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Kunst und Kultur

100. Todestag eines großen Musikers

Im alten Schulhaus am Marktplatz in Schwarzenbach am Wald wurde der bekannte Sohn der Stadt geboren: Philipp Wolfrum. Heute ist das Gebäude ein Kulturhaus.



Porträt von Philipp Wolfrum.
Porträt von Philipp Wolfrum.   » zu den Bildern

Schwarzenbach am Wald - Am 17. Dezember 1854 erblickte ein Bub im Kantoratsgebäude am Marktplatz 17 das Licht der Welt. Zu diesem Zeitpunkt konnte noch niemand wissen, dass er in die Musikgeschichte eingehen wird. Philipps Vater, Lehrer und Kantor am Ort, spürte die außerordentliche Begabung seines Sohnes und bildete ihn schon als fünfjährigen Buben im Klavier- und Orgelspiel aus. Der Junge vertrat an der Schwarzenbacher Kirchenorgel immer wieder den Vater. Der Junge erhielt auch Unterricht an der Geige. Philipp Wolfrum sang in Kirchen- und Schülerchören, auch bei Hochzeiten und Beerdigungen. Er sollte auf Wunsch der Eltern Lehrer werden. Deshalb besuchte er zur weiteren Ausbildung die Kulmbacher Präparandenschule. Bei seiner Aufnahmeprüfung war er 14 Jahre alt und zeigte sein hohes musikalisches Talent, als er auswendig Beethovens Klaviersonate in c-Moll vortrug.

Als Lehrer erhielt er seine erste Anstellung in Bad Steben. Von 1877 bis 1879 studierte Philipp Wolfrum an der Königlichen Musikschule in München; er wurde im Bamberger Lehrerseminar Musiklehrer und trat als Konzertpianist auf. Im Jahr 1884 wurde er als Universitätsprofessor nach Heidelberg berufen und wirkte dort bis zu seinem Tode als Pianist, Organist, Musikgelehrter, Musiksachverständiger, Gründer und Dirigent des "Bachvereins", als Orchester- und Chorleiter. Die Musik von Sebastian Bach hatte es ihm besonders angetan, und er erwarb sich als Gelehrter mit seiner Bachbiographie einen besonderen Ruf. Im Jahr 1891 promovierte er an der Universität Leipzig zum Doktor phil.; außerdem wurde ihm der theologische Doktor verliehen.

In der Ferienzeit besuchte er, wann immer es ihm möglich war, seine geliebte Heimat im Frankenwald und arbeitete hier an musikwissenschaftlichen und kompositorischen Werken. Musiker aus allen Landesteilen kamen dann nach Schwarzenbach, um mit ihm zu musizieren. Er liebte die Wälder um den Döbraberg - und seine sportliche Ertüchtigung mit dem Kegelspiel beim Gastwirt Christian Kammerer.

Auf einer Reise durch Deutschland erkältete er sich sehr schwer und erkrankte an einem Nierenleiden. In Halle suchte er 1918 Hilfe wie auch 1919 im Frühjahr in Samaden in der Schweiz, wo er wegen Herzschwäche am 8. Mai 1919 verstarb und dort begraben wurde. Zu Ehren von Philipp Wolfrum wurde in Schwarzenbach eine Straße nach ihm benannt. Sein Geburtshaus am Marktplatz 17 wurde aufwendig saniert und 2010 der Öffentlichkeit als Kulturhaus übergeben. Dort finden musikalische und kabarettistische Veranstaltungen statt sowie Kurse der Volkshochschule. Die Stadt gedenkt Philipp Wolfrum mit einem Konzert am 3. Oktober in der Christuskirche.

Autor

Christine Rittweg
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Veröffentlicht am:
07. 05. 2019
20:48 Uhr

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Christine Rittweg

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07. 05. 2019
20:48 Uhr



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