Lade Login-Box.
Topthemen: Bilder vom WochenendeHofer Filmtage 2019EhrenamtskampagneVER Selb

Veranstaltungstipps

Interview

Die Rolle des Agenten Jack Bauer in der Thriller-Serie "24" machte ihn zum Weltstar: Kiefer Sutherland. Der kanadische Schauspieler ist auch Sänger und geht auf Tour.



Kiefer Sutherland hat als Schauspieler Preise wie Golden Globes und den Emmy eingeheimst. Auch als Sänger ist er erfolgreich. Foto:
Kiefer Sutherland hat als Schauspieler Preise wie Golden Globes und den Emmy eingeheimst. Auch als Sänger ist er erfolgreich. Foto:  

Mr. Sutherland, Ihr zweites Album heißt "Reckless & Me". Reizt Sie die Singerei mehr als die Schauspielerei?

Kiefer Sutherland live

Kiefer Sutherland geht mit seinem Album "Reckless & Me" auf Tour und gastiert am 8. Oktober um 20 Uhr im Technikum in München. Karten dafür gibt es bei uns.


Nein, ich liebe beide Künste. Die eine übe ich seit 35 Jahren aus, die andere seit fünf. Ich habe eine sehr genaue Vorstellung davon, was ich als Schauspieler machen will. Aber als Sänger lerne ich jeden Abend etwas dazu. Die Clubs sind immer anders, so auch die Reaktionen des Publikums. Zuweilen ist es ganz still. Das muss nicht zwangsläufig schlecht sein, es kann sogar großartig sein. Alles, was neu ist, ist für mich aufregend. Daraus versuche ich als Performer, einen Nutzen zu ziehen. Aber ich fand es auch spannend, eine dritte Staffel von "Designated Survivor" zu drehen. Das Problem ist nur, Zeit für beides zu finden. Ich gehe jetzt auf die längste Tour meines Lebens. Ich werde sieben Monate unterwegs sein und 200 Shows spielen.

Fühlen Sie sich überall zu Hause?

Der Bus ist mein Zuhause. Es gibt darin Betten und eine Couch und Platz für zwölf Leute. Ich liebe es, unterwegs zu sein, weil ich so eine tolle Band und Crew habe. Nach einer Show sitzen wir immer bei ein paar Drinks zusammen und sprechen über das, was gut und was nicht so gut lief. Dann gehen wir schlafen und wachen in einer anderen Stadt wieder auf, wo wir unsere Anlage ausladen und einen Soundcheck machen. Auf einer Tour macht man immer wieder dieselben Sachen.

Was gefällt Ihnen daran?

Ich mag die Leute, mit denen ich zusammenspiele. Es sind einige meiner besten Freunde.

Fühlen Sie sich auf Tour, als wären Sie noch einmal 25?

Ich fühle mich immer wie 25. Deswegen gehe ich nicht auf Tour. Ich tue das, weil meine Band für mich wie eine Familie ist. Auf Tour zu sein ist immer eine sehr spezielle Zeit. Wenn ich in Toronto über einen sehr langen Zeitraum eine neue Staffel von "Designated Survivor" drehe, sind meine Freunde in der Regel nicht mit dabei. Deswegen fühle ich mich beim Drehen manchmal einsam. Dies ist beim Musikmachen nicht der Fall.

Haben Sie als Kind von einem abenteuerlichen Leben geträumt?

Was ist ein abenteuerliches Leben? Für manche ist das eine Fahrt mit der Achterbahn. Ich mag das. Ich hatte in meinem Leben immer sehr viel Glück und die Möglichkeit, den wunderbaren Beruf des Schauspielers zu erlernen. Ich konnte in dem Bereich sogar Karriere machen, was mordsmäßiges Glück war. Und in den 1990er-Jahren habe ich mich dann auf die Pferdezucht und das Rodeoreiten konzentriert. Und jetzt weiß ich auch, wie man Platten aufnimmt und Konzerte spielt. Es ist ein großes Glück, dass ich so viele verschiedene Dinge ausprobieren durfte, die mich persönlich interessieren.

Im Titelsong "Reckless & Me" erinnern Sie sich an Ihre Zeit als Rodeoreiter. Eine gute Zeit?

Als ich beim Rodeo war, fand ich es immer toll, von einer Veranstaltung zur nächsten zu reisen. Mitten in der Nacht verfrachtet man sein Pferd in den Anhänger, fährt zur nächsten Stadt und denkt über den nächsten Tag nach. Das waren wahrscheinlich die ruhigsten Momente meines Lebens. Während ich diesen Song schrieb, wusste ich mit der Zeit nicht mehr, ob er jetzt von meinem Pferd "Reckless" handelt oder von den waghalsigen Aspekten meiner Persönlichkeit. Dieses Draufgängerische ist bei mir immer da und ich versuche, es unter Kontrolle zu halten.

Wegen Trunkenheit am Steuer wurden Sie einst zu 48 Tagen Gefängnis verurteilt. Wie hat der Knast Sie verändert?

Ich saß insgesamt sogar drei Monate im Gefängnis. Der Sinn von Knast ist, dass du ihn nach Verbüßung deiner Strafe nie wieder sehen willst. Ich weiß heute, dass ich einen sehr dummen Fehler gemacht habe. Das ist kein Witz. Ich will mich auch nicht beschweren, denn der Knast hat mir dabei geholfen, zu begreifen, dass es im Leben extrem viele Möglichkeiten gibt, diese Erfahrung zu vermeiden.

Was haben Sie im Gefängnis gegen die Langeweile getan?

Ich habe viel gelesen und sehr viel Wäsche gewaschen, denn sie hatten mich in die Wäscherei gesteckt. Ich habe einfach versucht, die Zeit so gut wie möglich rumzukriegen. Ich habe viel darüber nachgedacht, wie ich dort überhaupt hinkommen konnte.

Was fasziniert Sie am Musikmachen?

Geschichtenerzählen. Das ist einer der Gründe, weshalb ich mich in den Genres Americana und Country und Western bewege. Meine Geschichten sind echt. Genau das fasziniert mich auch an der Schauspielerei.

Es gibt nur wenige, die es schaffen, sich von dem Stigma "singender Schauspieler" zu lösen. War Ihnen das bewusst?

Das war mir sogar sehr bewusst, weshalb ich zuerst Nein zu Jude Coles Vorschlag sagte. Ich wollte auf keinen Fall ausgelacht werden. Wir sind an dem Tag in eine Bar gegangen, und nach ein paar Drinks klang Judes Idee schon viel besser. Wir haben uns dann auf fünf Songs. Zu meiner Überraschung war die Reaktion auf meine Musik sehr wohlwollend.

Was gibt Ihnen die Musik?

Bei der Schauspielerei steht zwischen mir und dem Publikum immer eine Figur. Ich bin nicht Jack Bauer, ich stelle ihn nur dar. Wenn ich aber meine eigenen Songs spiele und dazu erzähle, warum und wie ich sie geschrieben habe, ist das ein sehr wahrhaftiger Moment. Mein erstes Konzert mit einer richtigen Band hatte ich vor fünf Jahren.

Wie haben Sie sich an dem Abend gefühlt?

Ich hatte Todesangst! Das war ja alles neu für mich. Die erste Show lief nicht so gut, wie ich es erhofft hatte, aber sie machte mich neugierig. Ich wollte herausfinden, ob ich wirklich das Zeug zu einem Performer habe. Als Nächstes sind wir in einem kleinen Theater in Michigan aufgetreten. An dem Abend fing ich damit an, auf der Bühne Geschichten zu erzählen. Und plötzlich konnte ich fühlen, wie ich, die Band und das Publikum miteinander verschmolzen. Seitdem weiß ich, was ich mit meiner Musik erreichen will.

Wie lautet Ihre Philosophie als Entertainer?

Der einzige Tipp, den mir mein Vater jemals gegeben hat und der für jede Form von Kunst gilt: Lüge nicht! In einem Drehbuch steht zum Beispiel, dass die Figur weint. Aber bringt sie das, was vorher passiert ist, auch wirklich zum Weinen? Gefühle müssen immer ehrlich sein, andernfalls kannst du drauf scheißen. Das gilt auch für die Musik.

Haben Sie noch Lampenfieber?

Ich bin immer noch sehr aufgeregt vor einem Auftritt. Als ich am Broadway ein Jahr lang in dem Stück "That Championship Season" aufgetreten bin, war ich bei der letzten Vorstellung genauso nervös wie bei der ersten. Es ist aber kein Lampenfieber, sonst könnte ich ja gar nicht weitermachen. Ich bin nervös, weil ich immer sehr hohe Ansprüche an mich selbst habe. Das Zittern hört just in dem Moment auf, in dem ich anfange, die Gitarrensaiten anzuschlagen. Eine jauchzende Erleichterung, weil dann viel Energie freigesetzt wird.

Das Gespräch führte Olaf Neumann

Das ganze Interview findet sich unter

—————

frankenpost.de/veranstaltungstipps

Autor

Redaktion
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
25. 08. 2019
13:42 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Glück Happy smiley Jack Bauer Justizvollzugsanstalten Kanadische Schauspieler Kiefer Sutherland Konzerte und Konzertreihen Musik Nervosität Schauspieler Sänger Todesangst
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Kiefer Sutherland

05.07.2019

Kiefer Sutherland: "Ich fühle mich immer wie 25"

Die Rolle des Agenten Jack Bauer in der Thriller-Serie „24“ machte ihn zum Weltstar: Kiefer Sutherland. Der kanadische Schauspieler ist auch Sänger und geht auf Tour. » mehr

Mit seinem aktuellen Album "Ströme" wagt Martin Kohlstedt Improvisation. Er lässt meditatives Klavier, Streicher und Synthesizer auf die engelsgleichen Stimmen des Leipziger Gewandhaus-Chors treffen. Foto: Patrick Richter

22.09.2019

Interview

Martin Kohlstedt ist ein Star der Neo-Klassik. Er mischt klassische und moderne Elemente zu einem experimentellen Sound mit Wellnesscharakter. Bald geht er auf Tour. » mehr

Joris

28.06.2019

Der singende Schauspieler

Jan Josef Liefers kommt mit seiner Band nach Nürnberg. Sänger und Songschreiber Joris geht ebenfalls auf Tour. » mehr

Ralf Schmitz

20.04.2019

Gelächter gegen Alltagsstress

Ralf Schmitz will in Bamberg gute Laune verbreiten. Und Paul Millns gastiert in Plauen. » mehr

Ilja Richter

16.10.2019

In Kürze

Birds of a Feather gibt an diesem Samstag um 20 Uhr ein Konzert beim Folkclub Isar im Irish Pub in Hof. » mehr

Peter Kraus

09.09.2019

Peter Kraus: "Die Fans lassen mich nicht aufhören"

Peter Kraus brachte einst den Rock ’n’ Roll in den deutschsprachigen Raum. Dieses Jahr wurde er 80 – und denkt noch lange nicht ans Aufhören. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Traktor-Demo Bindlach

Traktor-Demo rollt nach Bayreuth | 22.10.2019 Bindlach
» 30 Bilder ansehen

Filmtage Eröffnungsparty

Filmtage-Eröffnungsparty | 22.10.2019 Hof
» 46 Bilder ansehen

Fightnight Plauen mit Etem Bayramoglu Plauen

Fightnight Plauen mit Etem Bayramoglu | 19.10.2019 Plauen
» 69 Bilder ansehen

Autor

Redaktion

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
25. 08. 2019
13:42 Uhr



^