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Arzberg

Arzberger können sich sicher fühlen

Die Kriminalstatistik der Polizei zeigt: Die Fallzahlen sind gering. Dass in der Stadt viele Geflüchtete leben, spielt so gut wie keine Rolle.



Flüchtlinge spielen in der aktuellen Polizeistatistik für die Stadt Arzberg keine Rolle. Symbolbild: Arne Dedert/dpa
Flüchtlinge spielen in der aktuellen Polizeistatistik für die Stadt Arzberg keine Rolle. Symbolbild: Arne Dedert/dpa   » zu den Bildern

Arzberg - In Arzberg können die Bürgerinnen und Bürger nach wie vor ruhig schlafen. Sie müssen sich so gut wie gar keine Sorgen machen, Opfer eines kriminellen Übergriffs zu werden. Der stellvertretende Leiter der Polizeiinspektion Marktredwitz, Wolfgang Kemnitzer, sagte beim jährlichen Sicherheitsbericht im Arzberger Stadtrat am Donnerstagabend sogar: "Arzberg ist auf einer Insel der Glückseligen." Der Polizeihauptkommissar bezog sich dabei zwar auf den Bereich Wohnungseinbrüche, doch weist die polizeiliche Kriminalstatistik für 2018 auch bei anderen Delikten keine gravierenden Zahlen aus.

Da in Arzberg weiterhin rund 240 Flüchtlinge und Asylbewerber in zwei Gemeinschaftsunterkünften und mehreren dezentralen Wohnungen leben, spielt unterschwellig auch immer die Frage eine Rolle, ob diese Personengruppe besonders auffällig ist. Dies ist nach den Ausführungen Kemnitzers auch in diesem Jahr nicht der Fall. Fakt ist, dass die Anwesenheit der Migranten keinerlei negativen Einfluss auf die Polizeistatistik in Arzberg hat - weder bei Gewaltdelikten, noch bei Ladendiebstählen und schon gar nicht bei Sexualdelikten. Die Tatsache, dass von 120 Tatverdächtigen, gegen die die Polizei im Raum Arzberg ermittelt hat, 38 Prozent Ausländer seien, ist nach den Worten des Polizeihauptkommissar der Tatsache geschuldet, dass die Polizei im Rahmen der Schleierfahndung oder bei Kontrollen Durchreisende mit Drogen oder Waffen erwischt.

Diese Aufgriffe von Durchreisenden, die straffällig werden, wirken sich auf die sogenannte Häufigkeitszahl aus. Dabei werden die Fallzahlen in einem bestimmten Bereich auf 100 000 Einwohner hochgerechnet. In Arzberg beträgt diese Häufigkeitszahl 3545. Zum Vergleich: Im gesamten Bereich der Inspektion Marktredwitz, zu der inzwischen auch Selb gehört, liegt die Häufigkeitszahl bei 6150, in Bayern bei 4888 und in Oberfranken bei 5147.

188 Fälle, die für Arzberg in der Polizeistatistik auftauchen, listete der stellvertretende Inspektionsleiter für 2018 auf. Die Aufklärungsquote liege bei 72,3 Prozent. Bei der Straßenkriminalität, wenn also zum Beispiel Rowdies Autos zerkratzen, und bei Diebstählen sind die Fallzahlen gesunken, bei Gewaltkriminalität und Betrugsdelikten gestiegen.

Die Fallzahlen seien aber trotzdem nach wie vor sehr niedrig. Von elf Gewaltdelikten berichtete Wolfgang Kemnitzer, neun davon waren gefährliche Körperverletzung, vier davon auf öffentlichen Plätzen. "Das kommt zum Beispiel bei Festen vor", berichtete der Polizist. "Und da ist auch die eine oder andere Geschichte in einer Gemeinschaftsunterkunft dabei." Allerdings seien unter den Tatverdächtigen nur zwei Ausländer gewesen.

Das Sicherheitsgefühl der Menschen wird nach den Worten des stellvertretenden Inspektionsleiters besonders im Bereich der Straßenkriminalität tangiert. Nachdem die Zahlen hier 2017 deutlich angestiegen waren, habe sich die Situation 2018 wieder normalisiert. Kemnitzer zählte 28 Fälle auf, davon jeweils neun Sachbeschädigungen im öffentlichen Bereich und an Autos. Mit 35,7 Prozent sei die Aufklärungsquote hier noch gut. "Wir geben unser Bestes", sagte der Polizist und forderte die Bürgerinnen und Bürger auf, zeitnah Anzeige zu erstatten oder verdächtige Wahrnehmungen zu melden.

Einbrüche in und Diebstähle aus Wohnungen spielen in Arzberg Kemnitzer zufolge fast keine Rolle. Nur drei Taten, davon zwei Versuche, zählte er auf. Der Hauptkommissar rät dazu, sich von der Polizei über Sicherheitsvorkehrungen an Häusern und Wohnungen beraten zu lassen, Türen nicht offenstehen zu lassen, auch wenn man zu Hause ist, und insgesamt aufmerksam zu sein.

Ladendiebstähle habe es 13 gegeben. Zudem erscheinen in der Statistik 27 Verstöße gegen das Aufenthalts-, Waffen- und Sprengstoffgesetz sowie Rauschgiftdelikte. Dies seien Delikte, die in der Regel bei Kontrollen entdeckt werden. Daher sei die Aufklärungsquote mit 93 Prozent auch sehr hoch.

Wenn er die Zahlen richtig interpretiere, dann müsste das Sicherheitsgefühl bei den Arzbergerinnen und Arzbergern eigentlich sehr hoch sein, meinte Bürgermeister Stefan Göcking. Wichtig sei für die Stadt, dass die Polizei in ihrer Präsenz sichtbar bleibe. Die Zusammenarbeit mit der Inspektion sei offen und konstruktiv.

SPD-Fraktionssprecher Peter Gräf sagte, mitunter höre man, die Polizei verfolge "manche Dinge nicht so, wie es der, der die Anzeige macht, gerne hätte". Der stellvertretende Inspektionsleiter versprach, dass sich jeder, der sich ungerecht behandelt fühle, gerne an die Polizei wenden könne.

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Christl Schemm
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Veröffentlicht am:
19. 07. 2019
19:56 Uhr

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Autor

Christl Schemm

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Veröffentlicht am:
19. 07. 2019
19:56 Uhr



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