Sonntagnacht Unwetter trifft Kulmbach schwer

Die Einsatzkräfte hatten Sonntagnacht jede Menge zu tun. Foto: red

Ein heftiges Gewitter hat die Rettungskräfte in der Nacht zum Montag schwer gefordert. Mancherorts riss der Blitz sogar Steckdosen aus den Wänden.

Kulmbach - Es war eine arbeitsreiche Nacht für die Männer und Frauen der Kulmbacher Feuerwehr. Von 23 Uhr bis fast 4 Uhr waren zahlreiche Kräfte im Einsatz, nachdem ein Unwetter über dem Stadtgebiet niedergegangen war. Eine Familie aus Ziegelhütten wird diese Nacht wohl so schnell nicht mehr vergessen. Gegen 23.30 Uhr hatte ein Blitz in ihr Haus eingeschlagen. Laut Polizei war der Einschlag so schwer, dass es Leitungen und Steckdose aus den Wänden in der Küche des Wohnhauses riss. Auch das Dach wurde schwer beschädigt. Noch kann die Polizei den Sachschaden nicht beziffern.

Ein „kalter Blitz“ ist es nach Angaben von Stadtbrandmeister Michel Weich gewesen, der das Haus am Ziegelhüttener Hang am Ortsausgang von Kulmbach getroffen hat. Vor allem am Dachstuhl und im Obergeschoss sei es zu größeren Schäden gekommen. Ziegel wurden regelrecht zertrümmert von der Wucht des Blitzeinschlags, berichtet Weich. Er ist erleichtert, dass es nicht zu einem Brand gekommen ist. Der Löschzug Kulmbach war mit 15 Personen nach Ziegelhütten ausgerückt. Der Dachstuhl wurde mit der Wärmebildkamera untersucht. Glücklicherweise wurden keine Glutnester gefunden.

Allerdings musste die Feuerwehr das Dach des getroffenen Gebäudes sichern. Die Drehleiter der Kulmbacher Wehr kam zum Einsatz, und auch das Technische Hilfswerk packte mit an.

Der Blitzeinschlag war nicht der einzige herausragende Einsatz in dieser Nacht gewesen. In der Wolfskehle hatte sich der Bach so massiv angestaut, dass die Fluten am Ortsausgang in Richtung Hölle durch ein ganzes Haus geschossen sind, erzählt Michael Weich von einem weiteren Einsatz, der ihn und seine Kameraden forderte. Um 23.40 Uhr wurde für diesen Einsatzort Alarm ausgelöst. Alle Wohnräume im Erdgeschoss seien betroffen. Die braune Brühe habe sich durchs ganze Haus ihren Weg gebahnt und massive Schäden angerichtet.

Wieder einmal wurde durch einen über die Ufer getretenen Bach, der sonst eigentlich eher ein Rinnsal ist, ein Haus in Donnersreuth vom Wasser bedroht. Um 0.30 Uhr waren die Wehrleute dort angerückt. Es ist den vier Rettern gelungen, mit Hilfe von drei Pumpen die Flut so weit umzuleiten, dass das Wohngebäude verschont geblieben ist, informiert der Stadtbrandmeister.

Zwischen Höferänger und Lehenthal haben die schweren Regengüsse das Erdreich so aufgeweicht, dass es zu einem Hangrutsch gekommen ist, der die Straße blockierte. Auch da rief die Feuerwehr kurz vor Mitternacht am Sonntagabend das Kulmbacher THW zu Hilfe. Mit schwerem Räumgerät sorgten die Einsatzkräfte dafür, dass die Straße noch in der Nacht wieder befahrbar war.

Der Mangbach hat auch diesmal wieder in Forstlahm, in der Mangersreuther Straße und auch in der Bayreuther Straße Fahrbahnen geflutet und Keller unter Wasser gesetzt. Mehrere Bäume wurden in den Gewittersturm entwurzelt und stürzten auf Fahrbahnen. Beispielsweise war die Strecke zwischen Unterpurbach und Oberpurbach stellenweise blockiert.

Erst kurz vor 4 Uhr am Morgen hatte sich die Lage wieder so weit beruhigt, dass die meisten Feuerwehrleute wieder nach Hause konnten. Doch lang sollte die Ruhe nicht halten. Um 7.30 Uhr am Montagfrüh bemerkten Bewohner eines Hauses im Oberhacken, dass das Wasser auch ihren Keller geflutet hatte. Die Retter rückten ein weiteres Mal aus, um zu helfen.

Gegen 10.30 Uhr war dann auch dieser Notruf abgearbeitet, berichtet Michael Weich von einer ereignisreichen Nacht.

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