Sensationeller 5:1-Sieg Die Wölfe im Kampf- und Spielrausch

Ging dorthin, wo es wehtut: Lukas Vantuch (weißes Trikot), hier vor dem Bad Nauheimer Gehäuse gegen Marius Erk und Torwart Felix Bick (verdeckt). Foto: Andreas Chuc

Die Selber präsentieren sich nach den jüngsten Auftritten am Freitagabend wie verwandelt. Sie feiern einen verdienten 5:1-Sieg beim Tabellenvierten EC Bad Nauheim.

Es war ein magischer Eishockeyabend für die furios aufspielenden Selber Wölfe im altehrwürdigen Colonel-Knight-Stadion. Der nach den jüngsten Auftritten als krasser Außenseiter und mit nur fünf Verteidigern angereiste Tabellenvorletzte, den nach den jüngsten Heimschlappen und den zahlreichen Ausfällen wohl niemand so richtig auf dem Radar hatte, fegte den gastgebenden EC Bad Nauheim – immerhin Tabellenvierter – mit 5:1 (1:0, 4:0, 0:1) aus dem eigenen Stadion. Die Gespräche nach dem 1:6 gegen Heilbronn schienen gefruchtet zu haben, die Schützlinge von Sergej Waßmiller wirkten wie verwandelt und zeigten eine ganz andere Körpersprache als noch am Dienstag. „Es muss schon alles passen, um in Bad Nauheim zu gewinnen“, sagte Waßmiller nach dem Spiel und lobte die klasse Teamleistung. „Meine Jungs haben alles auf dem Eis gelassen, was sie gehabt haben.“

Obwohl beide Mannschaften in der Tabelle 16 Punkte trennten, war schon im ersten Drittel kein Unterschied zu erkennen. Die Wölfe boten dem Favoriten vor 2500 Zuschauern glänzend Paroli. Aus einer kompakten Abwehr heraus setzten die Wölfe immer wieder Nadelstiche. Schon nach 25 Sekunden kam Miglio zu einer ersten Möglichkeit, wenig später scheiterte Vantuch an Torwart Bick. Etwas ausgebremst wurden die Selber durch eine Strafzeit gegen Schwamberger, die aber nur einmal Gefahr brachte bei einer 3:1-Situation der Hausherren, die in Torwart Bitzer ihren Meister fanden.

McNeill zeigt es den Kritikern

Bad Nauheim agierte in der Folge etwas druckvoller, Selb blieb aber immer gefährlich und kam durch Hlozek und Kruminsch zu weiteren guten Einschussmöglichkeiten. Nach einer Viertelstunde lag dann die Führung für den Tabellenvierten in der Luft, als mit Silbermann und Vantuch gleich zwei Selber die Strafbank rückten. Aber auch diese zwei brenzligen Minuten lösten der starke Bitzer und seine Vorderleute prima. Das erste Tor fiel 1:35 Minuten vor der ersten Pause auf der anderen Seite. McNeill – zuletzt stark in der Kritik – setzte sich gegen einen Bad Nauheimer herrlich durch, tunnelte Torwart Bick und traf zur etwas überraschenden, aber nicht einmal unverdienten Führung für die Wölfe.

Im Mittelabschnitt dauerte es nur 96 Sekunden, da stand sogar ein 0:2 an der Anzeigetafel. Nachdem Hammerbauer in der neutralen Zone an der Bande die Scheibe erkämpfte, bediente der 19-jährige Melnikow bei seinem zweiten Einsatz für die Wölfe herrlich Trska, der mit brachialer Gewalt die Scheibe versenkte. „Was ist denn hier los?“, dürften sich nicht nur die Fans der Hausherren gefragt haben. Und sie mussten sich weiter die Augen reiben. Die Wölfe spielten und kämpften wie im Rausch – und schraubten das Ergebnis mit einem Doppelschlag durch Kruminsch und Vantuch gar auf 4:0. Die Befürchtungen mancher Selber Anhänger, dass eine solch komfortable Führung einmal mehr nicht reichen würde, wischte in der 34. Minute zunächst einmal Woltmann weg. Der junge Stürmer aus Reihe vier traf herrlich zum 5:0. Unglaublich!

Am Sonntag gegen Dresden

Bad Nauheim wollte aber partout noch nicht aufgeben, kam nach 65 Sekunden im Schlussdrittel in Überzahl zum 1:5. Die Hausherren drückten nun, aber die Wölfe warfen sich weiter in alle Schüsse und ließen sich die Butter nicht mehr vom Brot nehmen. Die Sensation war um 22.54 Uhr perfekt. Diesen Schwung mitnehmen wollen die Waßmiller-Schützlinge natürlich am Sonntag (18.30 Uhr) ins Heimspiel gegen Dresden.

Selber Wölfe: Bitzer (Weidekamp) – Trska, Deeg, Kania, Fern, Silbermann – Miglio, Kruminsch, Naumann, Schwamberger, Vantuch, McNeill, Hlozek, Hammerbauer, Melnikov, Klughardt, Noack, Woltmann.

Schiedsrichter: Westrich/Schmidt. – Zuschauer: 2494. – Tore: 19. Min. McNeill (Vantuch, Noack) 0:1, 22. Min. Trska (Melnikow, Hammerbauer) 0:2, 29. Min. Kruminsch (Fern, Miglio) 0:3, 30. Min. Vantuch (Schwamberger) 0:4, 34. Min. Woltmann 0:5, 42- Min. Pauli (5-4) 1:5. – Strafminuten: Bad Nauheim 6, Selb 10.

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