Hof - Götter funktionieren nicht in Einbauküchen. Weil Opernregisseur Lothar Krause das weiß, inszeniert er den Medea-Stoff aus der griechischen Mythologie eben nicht modernistisch als Ehestreit zwischen Brotmesser, Toaster und Mikrowelle. Ivo Hentschel, musikalischer Leiter und seit dieser Spielzeit neuer Musikdirektor, muss lachen angesichts dieser Vorstellung. Kollege Krause ergänzt: „Wir wollen keinen Naturalismus vortäuschen.“ Spätestens wenn der Chor beginnt, die Handlung zu kommentieren, würde ein solcher Ansatz unglaubwürdig. Auch historisierenden Pomp wird es nicht geben, in der Hofer Inszenierung von Luigi Cherubinis Oper „Medea“, die die erste sein wird im frisch renovierten Großen Haus des Theaters Hof.
Theater Hof Mitgefühl für den Racheengel
Nico Schwappacher 21.09.2021 - 16:48 Uhr