Wunsiedel - „Die 6. Sechsämterland Holztage sind eröffnet.“ Wunsiedels Bürgermeister Karl-Willi Beck hat diese Worte am Samstagmorgen am Fuße der Luisenburg gesprochen. Zusammen mit dem Schirmherren Dr. Jürgen Vocke, Präsident des Bayerischen Landesjagdverbandes (BJV), und gleich zwei Majestäten – Hochfrankenkönigin Katharina Fuchs und Bayerns Waldkönigin Isabella Wimmer – lud er jedermann ein, sich bis Sonntagabend rund ums Thema Holz in all seinen Facetten zu informieren.

Dass die vielfältig sind, war die erste Erkenntnis nach einem Rundgang über die Messe. Dutzende Aussteller und Anbieter zeigten, was man aus dem besonderen Stoff so alles machen kann: Vom Motorsägenhersteller über den Kunsthandwerker bis zum Heizungsbauer und Geldinstitut waren alle Branchen vertreten. Mit teils pfiffigen Ideen warben die Standbetreiber um Aufmerksamkeit – so hatten sich die beiden großen Kirchen und ihre Organisationen zusammengetan und lockten am Tag vor der Landtagswahl Neugierige mit dem Slogan „Hier können Sie heute schon Ihr Kreuzchen machen“. Unterstützt von Pfarrer Thomas Guba durften sich Besucher ein eigenes kleines Holzkreuz sägen; davon machten mit Reiner Wohlrab und Bernd Hofmann unter anderem die Bürgermeister von Schirnding und Thiersheim Gebrauch. Überhaupt waren viele Stadtoberhäupter aus den umliegenden Gemeinde gekommen. Das galt auch für die Besucher, die teils weite Wege auf sich genommen hatten, um bei den Holztagen dabei sein zu können.

Ein Schwerpunkt in diesem Jahr lag auf dem Thema Jagd. So war zum Beispiel erstmals ein Revierausstatter dabei, die Jagdhornbläser der hiesigen BJV-Kreisgruppe traten auf, es gab Informationen rund um die Verarbeitung und Bedeutung von Wildbret – und sogar das Rednerpult im Festzelt hatte die Form eines kleinen Hochsitzes. Kein Wunder also, dass Schirmherr Vocke gerne an dieses trat und guten Gewissens sagen konnte, wie gerne er die Messe besuchte. „Die gute Zusammenarbeit zwischen Forst und Jagd trägt in Wunsiedel ausgesprochen positive Früchte“, lobte er und dankte der hiesigen BJV-Kreisgruppe für ihren Einsatz. In diesem Zusammenhang erinnerte er an die Pläne des Verbands, in Wunsiedel den Schwerpunkt einer zu gründenden Jagdakademie zu legen.

Vor dem Zelt gingen inzwischen die ersten Autogrammjäger in Position: Hochfranken- und Waldkönigin waren gefragte Fotomotive und Gesprächspartner. Für Katharina Fuchs waren die Holztage gewissermaßen ein Heimspiel, immerhin waren ihre Eltern als Aussteller vor Ort. Und als Spross aus einem forstwirtschaftlichen Betrieb griff sie selbstverständlich auch eigenhändig zur Motorsäge und demonstrierte ihre Fertigkeiten. Das war ein großes Hallo, als die schöne Frau in dem roten Abendkleid in einem Regen aus Sägespänen stand und Zierpilze aus einem Baumstamm schnitt.

Zu den begeisterten Zuschauern zählte auch der erste Bürgermeister Wunsiedels, Karl-Willi Beck. Er hatte schon zur Eröffnung die Messe für ihre Vielfalt und Einzigartigkeit gelobt und konnte seine Worte nun bestätigt sehen. Begeistert hatte er unterstrichen, wie groß die Messe seit ihrer Gründung geworden ist. „Alle Plätze sind mit Ausstellern belegt und nun kann’s nur eine Perspektive geben: Die nächsten Holztage müssen in die ganze Stadt!“ Für diese mit einem Lachen vorgetragene Forderung hatte es kräftig Applaus gegeben.

Den erhielten auch die Falkner vom Katharinenberg, die mit einer tollen Greifvogelshow ihr Publikum begeisterten. Staunend sahen die Menschen aber auch Sascha Purucker und seinen Kollegen dabei zu, wie diese mit Motorsägen aus Holzklötzen binnen zwei Tagen Bayerns größtes begehbares Holzdiorama schnitten. Für Kinder gab es jede Menge toller Dinge zu erleben: Die Freiwilligen der Wunsiedler Tanzsportgarde boten ihnen ein buntes Programm vom Malwettbewerb bis zum Kinderschminken.

Für die Kinder ist auch der Erlös einer Versteigerung gedacht: Der städtische Forstbetrieb und die Firma Büttner Natursteine haben sich zusammengetan und exklusive Barmöbel aus Fichtelgebirgsgranit und Holz im Wert von 1500 Euro gefertigt. Der Erlös kommt dem Waldkindergarten auf der Luisenburg zugute.