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Interview

Vanessa Mai: "Es gibt Wichtigeres als die Karriere"

Mit ihrem vierten Album „Regenbogen“ hat Vanessa Mai ihren Rang als dritte deutsche Schlagerpop-Größe hinter Helene Fischer und Andrea Berg gefestigt. Wir haben mit ihr gesprochen.



Vanessa Mai
  Foto: Sandra Ludewig

Vanessa, erinnerst Du dich an einen besonders schönen Regenbogen in letzter Zeit?
Das hört sich kitschig an, aber seit ich weiß, dass mein Album „Regenbogen“ heißt, sehe ich überall nur noch Regenbögen. Neulich erst, als wir zu einem Open Air gefahren sind, habe ich einen gesehen und mich total gefreut. 

Warum heißt das Album denn „Regenbogen?“
Zum einen soll der Titel die vielen Farben und den Facettenreichtum auf dem Album darstellen. Zum anderen steht der Regenbogen für positive Dinge, ein gutes Gefühl und für die Werte, die mir wichtig sind: Lebensfreude, Liebe, Toleranz, Gleichberechtigung. 

Lagen dir diese Sachen immer schon am Herzen?
Ja, so bin ich erzogen worden. Meine Eltern sind sehr mitfühlend, sehr herzlich, sehr offen, das habe ich von ihnen gelernt. Die beiden haben mich immer gefördert, und nie mit der Peitsche getriezt. Mein Vater ist ja selbst Musiker, er spielt in einer Coverband, meine Mutter kennt dieses Leben auch, deshalb war es nie utopisch für meine Eltern, dass ich Sängerin werden und damit mein Geld verdienen will. Ich hatte immer alle Freiheiten.

Du hast eine Ausbildung zur Mediengestalterin abgeschlossen. Hast Du je in dem Beruf gearbeitet?
Nein. Wirklich Tage nach meinem Abschluss wurde ich Sängerin bei der Band Wolkenfrei. Ich glaube, das war kein Zufall. Viele Dinge kommen so, wie sie kommen sollen.

Wie warst Du als Teenager?
Ich war ein langweiliges und braves Kind. Mehr als vielleicht mal Hausarrest wegen Kleinigkeiten gab es nie. Ich war sehr anständig. 

Wir oft siehst Du deine Eltern?
 Sehr oft. Wenn ich zuhause in Backnang bin, eigentlich immer. Wir gehen zusammen einkaufen, wir putzen zusammen die Wohnung…

Habt ihr nichts Besseres zu tun als zu putzen?
Ich liebe es, den Haushalt zu machen. Wäsche waschen, wischen, das volle Programm. Das hört sich unsexy an, aber putzen ist sooo cool (lacht). Das bringt mich runter, lässt mich den Stress vergessen. Ganz normal daheim zu sein, das ist mein Hobby. Wenn es eben geht, fahren wir nach Auftritten auch wieder nach Hause. Lieber drei, vier Stunden auf der Autobahn und im eigenen Bett schlafen, als im Hotel. 

Wie ist es denn so in Backnang, das etwa 30 Kilometer entfernt von Stuttgart liegt?
Ich finde es toll. Ich liebe den Blick auf die Wiesen und die Hügelchen. Ich bin sehr heimatverbunden.. In Backnang bin ich geboren und aufgewachsen, ich bin ein kleines Landei. Und man kann da schon was machen, Backnang ist eine Stadt, kein Dorf, vor allem die Altstadt ist wunderhübsch. 

Vanessa, wenn Du so gerne putzt, dann melde dich doch mal…
Ja ja, das sagen alle immer. Aber die Antwort ist nein. Ich putze nur bei mir selber gerne. Ich fühle mich einfach wohl in der Wohnung, wenn alles schön geordnet und sauber ist. Wenn ich nicht unterwegs bin, dann bleibe ich sowieso am liebsten zuhause. Gerade jetzt, seit der Hund da ist.

Der Hund?
Jaaa, seit einigen Wochen haben wir einen Welpen, Ikaro. Das ist ein altdeutscher Mops. Dazu ist zu sagen, dass das kein Modehund ist, sondern zurückgeht auf die ursprüngliche Art des Tieres, mit langer Nase und langem Schwanz. Ikaro ist keiner dieser Modemöpse, die kaum Luft bekommen.

Wie seid ihr auf den Mops gekommen?
Bekannte von uns haben einen Mops. Der hat uns total in den Bann gezogen. Diese Wesen sind so quirlig, intelligent und aufmerksam, und als er dann da war, haben wir gemerkt, wie toll wir mit dem Hund zusammen abschalten können. Ich liebe meinen Job und kann mich ohne Schwierigkeiten 24 Stunden am Tag mit der Arbeit beschäftigen. Aber die Karriere ist eben längst nicht alles, es gibt Wichtigeres.

Kommt Ikaro schon mit auf Reisen?
Nein, noch nicht. Er ist erst drei Monate alt und muss im Moment viel schlafen, 20 Stunden am Tag. Er ist gerade bei Freunden, heute Abend holen wir ihn ab, und dann ist spielen, streicheln, schmusen, Essen bestellen und fernsehen angesagt.

Wollte dein Mann Andreas den Hund auch so sehr wie Du?
Andreas wollte ihn sogar noch mehr als ich! Ich war eher diejenige, die meinte „Der Terminkalender ist so voll, meinst Du wirklich?“ Ich fand es witzig, dass das von ihm kam.

Ihr habt im Juni geheiratet, erst standesamtlich und dann kirchlich auf Mallorca. Wie fühlt es sich an, Ehefrau zu sein?
Ganz ehrlich? Wie vorher. Der einzige Unterschied ist, dass ich jetzt „Mann“ sage und anders heiße. Meine neue Unterschrift kann ich immer noch nicht richtig. Verheiratet zu sein hat für mich so eine positive Selbstverständlichkeit, Gottseidank. Ich finde es doof, dass sich plötzlich alles ändern soll, bloß weil man geheiratet hat. Auch so ein Riesenaufwand um die Feier ist nicht unser Ding. Bei uns lief alles schnell, entspannt, cool und unkompliziert.

Ist es nicht trotzdem auch ein cooles Gefühl, einen Ehemann zu haben?
Natürlich ist es cool, und vor allem schön, dass man jetzt noch ein Stück weit mehr zusammengehört. Ich denke, uns kann jetzt noch weniger schnell etwas erschüttern. Aber irgendwie fühlte es sich zwischen Andreas und mir auch vorher schon wie eine Ehe an, jetzt ist es halt offiziell.

Warum habt ihr auf Mallorca geheiratet?
Auf Mallorca hatten wir uns verlobt. Die Familie meines Mannes hat dort eine kleine Finca, wir machen dort jedes Jahr Urlaub. 

War Ikaro ein Hochzeitsgeschenk?
Nein, das war Zufall, dass er kurz nach der Hochzeit zu uns stieß.

Seid ihr schon so weit, dass ihr über Kinder nachdenkt?
Um Gottes Willen, ich bin doch selbst noch ein Kind! (lacht) Nein, Kinder haben noch Zeit. Ich habe noch so viel vor und noch so viele Träume. Ich fühle mich noch nicht erwachsen.

Obwohl Du schon früher als die meisten Altersgenossen viel Verantwortung hattest?
Stimmt, viele denken, ich wäre schon älter. Das liegt vielleicht daran, dass ich immer ältere Freunde hatte, als ich 14 war, waren die anderen 16, als ich 16 war, waren die anderen 20. Auch meine Partner waren älter. Andreas zum Beispiel wird jetzt 34. Aber trotzdem, mit Kindern möchten wir noch warten.

Bist Du demnach mit 14 schon ordentlich in Stuttgart ausgegangen?
Ich bin selten in Stuttgart ausgegangen, sondern tatsächlich meistens in Backnang. Und meine Mama war so nett, dass sie immer mitgegangen ist. Mit Erziehungsberechtigten darfst du länger bleiben.

Ist das nicht total uncool?
Von wegen, das ist total cool. Meine Freunde fanden das super, die meinten immer „Deine Mama ist echt die Allercoolste“.

Dein Album „Regenbogen“ klingt von vorne bis hinten extrem positiv und lebensfreudig.
Ja, das ist immer so bei mir.

Ist die Platte so etwas wie der Soundtrack deines derzeitigen Lebens?
Ich mache bewusst Musik, die Lebensfreude ausstrahlt. Denn die Probleme auf der Welt sind so übel, und ich verschließe mich auch nicht vor ihnen, aber ich habe einen Job, in dem ich die Menschen glücklich machen kann und will. Ich wollte dieses Mal ein Album machen, zu dem ich selbst Autofahren kann, das ich also wunderbar komplett durchhören kann. Dass das so gut geklappt hat, darauf bin ich sehr stolz.

Hast Du einen Lieblingssong auf „Regenbogen“?
„Nie wieder“, die neue Single. Den habe ich seit Jahren in der Schublade, keiner hat an den Song geglaubt. Aber ich habe immer gesagt „Der funktioniert“. Dass die Leute die Nummer bei Konzerten jetzt so abfeiern, ist für mich eine schöne Bestätigung.

„Regenbogen“ ist dein drittes Soloalbum. Hast Du viel gelernt in den vergangenen Jahren?
Ich bin wie ein Schwamm. Ich sauge alles auf. Und ich entscheide immer mehr selbst.

Den Großteil des Albums hat wieder Dieter Bohlen produziert, „Wenn Das Wirklich Liebe Ist“ zum Beispiel stammt von Lukas Hilbert, der in Los Angeles lebt. Insgesamt hört sich „Regenbogen“ noch mehr nach internationalem Pop an.
Zum Glück! Man kann nicht mehr auseinanderhalten, wo jetzt der Schlager aufhört und der Pop beginnt. Das war immer mein Ziel, und ich denke, ich habe auf diesem Gebiet erfolgreich Nachhilfearbeit geleistet. Gerade habe ich auf einem Festival mit Glasperlenspiel und Stefanie Heinzmann gespielt, da war so ein junger Kerl, der wegen Stefanie da war. Am Ende hat der echt bei mir mitgefeiert. Es macht mich stolz, dass ich auch Leute erreiche, die sagen „Schlager finde ich nicht cool“.

Jedes neue Album von dir hat sich bislang besser verkauft als das davor. Wie wichtig ist dir der Erfolg?
Das freut mich natürlich sehr, aber es läuft nicht von alleine. Ich habe Energie für fünf Leben und gebe wirklich alles. Ich sprudele vor Ideen und entwickelte mich gerade total schnell weiter. Ich denke auch, wenn du etwas von Herzen machst und Spaß verkörperst, dann bringt das auch Erfolg mit sich. Wenn man etwas wirklich liebt, dann wird man auch belohnt.

Tauscht Du dich immer noch nicht mit deiner Schwiegermutter Andrea Berg über das Geschäft aus?
Nein, ich weiß, es klingt verrückt, aber wir reden wirklich nicht über die Arbeit. Andrea ist für mich allerdings insofern ein Vorbild, als dass sie seit 25 Jahren ganz oben steht und auf eine Karriere zurückblickt, die wirklich unvergleichbar ist. Davor habe ich einen Riesenrespekt. Ich habe aber schon lange aufgehört, mir bei ihr oder auch bei Helene Fischer etwas abzugucken. Denn das bin nicht ich. Nur ich bin ich (lacht). Auch deshalb habe ich meinen eigenen Weg gefunden. 

Du hast zuletzt bei „Let’s Dance“ mitgemacht und bist Zweite geworden. Auch bei „Gute Zeiten Schlechte Zeiten“ und in der Jury von „Deutschland sucht den Superstar“ bist Du schon gewesen. Willst Du dir bewusst auch jenseits der Musik einen Namen machen?
Das hört sich jetzt flapsig an, aber das kam alles so reingeflattert. Meine Devise lautet: Wenn ein Angebot kommt, auf das ich Lust habe, dann mache ich das. Denn es bringt mich weiter. Und was gibt es Schöneres, als die Freiheit, sich überall ausprobieren zu können?

Bei „Let’s Dance“ hast Du einen wahnsinnig fitten Eindruck gemacht. Wie trainierst Du?
Sehr viel mit dem eigenen Körper. Ich rolle die Matte im Wohnzimmer aus, dann Sit-Ups, Liegestützen und so weiter.

Machen die beiden anderen Familienmitglieder mit?
Nur der Hund. Der trampelt beim Sport gerne auf mir herum.

Vanessa Mai live

Die Schlagersängerin macht auf ihrer „Regenbogen live 2018“-Tour am 8. Mai um 20 Uhr in der Arena in Leipzig Station. Karten dafür gibt es bei uns.

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Redaktion
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Veröffentlicht am:
02. 04. 2018
06:00 Uhr

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