Wunsiedel - Wenn Florian Meier von seiner Arbeitsbühne steigt, dann geht er immer erst etwas breitbeinig, wie ein Matrose nach Wochen auf See. "Nach drei Stunden auf dem schwankenden Ding muss ich mich an festen Boden unter den Füßen erst wieder gewöhnen", sagt er. Viel Zeit verbringt er jeden Tag in dem kleinen Gitterkäfig am ausgefahrenen Kranarm hoch über der Straße Am Bahnhof. Die bewegliche Bühne bringt Meier, seine Rollen, Pinsel und Farbtöpfe hinauf bis unter die Dachrinne des ehemaligen Bahnhofsgebäudes. An der Fassade entsteht Stück für Stück sein Wandgemälde von Ebbe und Flut und der alles Wasser auf der Welt bewegenden Kraft des Mondes.