Steigende Inzidenzzahlen Grundschulen bleiben vorerst zu

Die Max-Hundt-Schule in Kulmbach wird, wie alle anderen Grundschulen im Landkreis, am kommenden Montag nicht ihre Türen für den Präsenzunterricht der Grundschüler öffnen. Die zu hohen Inzidenzwerte in der Region Kulmbach verhindern das. Foto: /Gabriele Fölsche

Die steigenden Corona-Zahlen machen eine Öffnung der Grundschulen im Landkreis vorerst nicht möglich. Der Grund: Die Inzidenzzahl liegt wieder über 100.

Kulmbach - Tagelang hatte es so ausgesehen, als würde der Landkreis Kulmbach in Sachen Pandemie die Kurve wieder kriegen. Doch nun kommt es anders. Die Inzidenz ist, wie Oliver Hempfling vom Kulmbacher Landratsamt am späten Donnerstagnachmittag im Gespräch mit der Frankenpost sagte, erneut gestiegen. Ein Wert von 124,35 steht nun an. Das hat Konsequenzen für die für den kommenden Montag geplante Wiedereröffnung der Grundschulen. Die ist an den Wert 100 gekoppelt. Wird der überschritten, müssen die Grundschulen zubleiben. „Am Donnerstag haben wir das Schulamt informiert, dass bis zum Montag die Voraussetzung für die Wiedereröffnung der Grundschulen nicht erfüllt sein wird“, sagt Oliver Hempfling.

Wann nun ein neuer Termin angepeilt werden kann, steht momentan in den Sternen. Hempfling, Jurist und Chef des Krisenstabs im Landratsamt, kündigt an, dass die Verschiebung der Schulöffnungen sicherlich bis Mittwoch sein werde. Danach müsse man sehen. Eine Wahlmöglichkeit hat das Kulmbacher Landratsamt nicht. Mit welchem Wert Schulen geöffnet werden können, ist überörtlich geregelt. „Das System sieht in diesem Fall die tägliche Überprüfung der Inzidenz vor.“ Und auch die Frage, wie es weitergeht, wenn der Wert wieder unterschritten werden sollte, ist festgelegt. Sollte der Landkreis wieder unter die Schwelle von 100 rutschen, müsse das erst einmal „förmlich bekanntgemacht“ werden, erläutert Oliver Hempfling. Mit einem Tag Verzögerung könnten dann danach die Schulen wieder aufgemacht werden.

Doch im Landkreisamt ist auch klar: Holterdiepolter soll und wird es nicht gehen. „Wir werden einen Modus finden, der möglichst allen gerecht wird und Planungssicherheit bietet“, macht Hempfling deutlich. Natürlich sei das Ziel, die Schulen schnellstmöglich zu öffnen, sobald das von den Fallzahlen her möglich ist. Doch vor allem die Planbarkeit müsse für alle Beteiligten gewährleistet sein. Schüler und ihre Eltern müssen rechtzeitig wissen, wann der Schulbesuch wieder möglich ist, erklärt Hempfling. Aber auch im Bereich der Logistik ist einiges zu beachten. So müsse der Schulbusverkehr wieder gestartet werden. Auch das brauche einen gewissen Vorlauf. Hempfling verspricht, den mit einzuplanen: „Wir werden uns mit der Schulfamilie abstimmen und sehen, dass alle sich vorbereiten können.“

Für den Chef des Krisenstabs ist eins klar, auch unter der Prämisse, dass es wohl so aussieht, als sei die britische Variante des Corona-Virus im Landkreis weiter verbreitet als bisher gedacht (siehe gesonderten Bericht auf dieser Seite).: „Der Aufruf mag manchem vielleicht inzwischen abgedroschen erscheinen, aber er ist jetzt gerade vielleicht noch notwendiger als je zuvor. Es ist furchtbar für jeden Einzelnen, der sich infiziert. Für die Regelungen in Pandemiezeiten zählt aber jeder Fall nicht nur für den Betroffenen, sondern für alle.“ Das sehe man nun sehr deutlich in dem unmittelbaren Zusammenhang zwischen dem wieder auf mehr als 100 angestiegenen Inzidenzwert und die deswegen nun ausgesetzte Wiederöffnung der Grundschulen. „Deshalb ist es gerade jetzt so wichtig für alle, Verantwortung zu zeigen und sich so gut es geht an die Regeln zu halten.“ Der Landkreis werde mit genügend Vorlaufzeit wieder informieren, sobald sich die Lage ändert, so Oliver Hempfling.

 

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