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Die nächste Reformation

Die Kirchen wollen wieder näher an die Menschen. Das geht nicht ohne das Internet



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Ob Sie dem Papst eine E-Mail schreiben können? Sie können! Elektronische Post an postmaster@vatican.va landet direkt bei den Mitarbeitern des Heiligen Stuhls in Rom. Papst Franziskus soll zudem selbst eine ganz persönliche Adresse haben. Die ist allerdings wohl nur engen Vertrauten bekannt.

Die Kirche und die Digitalsierung. Viele Jahre war das ein Tabuthema. Zu groß war der Respekt vor der Datenwelt, vielleicht auch weil jene, die in der Kirche das Sagen haben, sich mit der Gegenwart so gar nicht anfreunden konnten. Doch damit soll nun Schluss sein. Die Gotteshäuser wollen zeitgemäßer werden – und das geht nicht ohne Internet.

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) zum Beispiel hat bereits auf ihrer Synode 2017 in Bonn beschlossen, dass Experten her müssen. Seit einem halben Jahr ist nun Christian Sterzik als Digitalexperte für die EKD im Amt. Früher als Manager einer Bank unterwegs, feilt er jetzt an einer Digital-Strategie, die die Kirche wieder näher an die Menschen bringen soll. Eines der am weitesten fortgeschrittenen Projekte ist ein digitales Kirchenverzeichnis, mit dem Interessierte zum Beispiel barrierefreie Gotteshäuser in ihrer Nähe finden können oder recherchieren, in welcher Kirche beim Gottesdienst ein Chor auftritt. "Kirche bei Dir" heißt dieser Prototyp. Was für Online-Experten nach Steinzeit klingt, ist für die Kirche schon mal ein großer Wurf. Und es soll noch weiter gehen.

Umgang mit künstlicher Intelligenz und Menschbild, Big Data-Auswertungen zur Gemeindeentwicklung und Online-Services stehen auf dem Programm des Digitalexperten Sterzik. Bei der EKD-Synode 2018 Mitte November in Würzburg war die Digitalisierung ein Schwerpunkthema. Vor allem die Generation Y, also jene, die zwischen 1980 und 1999 geboren sind und für die das Internet aus dem Leben nicht mehr wegzudenken ist, hat die Kirche im Fokus. Mit ihnen in Kontakt zu treten, das ist ein großes Ziel.

Doch wer selbst im Netz mitmischen will, der sollte auch eines anbieten können. Was bei der evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg bereits Standard ist, wurde nun auch in Bayern möglich gemacht. Die Landeskirche hat Godspot durchgewunken. Dabei handelt es sich um freies WLAN, das in allen Kirchen, egal ob katholisch oder evangelisch, genutzt werden kann – wenn sich denn die jeweilige Kirchengemeinde dafür entscheidet. Damit hätten Besucher des Gotteshauses dann einen kostenlosen Zugang ins Internet und könnten ihr Gesangsbuch über die Cloud abrufen oder Bibelstellen online nachschlagen.

"Der Auftrag Jesus war es, das Evangelium in alle Welt zu bringen", betonte Jonas Bedford-Strohm, Journalist und Theologe sowie Sohn des Ratspräsidenten der EKD, Heinrich Bedford-Strohm, beim "Barcamp Kirche online" im April in Wittenberg. Im Internet erfülle die Kirche diesen Auftrag aber bisher kaum, stelle er fest. Er plädierte daher für eine zentrale Internetarbeit der Kirchen. Man müsse den Menschen dort beistehen, wo sie leben. "Und das ist eben auch am Computer."

 

Wussten Sie eigentlich . . .
. . . dass Papst Franziskus (Foto) schon 2014 erklärte, "das Internet ist ein Geschenk Gottes, weil es neue Möglichkeiten der Begegnung schafft"?
. . . dass die Universal Life Church mit mehr als 20 Millionen Mitgliedern die größte Internetkirche in den USA ist? Die Kirche hat kein Gemeindehaus und hält auch keine Gottesdienste ab. Dafür sind die Mitglieder gleichzeitig auch Pfarrer und können trauen, taufen oder beerdigen.
. . . dass es das liturgische Angebote "Kirchenjahr evangelisch" jetzt auch als App gibt? Was für den christlichen Glauben grundlegend ist, kehrt jedes Jahr wieder. Die App bietet Texte und Lieder. Dazu drei weitere Rubriken mit Anregungen und Informationen zu jedem Sonn- und Feiertag. www.kirchenjahr-evangelisch.de

 

 

 

 

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Steffi Wolf

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Veröffentlicht am:
30. 11. 2018
12:00 Uhr

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Steffi Wolf

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Veröffentlicht am:
30. 11. 2018
12:00 Uhr



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