VER Selb Auch ohne Fans torhungrig

Der Eishockey-Oberligist VER Selb feiert im vierten Testspiel seinen vierten Sieg. Er wird gegen die Icefighters Leipzig aber auch nicht groß gefordert.

VER Selb: Mnich (Weidekamp) - Linden, Hoffmann, Otte, Slavetinsky, Silbermann, Ondruschka, Wenisch - Verelst, Snetsinger, Möchel, Klughardt, Gare, Deeg, Zimmermann, Schiener, Hammerbauer, Hirschberger, Hechtl.

Profis oder Amateure: Oberliga-Vereine noch immer im Unklaren

Die Vereine in der Eishockey-Oberliga treibt immer noch die Frage nach ihrem Status um. Wird die dritthöchste detsche Spielklasse als Profiliga eingestuft und darf deshalb am 6. November trotz des Teil-Lockdowns in die Saison starten? Oder gilt der Status für Amateure, die den ganzen November über pausieren müssen? Bis Freitagabend war die Frage ungeklärt. Die Vereine warten ebenso wie der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) noch auf eine formelle Bestätigung der Regierung, dass die Oberliga dem Profisport zugeordnet wird. Zumindest die Zuversicht ist da. "Wir halten am Saisonstart am 6. November fest und gehen davon aus, dass wir als Profiliga eingestuft werden", teilte DEB-Pressesprecher Ruben Stark unserer Zeitung schon am Donnerstag mit. Der DEB hatte auf eine Rückmeldung aus der Politik noch vor dem Wochenende gehofft. A.P.

Schiedsrichter: Daniel Harrer (Erding). - Zuschauer: keine. - Tore: 5. Min. Snetsinger (Slavetinsky) 1:0, 6. Min. Schiener (Hammerbauer) 2:0, 14. Min. Hammerbauer (Zimmermann) 3:0, 16. Min. Hammerbauer (Zimmermann, Schiener) 4:0, 37. Min. Verelst (Linden, Slavetinsky; 5-4) 5:0, 51. Min. Slania 5:1, 52. Min. Deeg (Gare, Klughardt) 6:1, 57. Min. Schiener (Ondruschka, Deeg) 7:1, 59. Min. Hechtl (Hoffmann) 8:1. - Strafminuten: Selb 6, Leipzig 8.

Was Geisterspiele bedeuten, haben die Spieler des VER Selb schon vor einer Woche gegen Erfurt erlebt. Erstmals in der Geschichte des Vereins hatte die erste Mannschaft eine Partie in einem leeren Stadion bestritten. Das Fazit war ernüchternd gewesen. "Ohne Fans macht Eishockey nur halb so viel Spaß”, sagte Stürmer Dennis Schiener. Gar von "Horror" sprach Trainer Herbert Hohenberger. Die Wölfe werden sich aber an diese Geisterspiele zunächst einmal gewöhnen müssen. Insofern traf es sich gut, dass auch am Freitagabend das Testspiel gegen den Nord-Oberligisten Icefighters Leipzig bei trostloser Leere und Stille in der Netzsch-Arena ausgetragen wurde. Schon im Vorfeld der Partie hatte der VER-Trainer von einer "mentalen Geschichte" gesprochen. Wer mental am stärksten sei, entscheidet die Spiele für sich, meinte Hohenberger - und erinnerte an die Geisterspiel-Auftritte des FC Bayern München in der Champions-League. "Die haben einfach gespielt und hatten ihren Spaß daran."

Die Wölfe hatten ihrem Trainer scheinbar gut zugehört, ließen sich von den leeren Rängen nicht beirren und hatten im ersten Drittel richtig Lust am Tore schießen. Die erste Möglichkeit gehörte zwar den mit nur 14 Feldspielern angereisten und sehr spät in die Vorbereitung gestarteten Gästen - Bräuner scheiterte am stark reagierenden Florian Mnich im Selber Tor -, dann aber drehten die Hausherren auf. Nach fünf Minuten durfte sich Brad Snetsinger über sein erstes Tor für die Wölfe freuen: Der Topscorer der vergangenen Oberligasaison fälschte nach einem Slavetinsky-Schuss die Scheibe unhaltbar zum 1:0 ab. Nur 20 Sekunden später marschierte Dennis Schiener durch die Leipziger Abwehr und erhöhte auf 2:0.

Die Wölfe, die ohne die leicht angeschlagenen Geisberger, Miglio und Böhringer antraten, wurden auch in der Folge nicht sonderlich gefordert und kamen durch einen Doppelschlag von Jan Hammerbauer noch vor der ersten Pause zu den Treffern drei und vier. Erst in der Schlussphase des ersten Drittels schlich sich etwas Bruder Leichtsinn ein, Torwart Mnich bügelte die kleinen Patzer seiner Vorderleute aber bravourös aus.

Im Mittelabschnitt spielte sich das Geschehen zwar auch überwiegend in der Leipziger Hälfte ab, die Wölfe waren nun aber längst nicht mehr so zielstrebig und treffsicher wie noch in der ersten Viertelstunde. Erst in der 37. Minute änderte sich wieder der Spielstand an der Anzeigetafel. Im Powerplay traf Verelst zum 5:0.

Im Schlussdrittel war es zunächst VER-Keeper Mnich, der einige Male sein Können aufblitzen lassen musste, ehe die Wölfe wieder das Kommando übernahmen - aber in der 51. Minute die Defensivarbeit vernachlässigten und sich den ersten Gegentreffer einfingen. Der stachelte die Wölfe nochmals so richtig an. Steven Deeg, Dennis Schiener und Robert Hechtl mit seinem Premierentreffer für den VER schraubten das Ergebnis auf 8:1. Am Sonntag treffen beide Teams in der Netzsch-Arena noch einmal aufeinander. Andreas Pöhner

VER Selb -

Icefighters Leipzig

8:1

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