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Doppelter Abschied bei Bürgerversammlung

Zum letzten Mal berichtet Bernd Hofmann über die Thiersheimer Projekte. Er stellt sich nicht mehr zur Wahl. Den "Kastaniengarten" reißt die Gemeinde ab.



Thiersheim - Es war ein doppelter Abschied in Thiersheim. Am Donnerstag hatte die Marktgemeinde zum letzten Mal zur Bürgerversammlung in den "Kastaniengarten" eingeladen. Die Gaststätte soll abgerissen werden. Auch für Bürgermeister Bernd Hofmann war es die letzte Bürgerversammlung. Er wird zur Kommunalwahl 2020 nicht mehr antreten. "Aber bis dahin findet ihr mich auf jeden Fall noch im Rathaus", wandte er sich an die Zuhörer im voll besetzten Saal.

Dorferneuerung

Verzögerungen hatte es bei der Dorferneuerung "Marktplatz-Burgstraße-Heide" gegeben. Warum, erklärte Architekt Gerhard Plaß: Die Entwürfe seien bereits im Frühjahr beim Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) eingereicht worden. Da sich die Genehmigung bis in den Sommer hingezogen habe, hätten sich die Verantwortlichen wegen der geplanten Kanalerneuerung entschlossen, die Arbeiten nicht mehr auszuschreiben. Das soll im Januar passieren. Plaß möchte die Verantwortung für die Erneuerung der Wasser- und Kanalleitungen sowie der Oberflächenherstellung in die Hände einer Firma legen. Die Arbeiten am Marktplatz sollen im nächsten Jahr abgeschlossen sein. Voraussichtlich 2021 geht es mit der Burgstraße weiter, danach kommt die Heide. "Da steckt der Teufel im Detail", kommentierte Gerhard Plaß den Schlecker-Abriss. Noch vor Weihnachten sollen die Parkplätze an dieser Stelle fertig sein. Im Zuge der Dorferneuerungsarbeiten werden auch Gasanschlüsse sowie Leerrohre für Glasfaseranschlüsse verlegt und die Infrastruktur für E-Ladesäulen vorbereitet. Die Straßenbeleuchtung wird auf LED-Technik umgerüstet und am Marktplatz soll eine Effektbeleuchtung für Atmosphäre sorgen.


Eigentlich war Hofmann schon im vergangenen Jahr davon ausgegangen, die Bürgerversammlung an einem anderen Ort veranstalten zu müssen. Ursprünglich sollte der "Kastaniengarten" schon abgerissen sein, damit im Frühjahr dieses Jahres der Bau des Senioren-Service-Hauses hätte beginnen können. "Das Sozialteam hat das Grundstück gekauft, die Planungen sind abgeschlossen und genehmigt, es hätte losgehen können", sagte Bernd Hofmann. Doch dem Betreiber, dem Sozialteam aus Regensburg, seien schlicht die Baupreise zu hoch gewesen. Statt im nächsten Jahr Eröffnung zu feiern, werde dann eben mit dem Bau begonnen.

Mit dem Bau des Seniorenhauses und dem Abriss des "Kastaniengartens" ist der Bau eines neuen Vereinsheims für den TSV Thiersheim verbunden. Darin integriert ist der Dorfgemeinschaftssaal der Marktgemeinde - ein Gebäude mit zwei Eigentümern. Der TSV habe bereits einen Förderantrag beim Bayerischen Landes-Sportverband gestellt, sagte Hofmann. Jetzt gehe es darum, baldmöglichst mit dem Bau beginnen zu können.

Im Januar soll das Dorfgemeinschaftshaus in Grafenreuth eingeweiht werden. Dort wurden die Fassade saniert und neue, auch barrierefreie Toiletten eingebaut sowie Elektrik und Brandschutz auf den neuesten Stand gebracht. "Wir sind schon sehr weit, aber eben noch nicht ganz fertig", sagte der Bürgermeister

Die Gemeinde investiert aktuell in die Sanierung der Grundschule. "Das lohnt sich", zeigte sich Hofmann überzeugt. "Die Schule ist ein Standortfaktor." Einige Arbeiten seien bereits abgeschlossen, andere müssten noch erledigt werden. So wird eine neue Pellets-Heizung eingebaut, die auch das Dorfgemeinschaftshaus versorgen soll. Ebenso wartet die Schulsportanlage mit dem Allwetterplatz auf eine Sanierung. Dafür wurde ein FAG-Förderantrag eingereicht. Was die Verlegung der 100-Meter-Bahn betrifft, wird sich die Gemeinde in Geduld üben müssen. Dafür gebe es derzeit keine Förderung, sagte Bernd Hofmann. "Aber wir werden dranbleiben."

Im Frühjahr beginnt die Gemeinde mit der Erschließung des Baugebiets "Am Grasigen Weg II". Im Herbst, so die Planung, sollen Bauwillige dort beginnen können, ihre Häuser hochzuziehen.

Mit mehreren Investitionen habe die Gemeinde die Ausrüstung ihrer Feuerwehren auf den neuesten Stand gebracht, sagte Hofmann. So wurden neue Schutzanzüge angeschafft und eine Tragkraftspritze, die Gemeinde erwarb ein Grundstück, um Platz für eine Erweiterung des Thiersheimer Gerätehauses zu haben. Derzeit laufe außerdem die Ersatzbeschaffung für das LF 16, das laut Bürgermeister in die Jahre gekommen ist. Zusätzlich wurden Feuerwehrgerätehäuser instandgesetzt. Für den Bauhof wurden ein neuer Pritschenwagen und für die Spielplätze neue Geräte angeschafft.

Derzeit prüft die Verwaltung, auf welche Weise sich der Rad- und Fußweg von Thiersheim über Stemmas nach Kothigenbibersbach am kostengünstigsten bewerkstelligen lässt. Zusätzlich habe die Gemeinde Konzepte ausgearbeitet, um Bahnhof-, Jahn, Stemmaser und Marktredwitzer Straße zu sanieren. "Die Finanzen entscheiden, in welcher Reihenfolge wir das gestalten können", erläuterte Bernd Hofmann.

Für das Integrative Hochwasserschutzkonzept sind die Vorarbeiten geleistet. Wie Hofmann sagte, erwartet die Gemeinde bald Vorschläge, welche Maßnahmen mit welcher Förderung umgesetzt werden können. Eine der ersten werde der Bau eines Staubeckens am Thiersbach östlich der Gemeinde sein.

Große und viele Projekte seien in Thiersheim zu stemmen, sagte Bernd Hofmann. Das bedeute einen enormen Arbeitsaufwand für die Verwaltung und den Bürgermeister. Mehrere Signale habe es gegeben, seine Situation zu überdenken. "Und so habe ich mich entschieden, nicht mehr für das Amt des Bürgermeisters und definitiv auch nicht für den Gemeinderat zu kandidieren. Ich mache einen ordentlichen Schlussstrich", erklärte Hofmann. "Wir dürfen uns glücklich schätzen, dass wir zwei Bürgermeisterkandidaten haben." Er wünschte sich einen fairen Wahlkampf. "Zerfleischt euch nicht. Unsere Stärke ist der Zusammenhalt", wandte sich Hofmann an die Kandidaten (Werner Frohmader und Karl Peter Mötsch) und ihre Fraktionen.

Mit einer Flasche Wein, einem privaten Geschenk, bedankte sich stellvertretender Landrat Roland Schöffel beim Thiersheimer Bürgermeister. "Du warst mir immer ein angenehmer politischer Partner", sagte Schöffel und freute sich, dass die Bürgerversammlung wieder außerordentlich gut besucht war.

Ein bisschen Statistik gab es am Donnerstagabend auch: Thiersheim zählt aktuell 1785 Einwohner, 17 weniger als im vergangenen Jahr. Zuzüge (63) und Wegzüge (64) halten sich etwa die Waage, doch zwölf Geburten stehen 18 Sterbefälle gegenüber. Zwei Drittel der Einwohner sind älter als 40 Jahre.

In diesem Jahr verfügte Thiersheim wieder über einen genehmigten Haushalt. Einen Grund dafür erkannte der Bürgermeister in den Stabilisierungshilfen. Mit rund 4,3 Millionen Euro hat die Gemeinde bislang von den staatlichen Zuschüssen profitiert. In der Folge reduzierte sich die Verschuldung auf aktuell 3,8 Millionen Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung sank von 3826 Euro 2012 auf 2148 Euro in diesem Jahr. In Sachen Stabilisierungshilfe warnte Bernd Hofmann vor Veränderungen. "Sie wird sehr eingeschränkt weiterlaufen", sagte er. "Wenn aber nichts mehr kommt, werden wir wieder Geld aufnehmen müssen."

Der Versammlung vorangegangen war ein Dank des Bürgermeisters an die Bevölkerung, die sich in vielfältiger Weise ehrenamtlich einbringe, und an das Team des Bauhofs. Mit einem Dank an den Gemeinderat für die "super Zusammenarbeit" endete die Bürgerversammlung.

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Gerd Pöhlmann

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Veröffentlicht am:
15. 11. 2019
16:58 Uhr

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Gerd Pöhlmann

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15. 11. 2019
16:58 Uhr



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