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Deutsche Bahn 2018: Alle reden vom Service – wir nicht

Die Turbulenzen in der Luft haben die deutschen Talk-Shows schon wieder vom Radar verloren - dafür fahren gerade erste Züge in die öffentlich-rechtlichen Plauder-Runden ein. Der Streik der EVG samt Totalausfall des Fernverkehrs vom Montag mag aktueller Anlass sein - das vorrangige Problem der Bahn indes ist ganz sicher nicht das eines Arbeitskampfes.



 

Es ist ihre dauerhaft miese Performance in allen Bereichen. Und erst recht, wo der Kunde sie direkt erleidet. Funk-Netz ist selbst im ICE Glückssache, der Service mehr als überschaubar, und nicht mal mehr drei von vier Fahrten schaffen es pünktlich ans Ziel. Tendenz: fallend. Von defekten Klimaanlagen, vergammeltem Interieur, verpassten Haltestellen und kurzfristigen Ausfällen und Verspätungen gar nicht zu reden. Wer in Deutschland auf die Schiene vertraut, braucht starke Nerven. Oder um einen alten Bahn-Slogan abzuwandeln: Alle reden vom Service – wir nicht.

Die Bahn des Jahrgangs 2018 ist eine Katastrophe – in jedem Bereich. Bei Gütern schreibt sie dunkelrote Zahlen, im Regionalverkehr verliert sie fast jede Ausschreibung, und die Infastruktur-Sparte verbucht nur Gewinne, weil die Bundesnetzagentur die Trassenpreise nicht wirksam reguliert.

Dabei standen die Chancen nie besser. Wo der Republik vor lauter Dreck aus Autos und Flugzeugen die Luft knapp wird, könnten Züge das Land zukunftsgerecht in Bewegung halten. Könnten dank Ökostrom immer mehr Lasten und immer mehr Leute sicherer, bequemer und preiswerter bewegen.

Und stattdessen? Kriegt die Bahn aber auch gar keine Weiche gestellt. Für immer mehr Unpünktlichkeit darf der genervte Kunde – ganz aktuell – wieder tiefer in die Tasche greifen, dem obersten Schienen-Boss Richard Lutz sind die Milliarden-Subventionen nicht genug, weshalb der Alleinaktionär Bund doch bitte ordentlich aufstocken soll – und der Bundesrechnungshof wirft pünktlich dazu dem Bundesverkehrsminister vor, sich kein bisschen dafür zu interessieren, wofür Bahn und Töchter die Unsummen an Steuergeld eigentlich ausgeben.

Leider tut sie das auch für eine ansehnliche Riege höchstbezahlter Manager, die nur eben keinen echten Konzern führen, sondern in Wahrheit noch immer einen Staatsbetrieb. Einen, der so eng mit der Politik verflochten ist, dass der Merkel-Vertraute Ronald Pofalla direkt aus dem Kanzleramt in den Vorstand wechseln konnte. Dort ist der CDU-Mann nun zuständig für die marode Infrastruktur, die sein Unionsfreund Andreas Scheuer (CSU), weiter vergammeln lässt.

Noch genialer war wohl nur noch der Schachzug in Sachen Pünktlichkeit. Um Besserung soll sich künftig Philipp Nagl als Vorstand für Produktion kümmern. Der Mann kennt sich aus bei der Bahn. Bislang war er oberster Verantwortlicher für – Fahrpläne.

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Wolfgang Plank

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Veröffentlicht am:
14. 12. 2018
13:00 Uhr

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14. 12. 2018
13:00 Uhr



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