Oberfranken - Hermann Greif hat keine Angst vor dem geplanten Freihandelsabkommen (TTIP) zwischen der Europäischen Union und den USA, "wenn's richtig gemacht wird", fügt der oberfränkische Bezirkspräsident des Bayerischen Bauernverbandes im Gespräch mit unserer Zeitung hinzu. "Wenn Handelshemmnisse verschwinden, wäre das auch für unsere Bauern von Vorteil." Vor allem die verarbeitende Industrie in Oberfranken wie etwa die Molkereien, würden davon profitieren, "wenn bestimmte Zulassungsverfahren, die bei uns für Produkte gelten, auch in den USA Gültigkeit hätten". Gerade die Milchwirtschaft in Bayern, die doppelt so viel produziere wie im Inland verbraucht werde, sei auf Exporte angewiesen. "Hochveredelte Produkte wie Käse, Wein oder Bier aus Bayern haben in den USA ein sehr gutes Image", erklärt Greif. Von einer Vereinfachung des transatlantischen Handels würden auch die oberfränkischen Bauern profitieren. "Wir wollen die Verhandlungen für das TTIP-Abkommen kritisch und konstruktiv begleiten", betont Greif. "Die Verweigerungshaltung, die manche Organisationen an den Tag legen, ist nicht unser Ding." Deutschland sei eine Exportnation, erklärt der oberfränkische Bauernpräsident. Jährlich würden Agrargüter im Wert von 15 Milliarden Euro aus der EU in die USA exportiert, im Gegenzug exportiere die USA landwirtschaftliche Produkte im Wert von lediglich acht Milliarden Euro in die EU. Dabei handelt es sich laut Greif "vorwiegend um einfachere Produkte wie Soja und Sojaöl, allerdings in riesigen Chargen".
Wirtschaft Greif sieht Chancen für Molkereien und Bauern
Von Beate Franz 21.08.2014 - 00:00 Uhr