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Online zur Traumreise

Reiseportale und Online-Vergleichsseiten werden immer beliebter. Sie versprechen Flüge, Hotels und Pauschalreisen mit wenigen Klicks zum besten Preis. Doch es ist komplizierter



  Foto: dpa

Im Internet Urlaub zu buchen, kann verwirrend sein. Große Reiseveranstalter zum Beispiel investieren zur besten TV-Werbesendezeit Millionen in das angeblich so unverwechselbare Produkt ihrer Marke – und verkaufen auf ihren Webseiten die Reisen der Konkurrenz mit. Online-Reisebüros wie Expedia versprechen als digitale Bauchläden alles zum angeblich günstigsten Preis. Und Vergleichsportale wie Trivago oder Kayak zeigen als Netzpfadfinder das Gesuchte zwar in hübschen Trefferlisten an, leiten zum Buchen aber woanders hin. Und doch hängt alles irgendwie zusammen.

Wer auf Nummer sicher gehen will, im Netz keine böse Überraschung zu erleben, muss ein paar Dinge wissen. Das Wichtigste: "Dem Internetauftritt sollte eindeutig zu entnehmen sein, wer die angebotene Reiseleistung erbringt und für eventuelle Mängel haftet", sagt Rechtsanwältin Beate Wagner von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Und man sollte wirklich vorher wissen, was man will. Wer Fragen zu seiner Reise hat, muss sich im Internet auf eine Enttäuschung gefasst machen. Bei Pauschalreisen ist die Beratung im Netz meist schlecht. Die Anbieter sind zwar telefonisch oder per E-Mail schnell erreichbar, können aber oft selbst einfache Nachfragen nicht beantworten, wie die Stiftung Warentest herausfand.

Michael Buller vertritt als Chef des Verbands Internet Reisevertrieb (VIR) die Online-Reisebüros und kontert: 97 Prozent aller Kunden bewerteten laut aktuellen Studien den Buchungsprozess auf einem Reiseportal positiv, sagt er. "Nicht umsonst buchen bereits 43 Prozent aller Menschen ihre Ferien im Netz. Tendenz steigend." Er weiß allerdings auch, dass es schwarze Schafe gibt: "Wenn sich der Preis einer Reise von Buchungsschritt zu Buchungsschritt verteuert, dann heißt es sofort: runter von der Seite." Vom ersten Schritt an muss der Endpreis angezeigt werden. Auch dürfen keine Zusatzleistungen wie Versicherungen voreingestellt sein. Und es muss mindestens ein kostenloses Zahlungsmittel angeboten werden.

Wer eine größere Auswahl Produkte sehen möchte, muss auf ein Vergleichsportal gehen. Ein solches Portal ist zum Beispiel Kayak mit anderthalb Milliarden Suchanfragen jährlich auf 40 internationalen Websites in 20 Sprachen – quasi eine Supersuchmaschine über alle Online-Reisebüros, Flugportale und Hotelseiten hinweg. Es sortiert die Ergebnisse nach verschiedenen Kriterien und bringt im ersten Schritt zunächst einmal nur Struktur in das kaum überschaubare Angebot an Reisedienstleistungen.

"Wir sind weder Anbieter noch Verkäufer. Unsere Kernkompetenz ist es, zu vergleichen sowie Funktionen anzubieten, die die Planung und Organisation von Reisen vereinfachen", sagt Julia Stadler-Damisch, die bei Kayak für Deutschland und die Schweiz verantwortlich ist. Wer dann einen passenden Flug, Hotel oder Mietwagen gefunden hat, wählt im zweiten Schritt aus, über welches Portal die Buchung erfolgen soll – und wird dann dorthin weitergeleitet. Vergleichsportale wie Kayak oder auch Trivago verdienen ihr
Geld über entsprechende Provisionen.

Vergleichsportale bieten gegenüber Online Reisebüros einen Vorteil: Sie bereiten die Ergebnisse unabhängiger auf. Besonders mit Blick auf den Preis wird der Unterschied schnell deutlich: Während Buchungsportale und Airline-Websites viel Geld mit Zusatzleistungen verdienen, machen gute Vergleichsseiten die Unterschiede zwischen den einzelnen Anbietern kenntlich. "Wir zeigen zum Beispiel übersichtlich an, ob Gebühren bei der Zahlung mit einer bestimmten Kreditkarte anfallen oder welche Kosten für Gepäck erhoben werden", sagt Julia Stadler-Damisch. Auf diese Weise vergleichen Reisende nicht Äpfel mit Birnen.

Mit dem Werbeversprechen, immer den günstigsten Preis zu finden, ist es aber auch hier so eine Sache. Es komme vor, dass Endpreise von dem eingangs angezeigten Preis abweichen, räumt Michael Buller ein. Denn der Reisemarkt im Internet ist sehr schnelllebig. "Bei Flugtickets, Hotelzimmern und Mietwagen ändern sich ständig Kontingente und Angebote." Preise in den Buchungssystemen werden fortlaufend aktualisiert, das passiert teils in Sekunden.


 
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Christian Leetz
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Veröffentlicht am:
10. 02. 2017
08:06 Uhr

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Christian Leetz

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10. 02. 2017
08:06 Uhr



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