Stammbach Zuzüge von jungen Familien aus ganz Bayern

Rückblick: Genau an dem Punkt, auf dem die Landkreise Hof mit dem Markt Stammbach, der Landkreis Kulmbach mit dem Markt Marktschorgast und der Landkreis Bayreuth mit der Stadt Gefrees zusammentreffen, wurde in diesem Jahr der „3-Landkreis-Stein“ eingeweiht. Im Bild von links: Michael Kramß (Vermessungsamt Hof), Stephan Pröschold (Werksleiter Stadt Kulmbach), Oliver Dietel (Bürgermeister Gefrees), Ingo Lehmann (Oberbürgermeister Kulmbach), Annika Popp (stellvertretende Landrätin Hof), Marc Benker (Bürgermeister Marktschorgast), Klaus-Peter Söllner (Landrat Kulmbach), Manfred Neumeister (stellvertretender Landrat Bayreuth) und Karl Philipp Ehrler (Bürgermeister Stammbach). Foto: /Engel

Bürgermeister Ehrler informiert über die Entwicklung der Gemeinde. Die Einwohnerzahl ist minimal gestiegen, trotz der hohen Sterbezahlen.

Stammbach - Auch in Stammbach musste 2020 die Bürgerversammlung ausfallen. Bürgermeister Karl Philipp Ehrler möchte dennoch die Bürger informieren und tut dies übers Internet in einer etwa viertelstündigen Ansprache. Weitere Informationen sind unter www.stammbach.de abrufbar.

Statistik: Stammbach hat mit 2456 Einwohnern zwei mehr als im Jahr zuvor, davon 144 mit Zweitwohnsitz. Die 106 Einwohner mit ausländischer Staatsangehörigkeit kommen aus 31 Ländern. Es wurden 15 Kinder geboren (2019 waren es 21). Mit 29 sind fast doppelt so viele Bürger verstorben (21). Die Anzahl der Eheschließungen ist mit zehn (elf) fast konstant geblieben. Von 16 auf elf zurückgegangen sind die Kirchenaustritte. 369 Stammbacher sind unter 18 Jahre alt, 1528 zwischen 19 und 65, 558 über 66 Jahre, das sind knapp 23 Prozent.

Finanzen: In den letzten drei Jahren haben sich die Gewerbesteuereinnahmen bei jeweils fast genau 720 000 Euro stabilisiert. Wegen Corona rechnet man für 2020 mit einem erheblichen Einbruch, der mit Nothilfemitteln des Staates wohl nur zum Teil ausgeglichen werden kann. Ein großer Posten ist die Kreisumlage: Zusammen mit der Gewerbesteuerumlage mussten in den letzten drei Jahren jeweils mehr als 1,1 Millionen Euro abgeführt werden. „Insgesamt hat sich unsere Investitionsfähigkeit stark verbessert, unterliegt aber weiter den üblichen Schwankungen“, erklärt Ehrler. Erfreulich sei der kontinuierliche Schuldenabbau. Seit 2013 gingen die gemeindlichen Schulden von mehr als 2,5 Millionen auf fast genau eine Million Euro zurück. „Demnächst wird die Grenze von einer Million unterschritten werden.“ Zum Abbau hätten auch die Stabilisierungshilfen des Freistaates beigetragen.

Neubauten: Insgesamt gab es in diesem Jahr elf Bauvorhaben, darunter sieben Wohnhausneubauten und eine Firmenerweiterung.

Förderinitiativen: Aus dem Städtebauprogramm und der Förderinitiative Nordostbayern hat Stammbach Gelder vom Bund und vom Freistaat bekommen. Damit können Leerstände beseitigt, Problemhäuser angekauft und leer stehende Gebäude saniert werden. Die wichtigsten Maßnahmen waren die Planungen zu den Objekten Bahnhofstraße 10, 12, 21 und 23, das Dorfgemeinschaftshaus/Feuerwehrhaus Gundlitz und das Dorfgemeinschaftshaus Förstenreuth. Derzeit laufen das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) – Erarbeitung eines Verkehrskonzepts für das Ortszentrum, Planungen für die Ortskernsanierung – und das Kommunale Förderprogramm zur Sanierung von privaten Leerstandsimmobilien. Die Schule wurde energetisch saniert. Saniert wurden auch die westliche Siedlerstraße und der Kreuzungsbereich im Weickenreuther Weg. Ausdrücklich weist Ehrler auf das Fassadenprogramm und die Leerstandsbeseitigung hin. Beides wird gefördert. Ansprechpartnerin im Rathaus ist Tatjana Hahn.

Breitbanderschließung: Es beginnen die Arbeiten am „Höfebonus“-Programm zur Beseitigung der letzten „weißen Flecken“, gefördert mit etwa 920 000 Euro. Der Glasfaseranschluss der Schule ist abgeschlossen und der für das Rathaus vergeben. Auch die Vorbereitungen für den Einstieg in das Förderprogramm für einen großflächigen Glasfaserausbau in Stammbach und den Ortsteilen laufen. „Dies wird mehrere Millionen Euro kosten“, stellt Ehrler fest.

Stammbach als „Familienparadies“: Die Menschen in Stammbach „können sich vom Kleinkind- bis ins Seniorenalter gut betreut fühlen“, betont Ehrler. Stammbach biete Kinderkrippe, Kindergarten, eine Tagesmutter in Weickenreuth, offene Ganztagsschule, Jugendtreff und die kommunale Seniorenarbeit. Das Neubaugebiet „Weißensteinblick“ sei ausverkauft, dort wird derzeit kräftig gebaut. Dadurch verbuche der Ort Zuzüge von Familien mit Kindern aus ganz Bayern. Derzeit versuche die Gemeinde verstärkt, Baulücken zu füllen. In einigen Fällen habe man bereits erfolgreich mit Besitzern verhandelt. „Damit wollen wir die Innenentwicklung stärken und unnötigen Flächenverbrauch vermeiden.“

Weiter informiert Ehrler über den „Marktplatz der Generationen“ – Stammbach gehört hier zu den 72 ausgewählten Kommunen in Bayern – und das Projekt „Apotheke neu gedacht“, das am 4. Januar in Zusammenarbeit mit der Waldsteinapotheke in Sparneck gestartet wird.

Tourismus: Am Qualitätswanderweg „Fränkisches Steinreich“ wurde der „3-Landkreis-Stein“ gesetzt, bei der Einweihung waren die Landräte aus Hof, Bayreuth und Kulmbach sowie die Bürgermeister aus den Nachbargemeinden dabei. Für den Flüsseradweg sind die Stücke Stammbach – Förstenreuth – Münchberg und Stammbach – Gundlitz in weiten Teilen geplant, sie und sollen 2021/2022 gebaut werden.

 
 

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