber auch einige neue.

Welche zum Beispiel?

Gleich nach dem Start gibt es ein „Weidezaun-Strom-Hindernis“. Hier müssen die Läufer durch von oben hängende Bänder durchlaufen, die unter Strom stehen. Da kann es sein, dass es an den Armen beim Durchlaufen zwickt. Neu sind auch eine Halfpipe und verschiedene innovative Hürden im Zielbereich. Beim Startszenario wird es ein besonderes Highlight geben. Mehr möchte ich aber nicht nicht verraten.

Haben Sie denn genug Helfer?

Da momentan wieder viele Events stattfinden, haben wir ein heftiges Helferproblem. Viele Vereine richten selbst Feste aus und sind dadurch eingebunden. Andere Vereine haben nach Corona Mitglieder verloren. Ich habe ein festes Team aus zehn ehrenamtlichen Helfern, aber auch viele einzelne Freiwillige aus der Umgebung helfen mit. Am Event-Tag werden uns die örtlichen Vereine wie der TSV, die Feuerwehr, die Waldsteinbürger oder der Jugendgemeinderat unterstützen. Ein anderes Problem war zunächst, dass die Termine für den „Rockman Run“ und das Wiesenfest in Sparneck zusammengefallen sind. Aber jetzt haben wir uns zusammengetan.

Inwiefern?

Die Besucher des Wiesenfestes können auch den Lauf begleiten, und am Abend gibt es beim Wiesenfest eine „After-Race-Party“.

Im vergangenen Jahr haben knapp 300 Läufer teilgenommen. Wie viele sollen es dieses Jahr werden?

Wir haben die Teilnehmerzahl letztes Jahr auf 300 begrenzt. Ich denke, dass wir heuer ausverkauft sein werden: Bisher haben sich knapp über 400 Teilnehmer angemeldet, bei 450 schließt die Anmeldung. Die meisten davon sind Teams, größtenteils Spaßläufer. Aber auch Top-Athleten sind dabei, Sportler aus Tschechien, den Niederlanden, Polen und Österreich werden sich der Herausforderung stellen. Die Strecke soll für alle zu bewältigen sein und ist spannend und abwechslungsreich gestaltet.

Wie ist der Streckenverlauf und welche natürlichen Hindernisse gibt es?

Allein die Höhenmeter: Die Neun-Kilometer-Strecke hat knapp 400 Höhenmeter und die 19-Kilometer-Strecke knapp 600. Die Laufstrecke – mit verschiedenen Untergründen wie Schotterweg, Asphalt, Moos- und Waldwege – geht über den Waldstein, vorbei an der Saalequelle und dem Jägersteig. Natürliche Hindernisse sind auch Trails, die durch den Wald führen oder ein Baumstamm zum Balancieren.

Wie kann man sich auf den Lauf vorbereiten?

Für diejenigen, die eine Grundfitness haben und zehn Kilometer am Stück joggen können, soll der „Rockman Run“ zu schaffen sein. Man kann auch entspannt durchlaufen und Spaß dabei haben. Den letzten Teil der Strecke kann man auch bergab „rollen“.

Wie sehen Sie den „Rockman Run“ 2021 rückblickend?

Die Erstauflage in Zell war ein Versuchsballon. Dafür gab es viel Rückhalt aus der Gemeinde und den Vereinen. Nach der Veranstaltung hat mich der Bürgermeister gebeten, weiterzumachen. Wir haben auch Werbung in Polen und Tschechien gemacht. So eine Veranstaltung kann richtig groß werden.

Wollen Sie denn größer werden?

Ja – mit mehr Hindernissen und mehr Abwechslung. Trotzdem wollen wir die familiäre Atmosphäre beibehalten. Das Problem ist aber, dass vieles in der Veranstaltungsbranche derzeit knapp ist – Personal, aber auch Material wie zum Beispiel Bauzäune. Deshalb müssen wir frühzeitig mit der Planung anfangen. Der Termin für das nächste Jahr steht schon fest.

    Das Gespräch führte Julia Ertel

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