Stadtrat segnet neues Konzept ab Selb setzt künftig auf E-Mobilität

Noch nach dem bisherigen Beschaffungskonzept haben die Straßenwärter des Baubetriebshofes Selb ein neues Fahrzeug bekommen. Unser Foto zeigt (von links): Timo Grüner, Alexander Erhard, Jochen Grüner, Frank Engelbrecht, Marko Leistner und Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch. In Zukunft will die Stadt in bestimmten Bereichen vor allem E-Autos einsetzen. Foto: /Stadt Selb

Noch in diesem Jahr will die Verwaltung zwei Fahrzeuge mit Elektroantrieb anschaffen – als Ersatz für Verbrenner. Auch sollen zwei Ladestationen installiert werden.

Selb - Manchmal überschneiden sich die Ereignisse: Während der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung das neue Mobilitätskonzept einstimmig beschlossen hat, ist der Baubetriebshof mit einem Fahrzeug ausgestattet worden, das noch nach dem alten Beschaffungskonzept gekauft wurde. Grundsätzlich wird die Stadt Selb in ihrem Fuhrpark vermehrt auf Elektroautos setzen und auch zwei Ladestationen bauen. Erarbeitet und präsentiert hat das neue Mobilitätskonzept Martin Huhnt vom Bauamt, der auch Leiter des Baubetriebshofes ist. Das neue Konzept fußt auf einem Antrag der Freien Wähler Selb vom Juni 2020.

Sechs Kategorien

Wie Huhnt ausführte, verfügt die Stadtverwaltung aktuell über 33 Fahrzeuge. Fünf Pkw sind dem Rathaus zugeordnet und stehen in der Tiefgarage, ein Neun-Sitzer-Kleinbus der Erkersreuther Schule, ein Pkw dem Bauhof. Die restlichen Fahrzeuge gehören zum Bauhof. Sie sind in den Sommermonaten im Einsatz bei Unterhaltsarbeiten an Straßen, Wegen und Grünanlagen. Im Winterdienst sind die Fahrzeuge im Einsatz, die von den eingeteilten Kolonnen benötigt werden. Für das Mobilitätskonzept hat Huhnt die Fahrzeuge in sechs Kategorien eingeteilt: dreitürige Pkw, fünftürige Pkw (Kategorien A und B), Nutzfahrzeuge bis 3,5 Tonnen (Kategorie C), Nutzfahrzeuge bis 7,5 Tonnen (Kategorie D), Nutzfahrzeuge der Kategorie E über 7,5 Tonnen und Sonderfahrzeuge (Kategorie F).

E-Mobilität

Zum Thema Elektromobilität führte Huhnt aus, dass der Einsatz von E-Autos im Gemeindebereich grundsätzlich möglich ist: Die Kapazität der Akkus sei ausreichend, Kraftstoffverbrauch und Emissionen könnten vermieden werden – bei den kleineren Fahrzeugen. Bei größeren Fahrzeugen und Transportern gebe es aber noch Einschränkungen, etwa auch beim Winterdienst. Allerdings schreite die Entwicklung voran: Deswegen müsse vor jeder neuen Anschaffung geprüft werden, ob und inwieweit ein uneingeschränkter Einsatz möglich ist.

Fahrzeuge der Kategorien A und B können demnach als reine E-Autos vorgesehen werden, Fahrzeuge der Kategorien C und D nur eingeschränkt. Bei Schwerlastfahrzeugen und Baumaschinen (Kategorien E und F) habe sich E-Mobilität noch nicht durchgesetzt.

Die Ziele

Huhnt formulierte auch die Zielsetzung des neuen Konzeptes. Die sechs Autos der Kategorien A und B sollen zukünftig ausschließlich E-Autos sein. Angeschafft werden sollen sie über Leasingverträge mit einer Laufzeit von 36 Monaten. Beim Kauf von jährlich zwei Autos würde dies innerhalb von drei Jahren eine Erneuerung des gesamten Pools bedeuten. Bei den größeren und schwereren Fahrzeugen werde man den Markt im Auge behalten und sich über die Erfahrungen anderer Kommunen informieren. Die Großfahrzeuge sollen alle vier Jahre bewertet und falls nötig ersetzt werden. Auch hier müsse nach Ablauf der Leasingdauer geprüft werden, ob eine Ersatzbeschaffung wirtschaftlich sei. Ziel sei auch, bei jährlich überschaubaren Investitionen eine kontinuierliche Erneuerung des Fuhrparks in drei bis acht Jahren zu erreichen.

Der Stadtrat stimmte dann den Vorschlägen Huhnts zu: Noch heuer sollen zwei alte Autos der Verwaltung durch E-Autos ersetzt werden. Der Fahrzeugpark des Bauhofes muss je nach Zustand nach und nach erneuert werden. Wegen der nötigen Ladesäulen für die neuen E-Autos will die Verwaltung Kontakt mit der ESM aufnehmen. Stehen sollen die Ladesäulen in der Tiefgarage am Rathaus und im Bauhof. Oberbürgermeister Ulrich Pötzsch sagte, man habe jetzt einen Gesamtüberblick und ein gutes Konzept für die Verwaltung intern, aber auch für den Stadtrat.

Noch nicht in dieses Konzept fällt das neue Dienstfahrzeug der motorisierten Straßenwärter (Stramot) des Bauhofes. Die fünfköpfige Truppe überwacht Straßen, Radwege, Seitenstreifen, Böschungen, Beschilderungen und Ampeln im gesamten Stadtgebiet. Zu ihren Aufgaben gehören auch die Erneuerung von Verkehrszeichen, die Absicherung von Gefahrenstellen sowie, gemeinsam mit der Feuerwehr, die Beseitigung von Ölspuren. Zusätzlich übernimmt die Abteilung die Beschilderung bei städtischen Festen – allein beim Porzellinerfest sind beispielsweise rund 580 Schilder aufzustellen, heißt es in der Mitteilung der Stadt.

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