Seniorenbus in Selb Ein Erfolgsprojekt feiert Jubiläum

, aktualisiert am 09.07.2021 - 11:58 Uhr
Auf dem Foto von links nach rechts: Ein Fahrgast mit Detlef Strößner, Annett Kotterer und Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch. Foto: Stadt Selb

Der Selber Seniorenbus, ein Angebot, das zur Einführung weit über die Landkreisgrenzen bekannt wurde, feiert sein 10-jähriges Jubiläum. Die Konzession, eine Art Lizenz für Buslinien, wurde bereits im vergangenen Jahr bis 2030 verlängert – zur Finanzierung sind jedoch weiterhin Spendengelder nötig.

Selb - Angefangen hat alles im Jahr 2011 durch eine Idee von Ulrich Pötzsch (damals noch Stadtrat der Aktiven Bürger Selb). Das Einkaufen in Selb wurde für ältere Menschen immer schwieriger, da kleine Lebensmittelgeschäfte mehr und mehr geschlossen wurden und die großen Märkte sich auf wenige Standorte konzentrierten. Diese waren zu Fuß, teils mit vollen Einkaufstauschen schwer erreichbar und auch öffentliche Busverbindungen zu den Märkten gab es nicht. Oftmals musste man auf Mietautos ausweichen, was auf Dauer vor allem eine finanzielle Belastung darstellte. Es musste also eine Lösung her. Es benötigte ein Angebot, das ausgewählte, zentrale Ziele anfährt und den Nutzern zudem kostenlos zur Verfügung steht. Das war der Startschuss für den Selber Seniorenbus.

Finanziert durch Spenden

Finanziert wird alles durch Spenden, die hauptsächlich von Firmen, Apotheken, Ärzten etc. stammen, die auch im Fahrplan berücksichtigt sind. Mit dem Unternehmen Detlef Strößner hat Pötzsch von Beginn an einen verlässlichen Partner gefunden, der die Fahrten mit einem 19-Sitzer anbietet. Drei Jahre nach dem Start der Aktion konnte ein Träger gefunden werden, der sich bis heute um die komplette Abwicklung und Verwaltung kümmert – der Diakonieverein Selb.

„Die monatlichen Kosten für den Seniorenbus belaufen sich auf 1.600 €. Finanziert wird das Projekt durch Spenden, weshalb wir uns auf einen festen Kreis an Spendern verlassen können und uns über jeden neuen Spender sehr freuen. Ich bin dankbar, dass mit Hilfe des Diakonievereins Selb e.V. diese Hilfe für die Senioren zur festen Einrichtung in Selb geworden ist“, erläutert Annett Kotterer, 1. Vorsitzende des Diakonievereins. Auch Detlef Strößner kann nur Positives über das mittlerweile bewährte Projekt berichten. „Wir haben seit zehn Jahren immer zwischen zwölf und 18 Personen, die das Angebot nutzen. Es gab vielleicht einen Tag an den ich mich erinnern kann, an dem es nur fünf Mitfahrer gab“, so der Unternehmer. In Zeiten der Corona-Pandemie wird der Bus maximal zur Hälfte besetzt, zudem herrscht während der Fahrt eine Maskenpflicht. „Wir fahren die Strecken in der aktuellen Lage oft doppelt, damit nicht zu viele Menschen gleichzeitig befördert werden. Glücklicherweise sind die meisten älteren Personen mittlerweile schon geimpft“, sagt Strößner. Der Seniorenbus ist kein reiner Fahrdienst, oft wird den Nutzern beim Be- und Entladen von Rollatoren, aber auch beim Tragen der Einkäufe bis zur Wohnung geholfen. Viele Menschen nutzen das Angebot vor allem um zwischenmenschliche Kontakte zu knüpfen und gehen deshalb teilweise mehrmals die Woche zum Einkaufen, um unter Leute zu kommen.

Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch fasst abschließend zusammen: „Ich bin froh und auch ein bisschen stolz, dass sich der immense Aufwand gelohnt hat und das Projekt bis heute ein voller Erfolg ist. Ich danke sowohl dem Diakonieverein als auch Detlef Strößner für die hervorragende Arbeit der letzten Jahre. Und natürlich den Spendern, die das kostenlose Angebot erst möglich machen.“

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