Topthemen: HöllentalbrückenBrandserieHof-GalerieKaufhof-PläneGerch

Arzberg

Spektakuläre Übung in Arzberg

140 Einsatzkräfte aus elf Feuerwehren und dem BRK demonstrieren ihr Können. Hier sind Zuschauer erwünscht.



Der Gruppenführer weist die Arzberger Feuerwehrleute ein.
Der Gruppenführer weist die Arzberger Feuerwehrleute ein.   » zu den Bildern

Arzberg - Die Arbeit der Rettungskräfte wird immer schwieriger. Nicht selten behindern Schaulustige die Rettungskräfte, mitunter kommt es sogar zur Gewalt gegen die Dienstleistenden. Einer der Schwerpunkte der diesjährigen Feuerwehr-Aktionswoche lautete "Das geht gar nicht - Gewalt gegen Einsatzkräfte", und unter diesem Motto stand am Samstagnachmittag auf dem Gelände der Pizzeria "Capri" und der TSV-Sporthalle in Arzberg eine große Einsatz- und Schauübung. 140 Einsatzkräfte aus elf Feuerwehren mit 20 Fahrzeugen nahmen daran teil. Dieses Mal waren Zuschauer ausdrücklich erlaubt - etwa 200 Besucher kamen, um Eindrücke von einem Ernstfall zu erhaschen. Dieses Mal durfte auch mit den Handys fotografiert werden, was sonst bei Einsätzen ausdrücklich nicht erwünscht ist.

Kreisbrandinspektor Armin Welzel begrüßte die Zuschauer und moderierte auch den Ablauf der Übung. Unter den Gästen waren die stellvertretenden Bürgermeister Marion Stowasser-Fürbringer und Stefan Klaubert, Landtagsvizepräsidentin Inge Aures und Kreisbrandrat Wieland Schletz. Armin Welzel machte erneut deutlich, dass die Einsatzkräfte aller Hilfsorganisationen und der Polizei kommen, um zu helfen. "Feuerwehrleute und Sanitäter retten bei ihren Einsätzen Leben." Doch was bekämen die Einsatzkräfte oft zu spüren? Hass, Beschimpfungen, Intoleranz, Aggression und Gewalt. "Die Respektlosigkeit gegenüber Einsatzkräften hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen, auch in der Region", sagte Welzel. Wörtlich fragte er, "warum müssen Rettungskräfte, die sich in ihrer Freizeit und aus Überzeugung ehrenamtlich um Unfallopfer kümmern, das gefallen lassen?" Welzel betonte in seiner zum Teil sehr emotionalen Rede, dass sich die ehrenamtlichen Kräfte 24 Stunden rund um die Uhr um die Rettung von Personen kümmern und Tag und Nacht auch Kopf und Kragen riskieren.

"Wir helfen allen Bürgern egal welcher Herkunft, Religion oder Arbeitsstandes, auch unter Einsatz des eigenen Lebens", sagte Welzel. Abschließend forderte er für solche Leute, die Rettungskräfte angreifen oder behindern, die volle Härte des Staates und der Justiz. "Es läuft etwas schief, wenn, wie in manchen Großstädten schon geschehen, Feuerwehr nur noch in Begleitung der Polizei zum Einsatz fahren kann."

Welzel forderte eine Wertevermittlung in der Gesellschaft, die schon im Kindergarten und in der Schule begonnen werden müsse, sonst würde es in Zukunft schlecht um Ehrenamtler bestellt sein. "Die Rettungskräfte sind die Guten in unserer Gesellschaft, wir helfen", sagte Kreisbrandinspektor Armin Welzel abschließend.

Für die Übung wurde ein Brand bei Dachreparaturarbeiten angenommen. Das Feuer weitete sich schnell auf die angrenzende Sporthalle aus. Rauch und Qualm drang aus mehreren Fenstern des Gebäudes. Angenommen wurde eine größere Zahl an vermissten und verletzten Personen im Gebäude. Nach der Alarmierung der Einsatzkräfte, deren Ankunft und Einweisung - übrigens alles in Echtzeit - drangen die Feuerwehrleute mit den schweren Atemschutzgeräten ins Gebäude ein. Schnell waren die verletzten Personen gefunden, ins Freie gebracht und ärztlich versorgt.

Aufregend auch für die Zuschauer war eine Personenrettung vom Flachdach herab. Da die Drehleiter noch nicht am Einsatzort war, brachten die Retter die Person mit einer Leiter und einer Schleifkorbtrage sicher nach unten. Hier waren Fingerspitzengefühl und eine hohe Konzentration nötig. Nachdem weitere Einsatzkräfte eingetroffen waren, wurde die Wasserversorgung aufgebaut. Wie gut die verschiedenen Feuerwehren zusammenarbeiten, verdeutlicht die Tatsache, dass eine rund 180 Meter lange Schlauchleitung gelegt wurde, die von Feuerwehr zu Feuerwehr übergeben wurde. Aufgrund der Trockenheit war eine weitere, diesmal sogar 320 Meter lange Wasserzuleitung zur Einsatzstelle vonnöten.

Danach erschien auch die Feuerwehr Marktredwitz mit ihrer Drehleiter am Einsatzort und barg die in den Wohnungen eingeschlossenen Personen. Derweil kümmerte sich das Rote Kreuz um eine verletzte Person unter einem Lkw. Mit einem Hebekissen wurde das Fahrzeug angehoben und der Verletzte aus seiner misslichen Lage befreit. Armin Welzel machte in seiner Moderation deutlich, wie wichtig eine gute Koordination und Zusammenarbeit zwischen Rettungskräften ist. "Nur mit blindem Vertrauen untereinander lassen sich Menschen retten."

Insgesamt 140 Rettungskräfte waren angerückt. Mit dabei waren die Feuerwehren Arzberg, Schlottenhof, Seußen, Oschwitz, Haid, Bergnersreuth, Röthenbach, Hohenberg, Schirnding, Neuhaus und Marktredwitz sowie vier BRK-Kräfte aus Arzberg. Nach gut 60 Minuten war die Schauübung beendet. Kreisbrandrat Wieland Schletz zeigte sich sehr zufrieden und lobte die Unaufgeregtheit der Einsatzkräfte. Schletz dankte der Feuerwehr Arzberg, dass sie die breite Öffentlichkeit umgehend informiert, wie ein Einsatz in der Realität aussehen kann. Schletz freute vor allem die gute Zusammenarbeit der elf Wehren untereinander. Sein Fazit: "Die Bevölkerung kann sich auf ihre Feuerwehren verlassen." Auch Schletz setzte sich für eine Wertevermittlung in der Gesellschaft ein: "Da muss unbedingt etwas passieren. Rettungskräfte zu attackieren geht gar nicht."

Im Anschluss lud die Feuerwehr Arzberg zum traditionellen Schlachtschüsselessen ein, verdient hatten es die Kameraden allemal.

Autor

Josef Rosner
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
09. 09. 2018
15:12 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Feuerwehrleute Gesellschaft und Bevölkerungsgruppen Gewalt Inge Aures Kreisbrandinspektoren Kreisbrandräte Landtagsvizepräsidentinnen und Landtagsvizepräsidenten Polizei Rettungsdienste Rotes Kreuz
Arzberg
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Aufbruchstimmung in Arzberg

08.07.2018

Aufbruchstimmung in Arzberg

Beim Festakt gibt es jede Menge Lob für die Stadt. Die Bürger können stolz auf sich sein. » mehr

Informationen aus erster Hand über den Landtag und die historische Bedeutung des repräsentativen Gebäudes gab es für die Gruppe aus Arzberg im Maximilianeum.

15.05.2018

Der "Gigant" kommt aus Arzberg

40 Frauen und Männer reisen nach München, um auf dem Friedhof und an der Universität Max von Bauernfeinds zu gedenken. Der Geodät beeinflusst die Wissenschaft noch heute. » mehr

Wasser und Schlamm liefen am Mittwochabend an etlichen Stellen in Arzberg in Gärten und auf Straßen. Unser linkes Bild zeigt die Feuerwehr beim Abpumpen im Garten von Walter Klaubert (im Hintergrund rechts mit Bürgermeister Stefan Göcking) in der Röthenbacher Straße. Bis zu 60 Zentimeter hoch stand am Donnerstagnachmittag der Schlamm in der Oschwitzer Ortsdurchfahrt. Fotos: pr .

24.05.2018

Schlammwellen fluten Teile Arzbergs

Außergewöhnlich starker Regen schwemmt zwei Tage hintereinander Erde von den Feldern in Gärten und auf Straßen. Die Feuerwehr ist im Dauereinsatz. » mehr

Glückwünsche für die neuen Feuerwehrkameraden, für die Beförderten und die Geehrten für 20 und 25 Jahre aktiven Dienst kamen von (von links) Bürgermeister Stefan Göcking, vom Vorsitzenden Ulrich Rabensteiner, vom Ersten Kommandanten Markus Felgenhauer, von Kreisbrandmeister Alexander Letz sowie von Polizeihauptkommissar Hannes Hörath (rechts) Foto: Peter Pirner

18.04.2018

Feuerwehr rückt zu 71 Einsätzen aus

Mehr als 1140 Stunden leisten die Arzberger Brandschützer Dienst. Der Kommandant beklagt die vielen Fehlalarme. » mehr

An der Spitze des Ortsverbands Arzberg der Arbeiterwohlfahrt (AWO) gibt es seit der Jahreshauptversammlung Veränderungen. Im Bild (von links): Landtagsabgeordnete Inge Aures, Beisitzerin Stefanie Wagner, Schriftführerin Heike Faltenbacher, der neue Vorsitzende Alexander Wagner, sein Stellvertreter Dietmar Bauer, Kassiererin und Tafel-Chefin Christine Bauer, Beisitzerin Doris Meier, Bürgermeister Stefan Göcking, Seniorenclub-Leiterin Viktoria Felgenhauer und Beisitzerin Dagmar Meinhardt-Köhler.

11.03.2018

AWO-Vorsitz bleibt in der Familie

Alexander Wagner folgt seiner Mutter im Amt an der Spitze des Arzberger Ortsverbands. Dieser stellt sich immer mehr Aufgaben - nicht nur bei der Asylbetreuung. » mehr

Mit dem Rettungsspreizer (linkes Bild) öffnen die Feuerwehrleute ein Fahrzeug nach einem Unfall - harte Arbeit, der auch Feuerwehrfrauen (Mitte) gewachsen sind. Mit Atemschutzgeräten (rechtes Bild) wagten sich die Einsatzkräfte in die Gebäude. Fotos: Konrad Rosne r

10.09.2017

150 Aktive beweisen großen Einsatzwillen

13 Feuerwehren und das BRK zeigen ihr Können bei einer Übung in Arzberg. Die Zuschauer staunen. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Miniserie "Arthurs Gesetz" Oberfranken

Die Region in Film und Fernsehen | 20.09.2018 Oberfranken
» 14 Bilder ansehen

Regnitzlosauer Open Air

Regnitzlosauer Open Air | 16.09.2018 Regnitzlosau
» 30 Bilder ansehen

HofRegatta 2018 in Tauperlitz

HofRegatta 2018 in Tauperlitz | 17.09.2018 Tauperlitz
» 168 Bilder ansehen

Autor

Josef Rosner

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
09. 09. 2018
15:12 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".