Spielvereinigung Selbitz Bier-Export hilft Verein

Rappelvoll war der Lastwagen, der das Nailaer Bier nach Rheinland-Pfalz brachte. Die Idee kam so gut Foto: Spielvereinigung Selbitz

Not macht erfinderisch: Mit einer pfiffigen Idee unterstützt der frühere Selbitzer Toni Hübner die Spielvereinigung in der schweren Zeit der Pandemie.

Selbitz - In Zeiten der Pandemie sind viele Amateurvereine in finanzielle Nöte geraten. Keine Zuschauergelder, keine Einnahmen in den Vereinsgaststätten, auf der anderen Seite laufende Kosten für die Unterhaltung der Sportstätten bis hin zu den Verbandsabgaben oder Beiträgen für die Berufsgenossenschaft – das alles sorgt für leere Vereinskassen.

Was also tun, um seinem Lieblingsverein zu helfen? Eine pfiffige Idee, um die Liquidität seiner Spielvereinigung (SpVgg) Selbitz wieder etwas zu erhöhen, hatte der frühere Selbitzer Toni Hübner, der heute mit seiner Familie im 400 Kilometer entfernten Rheinzabern in Rheinland-Pfalz lebt. Darüber berichtet die SpVgg.

„Bier“, das war das Zauberwort. Der gewiefte Unterstützer des Fußballvereins leierte in seiner neuen Heimat einen groß angelegten Bierverkauf an. Dort, wo man eher dem Wein zugeneigt ist, bot er das „Bayerisch Hell“ aus dem Frankenwälder Brauhaus in Naila – Partner der SpVgg Selbitz – an. Die Idee wurde zum Kassenschlager. Insgesamt 258 Bestellungen gingen bei ihm ein. Am Ende rollte ein Lkw mit über 80 Hektolitern Bier von Naila nach Rheinzabern, das sind 800 Kästen beziehungsweise 21 Euro-Paletten und einige Fässer. Der Verkaufserlös, die Trinkgelder und weitere Spenden der Bierabholer flossen in die Vereinskasse – sehr zur Freude des Vorsitzenden Gerhard Färber: „In einer schwierigen Zeit wie dieser ist jede Unterstützung unendlich wichtig für einen kleinen Verein. Unser Toni Hübner hat uns schon in vielerlei Hinsicht unterstützt. Diesmal hat er alles übertroffen.“ Auch in der Nailaer Brauerei gab es strahlende Gesichter, darf man sich doch nicht alle Tage über eine Auslieferung in dieser Größenordnung freuen. Von der Brauerei stammte die Idee, die Flaschen in dunklen Euro-Kästen ohne Werbeaufdruck auszuliefern, die man in jedem Getränkemarkt zurückgeben kann, um den Rücktransport einzusparen. Zur Vermarktung nutzte Toni Hübner die Vertriebsschiene seines Bedachungsgeschäftes in Rheinzabern sowie seine zahlreichen Kontakte zu Freunden und Sportskameraden des TV Rheinzabern, des SV Olympia Rheinzabern und des FC Insheim. Mehr als 250 Arbeitsstunden investierte er in die Bestellungen, die Organisation, das Abladen des Lkws und die Bierabholung auf seinem Firmengelände nebst Zahlungsmodalitäten und Pfand. Selbst Auslieferungen an Freunde im nahen Luxemburg machte er möglich. Das Angebot hallt nach, sind doch bereits zahlreiche Nachbestellungen eingegangen. Toni Hübner möchte die Aktion im nächsten Jahr wiederholen – und dann die 1000-Kästen-Marke knacken. Die Brauerei hat ihm ein eigenes Flaschen-Etikett in Aussicht gestellt. Natürlich hat er bereits eine Idee. „1000 Kästen von Toni und Freunden für die SpVgg Selbitz“ soll auf den Flaschen stehen. Und er will das Ganze noch toppen: Er möchte, sobald Fußballspiele mit Zuschauern wieder möglich sind, mit seinen Sportfreunden aus Rheinzabern ein Heimspiel der SpVgg Selbitz besuchen. Toni Hübner ist sich ziemlich sicher: „Da bekomme ich zwei große Reisebusse voll.“ 

 

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