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Feuerwehr Arzberg möchte eine Drehleiter

Kreisbrandinspektor Armin Welzel erklärt im Stadtrat, warum es ohne ein Hubrettungsfahrzeug nicht mehr geht. Ein Konzept beschreibt, was nötig ist.



Großer Andrang herrschte bei der Sondersitzung des Stadtrats zum Thema "Feuerwehrkonzept". Viele Wehrleute informierten sich mit den Stadträten über die Pläne, die Kreisbrandinspektor Armin Welzel (vorne, rechts) vorstellte. Foto: Christl Schemm
Großer Andrang herrschte bei der Sondersitzung des Stadtrats zum Thema "Feuerwehrkonzept". Viele Wehrleute informierten sich mit den Stadträten über die Pläne, die Kreisbrandinspektor Armin Welzel (vorne, rechts) vorstellte. Foto: Christl Schemm  

Arzberg - Immer wieder neue Aufgaben, Herausforderungen, Verordnungen und Gesetze, mehr Bürokratie und technische Veränderungen: Darauf müssen die sieben Feuerwehren in Arzberg und den Ortsteilen reagieren. Wie das passieren soll, erläuterte Kreisbrandinspektor Armin Welzel am Donnerstag bei einer Sondersitzung des Stadtrats. Zur Vorstellung des Feuerwehrkonzepts 2030 waren rund 30 Feuerwehrleute gekommen, darunter Kreisbrandrat Wieland Schletz und der Arzberger Kommandant Markus Felgenhauer.

Renovierung und Schwarz-Weiß-Trennung

Kreisbrandinspektor Armin Welzel zeigte auch auf, wie komplex und teilweise gefährlich die Arbeit der Feuerwehrleute sei und was seiner Meinung nach abseits der Fahrzeugfrage noch an Aufwand nötig sei. Das Arzberger Gerätehaus müsse renoviert, in Seußen ein neues Gerätehaus gebaut werden. Bei allen Feuerwehrhäusern sei eine Lösung für den Brand- und Einbruchsschutz sowie die sogenannte Schwarz-Weiß-Trennung nötig. Das bedeute, dass die Wehrleute die Möglichkeit haben müssten, die Schutzkleidung nach dem Einsatz abzulegen und getrennt zu waschen, um sich vor Gesundheitsrisiken zu schützen.


Bis 2009 hatte es kein Feuerwehrkonzept für Arzberg gegeben. Nach zehn Jahren war es nötig, dieses auf den Prüfstand zu stellen und an die veränderten Vorgaben anzupassen. Mit dem Plan, den Welzel in den vergangenen neun Monaten federführend ausgearbeitet hat, soll festgelegt werden, wie die Feuerwehren in den nächsten rund zehn Jahren ausgerüstet und aufgestellt werden sollten. Zwei Stunden lang ging Welzel detailliert darauf ein, was nötig ist, um die sieben Arzberger Wehren auf den neuesten Stand zu bringen. Dabei wurde deutlich, dass die Stadt Arzberg viel Geld in die Hand nehmen muss, damit die Wehren den aktuellen Standards und gesetzlichen Grundlagen gerecht werden können. Eine große Rolle spielt das Einhalten der sogenannten Hilfsfrist. Das heißt, dass die Feuerwehren so koordiniert sein müssen, Einsatzkräfte innerhalb von maximal zehn Minuten dahin zu bringen, wo Hilfe gebraucht wird. Immer wieder wies Armin Welzel darauf hin, "dass wir große Probleme bekommen", wenn die Vorgaben nicht erfüllt würden.

Ein Paradebeispiel dafür ist der Einsatz von Drehleitern. Über ein solches Hubrettungsfahrzeug verfügt die Arzberger Feuerwehr bislang nicht. Zwar gibt es Drehleitern bei den Feuerwehren in Marktredwitz, Selb, Wunsiedel, Waldsassen und Mitterteich, doch können diese laut Welzel nicht innerhalb der Hilfsfrist von zehn Minuten an einen Einsatzort in Arzberg gebracht werden.

Welzel wies eindringlich darauf hin, dass es in Arzberg eine Vielzahl von Gebäuden gebe, bei denen ein Feuer nur mit dem Einsatz einer Drehleiter gezielt und vernünftig gelöscht werden könne. "Aufgrund der nicht einzuhaltenden Hilfsfrist und der schlechten Zugänglichkeit der Gebäude sind hier besonders Dachstuhlbrände problematisch", warnte der Fachmann. Um festzustellen, wie schnell Löschgeräte an Einsatzorten im gesamten Stadtgebiet sein können, seien Zonenbezugspunkte eingerichtet und bewertet worden. "Problematisch sind bei allen Bezugspunkten Drehleitern und Tanklöschfahrzeuge", sagte Welzel. "Das ist eine Katastrophe. Da können wir richtig Probleme bekommen."

Für den Kreisbrandinspektor steht daher fest, dass Arzberg eine Drehleiter braucht. Er erläuterte auch, welche Fahrzeuge ersetzt, ausgemustert und neu gekauft werden sollten. Insgesamt sieht Welzel in den nächsten sechs Jahren einen Bedarf für Fahrzeuge in Höhe von rund 1,6 Millionen Euro. Nach Abzug der zu erwartenden Zuschüsse verbleibe die Summe von knapp einer Million Euro, die die Stadt aufbringen müsste. Jährlich bedeute dies für die Stadt einen Aufwand von rund 140 000 Euro. "Das kann die Stadt schon aufbringen. Was rot ist und ein blaues Licht hat, ist teurer als das, was orange ist und ein gelbes Licht hat", sagte Welzel - und meinte damit, dass Feuerwehrautos generell eben mehr kosteten als Kommunalfahrzeuge. "Wir wollen keinen Schnickschnack, sondern Autos, die im Einsatz funktionieren." Auch die Frage, ob zusätzlich eine bezahlte hauptberufliche Kraft für die Wartung der Geräte eingestellt werden sollte, stellte Welzel zur Diskussion.

Das Einhalten der Vorschriften brenne der Stadt sehr auf den Nägeln, sagte Bürgermeister Stefan Göcking. Dennoch müsse das Feuerwehrkonzept im Kontext der anderen Aufgaben der Stadt gesehen werden. "Wir brauchen einen Abgleich zur finanziellen Situation", betonte Göcking. Denn die Forderungen müssten auch leistbar sein. Seit 2008 habe die Stadt rund 800 000 Euro für neue Feuerwehrautos ausgegeben. Die Auflistung Welzels spiegle nur die Kosten für die Fahrzeuge wider. Dazu kämen viele weitere Ausgaben.

Die Frage, ob ein hauptamtlicher Gerätewart beschäftigt werden sollte, müsse diskutiert werden. Allerdings sehe er darin die Gefahr, dass ehrenamtliche Wehrleute demotiviert werden könnten, meinte der Rathaus-Chef. Generell müsse man sich darüber Gedanken machen, ob größere Einheiten im Bereich der Feuerwehr sinnvoll wären. Aber dies sei nicht Aufgabe des Stadtrats, sondern der "großen Politik". Göcking dankte allen ehrenamtlichen Wehrleuten: "Ihr macht in allen Bereichen einen super Job."

Dritter Bürgermeister Stefan Klaubert meinte, es gebe keine Alternative zum Kauf der Drehleiter. SPD-Fraktionssprecher Peter Gräf hinterfragte, ob alle Bürokratie tatsächlich sinnvoll sei. Das Problem sei, so Kreisbrandrat Schletz, dass immer mehr Widersprüche von Versicherungen eingingen - und dann müsse die Feuerwehr durch eine lückenlose Dokumentation abgesichert sein

Alle Stadträte stimmten zu, dass das Feuerwehrkonzept in den Fraktionen beraten und dann zum Beschluss dem Stadtrat vorgelegt wird.

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Christl Schemm
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Veröffentlicht am:
13. 09. 2019
16:30 Uhr

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Autor

Christl Schemm

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Veröffentlicht am:
13. 09. 2019
16:30 Uhr



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