Stadtrat Marktleuthen Bauvorhaben erfordert Umwidmung

So sollen die Mehrfamilienhäuser aussehen, die im Hermenteil geplant sind. Foto: /pr.

Für die Mehrfamilienhäuser im Hermenteil muss die Widmung geändert werden. Auch ein Einfamilienhaus entspricht nicht dem Bebauungsplan.

Marktleuthen - Um auf dem Gelände der ehemaligen Hauptschule im Hermenteil Mehrfamilienhäuser errichten zu können, muss die Bauleitplanung geändert werden. Damit sollen die planungsrechtlichen Voraussetzungen zur Errichtung des Wohnquartiers (die Frankenpost berichtete) geschaffen werden. Es handelt sich um eine Fläche von rund 7000 Quadratmetern. Auf dem Grundstück befand sich bis zum Rückbau im Jahr 2018 das Gebäude der ehemaligen Hauptschule beziehungsweise der Montessori-Schule Marktleuthen. Der Bebauungsplan Hermenteil ist seit 1967 wirksam.

Um auf der Fläche planungsrechtlich Wohnbebauung zuzulassen, soll der betreffende Bereich als „Mischgebiet“ festgesetzt werden. Der Entwurf zur Änderung des Bebauungsplans wird öffentlich ausgelegt. Damit erhalten Anwohner und Interessierte Gelegenheit zur Information und Stellungnahme.

Die Änderung des Bebauungsplans soll im beschleunigten Verfahren durchgeführt werden. Damit werden Art und Maß der baulichen Nutzung geändert. Die Planung diene der Nachverdichtung innerhalb eines rechtskräftigen Bebauungsplans und entspreche damit einer Maßnahme der Innenentwicklung, heißt es in der Begründung des Antrags.

Der Bebauungsplan aus dem Jahr 1967 weist das Areal als „Baugrundstück für den Gemeinbedarf; Schule, Turnhalle, Schulsportanlagen, Lehrerwohnhäuser etc.“ aus und entspricht so zumindest teilweise nicht mehr der vorhandenen und geplanten Nutzung. Deshalb wird es aufgrund der geplanten Wohnbebauung jetzt als „Mischgebiet“ deklariert.

Dabei wird die Zahl der Geschosse auf drei begrenzt. Wie es in der Begründung weiter heißt, sei durch die Nachverdichtung ein scho-nender Umgang mit Grund und Boden durch Vermeidung von neu ausgewiesenen Bauflächen gewährleistet.

Aufgrund der Planung würden sich keine erheblichen Auswirkungen auf die Nachbarschaft ergeben. Die versiegelte Fläche darf nicht mehr als 20 000 Quadratmeter betragen, schreibt die neue Planung vor. Die Gehölze am südlichen Rand des betroffenen Gebietes bleiben erhalten. Dabei sei mit dem Vorkommen empfindlicher und seltener Tiere in dem Bereich ohnehin nicht zu rechnen, heißt es weiter in der Begründung des Antrags. Die zu erwartenden „Allerweltsarten“ würden im Bereich der verbleibenden Grün- und Gehölzbestände genügend Lebensräume finden, sodass artenschutzrechtliche Verbotstatbestände durch die vorliegende Planung nicht zu erwarten seien.

In puncto Verkehr und technisch ist das Plangebiet vollständig erschlossen. Die Zufahrt zum Änderungsbereich erfolgt über die bestehende Ortsstraße Hermenteil. Auch Ver- und Entsorgungseinrichtungen sind bereits vorhanden. Somit sprach auch für das Gremium nichts gegen eine Umwidmung.

Ebenfalls nicht dem bestehenden Bebauungsplan entspricht das Bauvorhaben von Laura und Kevin Himsel in der Bahnhofstraße. Das Paar möchte dort ein Einfamilienhaus mit Doppelgarage errichten. Laut Eingabe überschreitet es die Baulinien zur Straße, die Garagen sollen an der westlichen Grundstücksseite ihren Platz finden, anstatt wie vorgegeben, an der östlichen. Zudem beantragten die Bauherren eine zur Straße parallel geführte Firstrichtung. In dem Bereich ist jedoch diese um 90 Grad gedreht vorgeschrieben. Dachneigung und Kniestock weichen ebenfalls von den Vorgaben ab. In dem Gebiet „Scheibe und Peunt“ sind zwei Vollgeschosse zwingend festgesetzt, der Neubau soll jedoch nur ein Vollgeschoss erhalten, dazu ein ausgebautes Dachgeschoss. Dieses erfüllt nicht die Kriterien eines Vollgeschosses, für das mindestens zwei Drittel der Grundfläche eine Höhe von 2,30 Metern aufweisen müssen.

Da laut Verwaltung die Voraussetzungen für die Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplans vorlagen, könne dem Antrag zugestimmt werden. Dem trug das Gremium einhellig Rechnung und genehmigte das Vorhaben.

Auch gegen den Neubau einer Brennholz-Lagerhalle in Hebanz von Bernd Purucker hatten die Stadträte nichts einzuwenden.

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