Selb Sportehrenbrief für Dorothea Schmid

In der Vergangenheit immer gut bedacht bei der Sportlerehrung der Stadt Selb wurde U 20-Mannschaft des VER Selb. Foto: Mario Wiedel

Mehr als 100 Nadeln und Medaillen vergibt die Stadt Selb im Corona-Jahr. Die Ehrung der Athleten soll in kleinem Kreis im Rathaus stattfinden.

Selb - Die Stadt Selb zeichnet Dorothea Schmid mit dem Sportehrenbrief aus. Darüber verständigte sich der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung. Mit der Ehrenurkunde wird die ehrenamtliche Arbeit von Antje Quol und Anke Lampert (beide WSV Selb) gewürdigt. Die Ehrung soll aufgrund der Corona-Pandemie in kleiner Runde vorgenommen werden. Ein Termin dafür steht noch nicht fest.

Die Sportlerehrung ist in Selb eine große Sache. Einmal jährlich zeichnet die Stadt ihre erfolgreichen Einzel- und Mannschaftssportler aus. Das passiert üblicherweise im Rosenthal-Theater in feierlichem Rahmen, mit Musik und allem Pipapo. Nur ist im zweiten Corona-Jahr alles Normale und Übliche rar, und die Selber Sportlerehrung kann nur in einem kleinen Rahmen über die Bühne gehen. „Eine große Ehrung wird es zum zweiten Mal nicht geben“, sagte Stefan Merz, Vorsitzender des Stadtsportverbands, im Stadtrat. Wohl aber werde eine kleine Veranstaltung im Rathaus stattfinden können.

Die Pandemie hatte und hat große Auswirkungen auf den Sportbetrieb, sagte Merz. „Trotzdem wurde in Selb viel Sport betrieben. Das zeigt schon die Anzahl an Nadeln, die wir vergeben können.“ Laut der Liste des Stadtsportverbands sollen 63 einfache Sportehrennadeln, 33 Sportehrennadeln in Silber, eine Sportehrennadel in Bronze sowie sechs kleine Sportehrenmedaillen für Jugendliche und zwei große Sportehrenmedaillen für Erwachsene verliehen werden.

Die Ehrenurkunden gehen an zwei Mitglieder des Wassersportvereins. Vor 25 Jahren ist Antje Quol (46) in den Verein eingetreten. Sie vertrat als aktive Schwimmerin den WSV Selb bei Masterwettkämpfen in Oberfranken, schreibt der Wassersportverein. Außerdem stand sie jahrelang als Trainerin für die Triathleten am Beckenrand und übernahm später Schwimmkurse für Kinder ab sechs Jahren. Seit mehr als 20 Jahren ist Antje Quol im Vorstand des WSV tätig, stellvertretende Vorsitzende ist sie seit zwölf Jahren.

Bereits seit 45 Jahren gehört Anke Lampert dem WSV Selb an – ihr Vater hatte sie gleich nach der Geburt angemeldet. Sie war zunächst als aktive Schwimmerin im Verein tätig und übernahm später Verantwortung als Übungsleiterin in den Schwimmgruppen. Wie es in der Laudatio des Wassersportvereins heißt, hielt Anke Lampert als Übungsleiterin für Aquarobic über viele Jahre zahlreiche wasserbegeisterte Damen und Herren fit. Außerdem trainiert sie die „Goldfische“ – die jungen Schwimmer – und führt sie spielerisch an die Wettkämpfe heran.

Besondere Verdienste um den Sport
Der Sportehrenbrief der Stadt Selb geht in diesem Jahr an Dorothea Schmid. Sie habe mit ihren besonderen Verdiensten um den Sport das Ansehen der Stadt Selb maßgeblich gestärkt. Seit 25 Jahren ist sie zweite Vorsitzende des Stadtsportverbands. Die Grundlagen seien bereits in frühester Kindheit gelegt worden, heißt es in der Laudatio. Sie wuchs in direkter Nachbarschaft zur Turnhalle in Erkersreuth auf, sodass sie schon sehr bald das Kinderturnen besuchte. Als ihr Vater in Erkersreuth den Eissportverein ECE gegründet hatte, wurde die junge Dorothea in den kalten Nächten zur „Eiswache“ eingeteilt: Mit einem Schlauch bewässerte sie die Fläche für das Eishockeyspiel. Noch immer ist Dorothea Schmid Mitglied des ECE, wie auch so vieler anderer Vereine. Als Jugendliche engagierte sie sich in der Teeküche, sorgte während der Spiele, die auf Natureis stattfanden, für warme Getränke in den Pausen. Aktiv betrieb sie Frauengymnastik beim TSV Unterweißenbach und Mutter-Kind-Turnen bei der Turnerschaft Selb. Interesse an Funktionärstätigkeiten sei aufgekeimt, als ihre Tochter die Eiskunstlaufmannschaft des VER Selb besuchte, heißt es. Dorothea Schmid wurde zur Leiterin der Eis- und Rollkunstlaufabteilung gewählt. Sie organisierte Eiskunstlaufshows, nähte Kostüme, bastelte Kulissen und sammelte für die Tombola. 1996 wurde sie stellvertretende Vorsitzende des Stadtsportverbands. Wichtig waren ihr, der Förderlehrerin an der Dr.-Franz-Bogner-Schule, immer die Kinder. So sei es ihr immer am Herzen gelegen, dass jedes Kind eine Sportart ausübte. Es sei ihr großes Anliegen, alle Nationalitäten einzubinden und auch Kindern aus sozial schwachem Umfeld das Sporttreiben zu ermöglichen, heißt es in der Laudatio des Stadtsportverbands abschließend.   

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