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Aktiv im Fasching

Dieses Mal machen wir keinen auf Muffel. Kostüm an – und rein ins Faschingsvergnügen!



 

Am Aschermittwoch ist nach gutem Brauch schon wieder alles vorbei. Karnevalistisch gesehen befinden wir uns also ganz kurz vor dem Zielstrich. Ging ziemlich lange, dieses Jahr. Denn über den 8. März hinaus kann die fünfte Jahreszeit nun mal nicht dauern. Aber das ist erst wieder 2038 der Fall.

Andererseits: Fasching und Fristen? Das klingt derzeit ein bisschen überholt. In Amerika ist seit kurzem die Narretei Chefsache und findet nach Lage der Dinge künftig ganzjährig statt. Und wenn man den Bogen noch ein bisschen weiter- spannt, sieht es nicht viel besser aus. Kein Gedanke daran, der globale Irrwitz könnte in der Nacht
zum 1. März schunkelnd ausklingen.

Aber was tun? Womöglich ist die Welt überhaupt nur noch im Taumel zu ertragen. In den Hochburgen der Närrerei jedenfalls torkelt die große Polonaise zielsicher Richtung Ausnahmezustand. Massenhaft rüsten verrückte Gestalten für die ganz großen Rosenmontags-Umzüge in Düsseldorf, Köln, Mainz und anderswo in der Republik. Selbst Menschen, die unterm Jahr Abstand und Etikette schätzen, narhallamarschieren im Schutz ihrer Kostüme mit. Tanzen, grölen, trinken – und werfen sich im Minuten-Takt wildfremden Menschen an den Hals, mit denen sie an weniger tollen Tagen noch nicht einmal in ein und demselben Großraum-
büro sitzen wollten.

Vielleicht muss man das mit der Tarnung einfach mal ausprobieren. Bei Umzügen in hiesigen Breiten. Egal ob nun als Häschen, Harlekin oder Herr der Sieben Meere. Womöglich wird man ja gut kostümiert und weniger gut erkennbar tatsächlich einen Hauch verwegener. Machen wir also dieses Mal keinen auf Muffel, sondern wagen uns mitten hinein ins Maskenspiel. Mit ein bisschen Fantasie, versteht sich. Kleiner Tipp: Als Donald Trump dürfte man dieses Jahr eher nicht den Preis für den ausgefallensten Einfall gewinnen. Allenfalls läuft man Gefahr, mit Bier überschüttet zu werden. Und dann ist der Spaß unter der Fön-Frisur ja schnell vorbei.

Klassisch-venezianisch geht selbstverständlich immer. Ist ein bisschen aufwendig, macht aber mächtig was her. Und wer weiß schon, ob Verkleidungsspaß noch lange gegen Vermummungsverbot bestehen kann. In Gefahr wäre er nicht das erste Mal. Im Februar 1339 untersagte der Große Rat der Seerepublik Venedig offiziell das Tragen von Karnevalsmasken. Um den Verbrechen Einhalt zu gebieten, die in ihrem Schutz begangen werden könnten. Zum Glück hielt sich damals kaum jemand an das Verbot. Dass von offizieller Seite zu einer Armlänge Abstand geraten wurde, hatte sich ja auch ganz rasch wieder erledigt – wegen erwiesener Praxisferne und also Wirkungslosigkeit.

Zugegeben: Jedermanns Sache ist diese punktgenaue Megadosis Faschings-Fröhlichkeit nicht. Und also gibt es nicht wenige, die sich vom närrischen Virus aber so gar nicht anstecken lassen wollen. Die keine Funkenmariechen tanzen sehen mögen und keinen Gaudiwurm sich schlängeln. Die Prunksitzungen für Qual halten und Mummenschanz für Pein. Die sich noch nicht einmal eine Luftschlange gönnen geschweige denn eine rote Nase. Die Ohren, Türen und Fenster verrammeln und mit einer Decke über dem Kopf zu Hause warten, bis der ganze Spuk endlich vorbei ist.

Kleiner Trost: Man braucht nicht unbedingt ein buntes Kostüm, um ein Clown zu sein. Der im Weißen Haus trägt Anzug und Krawatte.


 

Veröffentlicht am:
23. 02. 2017
13:00 Uhr

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wpl,


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23. 02. 2017
13:00 Uhr



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