Rollstuhlbasketball Überraschendes Double

Lilly Sellak (auf dem Bild links mit der Nummer vier) und ihr Team freuen sich über die Auszeichnung. Foto:  

Die Rollstuhlbasketballerin Lilly Sellak ist zur „Nachwuchssportlerin des Jahres“ gewählt worden. Auch ihr Team, der RSV Bayreuth wird ausgezeichnet.

Bayreuth - Keine Spielzeit, keine Meisterschaft – und dennoch gibt es beim RSV Bayreuth gleich doppelten Grund zum Feiern: Die Rollstuhlbasketballer sind zur „Mannschaft des Jahres 2020“ gewählt worden, und das erst 18-jährige Teammitglied Lilly Sellak wird zur „Nachwuchssportlerin des Jahres“ gekürt. Das hat der Behinderten- Rehabilitations-Sportlerverband (BVS) Bayern mitgeteilt.

„Das ist mega“

„Wir freuen uns alle sehr, das ist mega“, sagte Sebastian Gillsch, Spiel- und stellvertretender Abteilungsleiter in dem Verein aus der Wagnerstadt. Die Mannschaft des RSV Bayreuth hatte in der vergangenen Saison den Aufstieg in die zweite Rollstuhlbundesliga Süd geschafft. Noch haben sie dort aber kein Spiel bestreiten können, da die Saison wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden konnte. Immerhin aber haben es die Bayreuther Rollstuhlbasketballer möglich gemacht, als einzige Rollstuhlbasketballmannschaft in Bayern durchgängig den Trainingsbetrieb mit entsprechendem Hygienekonzept aufrechtzuerhalten. Dies war möglich, weil ihr der Profi-Status zuerkannt wurde. Gillsch: „Mit der Wahl wird wohl auch diese professionelle Leistung, die ja rein auf ehrenamtlichem Engagement beruht, anerkannt und honoriert. Wir haben es geschafft, den sportlichen und sozialen Alltag in einer herausfordernden Zeit gemeinsam zu leben und zu meistern.“ Besonders freute er sich zudem für seine junge Teamkollegin Lilly Sellak. Ihr attestierte er eine „grandiose Entwicklung“, die sie vielleicht noch in die Nationalmannschaft führt.

Sellak, die in Nürnberg lebt und deren Eltern aus Münchberg stammen, freute sich ihrerseits über die Auszeichnung. „Ich danke allen, die mich unterstützt haben“, sagte sie.

Preisverleihung am 15. Juni

Der BSV Bayern führte die Wahl zum 14. Mal durch. In drei Kategorien „Sportler*in des Jahres“ – hier wurde der Rollstuhlfechter Hüseyn Gasimov gewählt –, „Mannschaft des Jahres“ und „Nachwuchssportler*in des Jahres“ konnte jedermann seine Stimme online abgeben. Die Preisverleihung findet am 15. Juni im Beisein des bayerischen Innen- und Sportministers Joachim Herrmann in München statt. Die Sieger erhalten jeweils eine Prämie von 1000 Euro. tsr

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