Ohne Impfreihenfolge 4000 Dosen Astrazeneca fürs Hofer Land

Bilanzierten die Situation nach 100 Tagen impfen im Hofer Land (von links): ärztlicher Leiter des Impfzentrums, Dr. Johann Schötz, Landrat Oliver Bär, Oberbürgermeisterin Eva Döhla und Foto: /Ertel

Das Hofer Land hat 4000 Dosen des Impfstoffes Astrazeneca bekommen. Eine Impfreihenfolge dafür gibt es nicht. Ab morgen kann sich jeder für eine Impfung anmelden.

Hof - Stadt und Landkreis Hof haben ein Sonderkontingent an 4000 Dosen des Impfstoffs Astrazeneca bekommen. Von Freitagmorgen um 8 Uhr an können sich alle ab 18 Jahren für eine Impfung über die Homepage www.impfung-hoferland.de anmelden, ab dem 12. April wird er verimpft. Eine Prioritäten-Reihenfolge dafür gibt es nicht, geimpft wird nach dem Motto „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“.

So hat es der Hofer Landrat Oliver Bär am Donnerstag im Rahmen einer Pressekonferenz im Hofer Impfzentrum formuliert. Eingeladen hatte man, um 100 Tage nach der ersten Impfung dort eine Zwischenbilanz zu ziehen.

Die Hofer Oberbürgermeisterin Eva Döhla ergänzte: „Ich würde immer zugreifen. Jeder Impfstoff ist besser als eine Infektion.“ Der Impfstoff von Astrazeneca war, wie berichtet, nach Fällen seltener Hirnvenen-Thrombosen in Verruf geraten. Die Ständige Impfkommission hat eine Empfehlung abgegeben, nach der der Impfstoff von Astrazeneca in erster Linie für Über-60-jährige einzusetzen ist. Wer jünger ist, kann auf eigenen Wunsch und nach Aufklärung trotzdem mit Astrazeneca geimpft werden. Wenn etwa eine junge Frau sich mit dem Vakzin impfen lassen will, kann sie das tun: „Das ist ihre eigene Entscheidung“, erklärte der ärztliche Leiter des Impfzentrums, Dr. Johann Schötz.

Bis zum 18. April muss das Astrazeneca-Kontingent im Hofer Land verimpft sein – nicht aus Haltbarkeits- sondern aus organisatorischen Gründen. Die Sonderlieferung ist Teil der Impfstrategie für das Hofer Land. Die Verantwortlichen setzen auf das zentrale Impfzentrum in Hof, ein weiteres in Helmbrechts, auf mobile Teams und seit Dienstag nun auch das Impfen in Hausarztpraxen.

Die Rechnung scheint aufzugehen – die Impfquote ist in der Region höher als im Rest des Landes: Deutschlandweit sind aktuell knapp 14 Prozent der Bevölkerung geimpft – im Hofer Land sind es über 19 Prozent. „Wir kommen sehr gut voran“, bilanziert der Hofer Landrat. Bisher wurden etwa 38 000 Impfdosen verabreicht.

Die Inzidenz ist in der Region dennoch ungebrochen hoch – und spiegelt sich auch in der hohen Auslastung der Krankenhäuser wider. 24 Intensivbetten waren am Mittwoch in Stadt und Landkreis mit Covid-Patienten belegt, 86 Betroffene liegen auf normalen Stationen.

In Hof werden aktuell bis zu 800 Personen am Tag geimpft, in Helmbrechts bis zu 300. Seit Dienstag haben Hausärzte im Stadt und Landkreis 900 Menschen geimpft. „Wir wollen den Fortschritt vorantreiben“, kündigt Bär an. Das Impfen sei die wichtigste Waffe im Kampf gegen die Pandemie, betont auch Eva Döhla. Mit den einschränkenden Maßnahmen sei man bereits „am Ende der Fahnenstange“, sagte Döhla mit Blick darauf, dass die Stadt Hof ihre rechtlichen Möglichkeiten bereits seit Monaten stark ausreizt und vor wenigen Tagen die Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen zusätzlich erweitert hatte.

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