Tierschutzverein Selb Gute Jahre für Tierschützer – trotz Corona

Helga Kreuzer (Mitte) wurde für 25 Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet. Mit ihr freuten sich Vorsitzende Yvonne Korlek (rechts) und der scheidende zweite Vorsitzende Walter Huber. Foto: Gisela König

Der Tierschutzverein Selb geht gestärkt aus der Pandemie hervor. Er erwirtschaftet erstmals einen Überschuss. Nicht zuletzt aufgrund vieler Spender und Zuschüsse.

Selb - Zu Beginn der Corona-Pandemie hatten die Verantwortlichen des Selber Tierschutzvereins das Schlimmste befürchtet: „Wie sollten wir ohne die Einnahmen aus Tierheimläden, Porzellinermarkt und Pensionstieren über die Runden kommen?“, hatte sich Schatzmeisterin Karin Zollinger damals gefragt. Jetzt, zur Jahreshauptversammlung für die Jahre 2019 und 2020, berichtete sie glücklich von einem erwirtschafteten Kassenüberschuss, dem ersten in der Vereinsgeschichte. Überhaupt ist der Verein gestärkt aus der Pandemie hervorgegangen, denn Vorstand, Tierheim-Team und alle Helfer standen zusammen – zum Wohl der betreuten Tiere. Und auch für die haben sich durch neue Regeln im Tierheim Verbesserungen ergeben.

Plötzlich ohne Einnahmen

Vorsitzende Yvonne Korlek gab die aktuelle Zahl der Mitglieder mit 699 an und blickte zurück auf die Anfänge der Pandemie. „Wir konnten uns nicht treffen, Gassigeher und Katzenstreichler mussten draußen bleiben und die Einnahmen stagnierten schlagartig.“ Das alles habe die zu betreuenden Tiere jedoch nicht interessiert, betonte Korlek, sodass man kurzerhand den Tierheim-Alltag umstrukturiert und zu Spenden aufgerufen habe. Die Ergebnisse seien überwältigend gewesen, sowohl bei der Arbeit im Tierheim wie bei der Spendenbereitschaft. Der Dank der Vorsitzenden ging daher an die vielen Spender, an die engagierten Tier-Paten sowie an das Tierheim-Team, das die erforderliche Kurz- beziehungsweise Mehrarbeit stets mitgetragen habe. Noelia Küspert verstärkt inzwischen als Auszubildende mit viel Leidenschaft die Mannschaft.

Die Vorsitzende dankte aber auch den inzwischen wieder im Einsatz befindlichen Helfern, den Städten Selb und Schönwald für die Unterstützung sowie Karin Zollinger und Waltraud von Stetten, die mit viel Engagement die beiden Tierheimläden betreiben. Großen Dank richtete Korlek an Tierheimleiterin Julia Stopp mit Familie „für euren 200-prozentigen Einsatz“, aber auch an Ursula Hundmaier, Uschi Huber und Günter Wohlrab, die für ihre mit großem Engagement erledigten Aufgaben nicht mehr zur Verfügung stehen.

Überwältigende Spendenbereitschaft

Kassiererin Karin Zollinger betonte, dass im Berichtsjahr 2019 erstmals die Einnahmen die Ausgaben gedeckt hätten. Dazu beigetragen hätten unter anderem eine überwältigende Spendenbereitschaft der Bevölkerung und Firmen, die Haussammlung, Tierpatenschaften, der Tag der offenen Tür, Porzellanflohmarkt sowie die Einnahmen in den beiden Läden. Ganz anders sei das Jahr 2020 gelaufen. „Uns wurde angesichts der drohenden Einnahmeeinbußen angst und bange. Aber wir halfen alle zusammen, haben gespart, wo es ging – und uns standen viele Menschen von außen bei.“ Auf diese Weise und mit vielerlei Hilfe, auch von staatlicher Seite, sei der erste Überschuss in der Vereinsgeschichte erwirtschaftet worden, obwohl der Verein alle Einnahmen, von den Spenden abgesehen, versteuern müsse, so Zollinger.

Die Neuwahlen ergaben folgendes Bild: Vorsitzende bleibt Yvonne Korlek, Eva Rogler löst den langjährigen zweiten Vorsitzenden Walter Huber ab. Kassiererin Karin Zollinger bleibt ebenso im Amt wie Schriftführerin Silke Jahn und Personalsachbearbeiterin Cornelia Herbrich. Als Tierschutzberater fungieren in bewährter Manier Chris Stopp und Antje Pöhlmann, Beisitzer sind Tobias Karabanov und Gisela König, Kassenprüferinnen Waltraud von Stetten und Hanna Schaller.

Die Tierschutzberater haben 2019 30 und 2020 17 Tierschutzkontrollen durchgeführt, „quer durch alle Tierarten“, so Chris Stopp. Besonders beschäftigt hätten die Berater die Missstände in einer Hundehaltung in Wildenau. Hier stehe nun eine Gerichtsverhandlung an. Der Tierschützer erläuterte außerdem anstehende Änderungen in der Haltung von Nutz- und Haustieren.

Schlangen und Schildkröten

Tierheimleiterin Julia Stopp berichtete, dass 2019 144 Tiere im Tierheim Selb abgegeben worden seien - von 62 Hunden bis zu sechs Ratten. Fundtiere seien es 2019 77 gewesen. Vermittelt wurden 223 Tiere, darunter auch eine Schlange, Schildkröten, Hühner und Mäuse. Pensionstiere habe man 2019 207 gezählt. Im Corona-Jahr 2020 wurden 192 Tiere im Tierheim abgegeben, hinzu kamen 95 Fundtiere. Vermittelt wurden 244 Tiere. Pensionstiere waren es nur noch 113. Auch ging Julia Stopp auf einige spezielle Tierschicksale ein und freute sich, dass auch für alte, kranke, ängstliche, hyperaktive oder aggressive Tiere in vielen Fällen ein neues, liebesvolles Zuhause gefunden wurde. Auch sie sprach die „endlose Geschichte“ der Wildenauer Hunde ein, von denen man bislang 30 im Tierheim betreut habe beziehungsweise noch betreue. „Das kostet uns Emotionen, Geduld und Zeit,“ betonte die Tierheimleiterin. „Doch die vielen Glücksmomente, die wir erleben, geben uns die Kraft zum Weitermachen.“

Ehrungen
Als letzte Amtshandlung als zweiter Vorsitzender nahm Walter Huber die Ehrung von Mitgliedern vor, die dem Tierschutzverein Selb seit über 25 Jahren die Treue halten. Es sind dies: Helga Kreuzer, Markus Geier, Christa Gerl, Ingrid Ködel, Willi Korndörfer, Diana Küspert, Bernhard Reinel, Frank Pöhlmann, Kathrin Dötsch, Erika Ring, Martina Wirth und Christiane Matti.
 

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