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Kunst und Kultur

"Denkanstöße sind immer gut"

In der Reihe "Sehquenz" zeigt das Hofer Central- Kino 19 Arthouse-Filme aus Deutschland. Kino-Chef Stefan Schmalfuß hat auch Streifen ausgewählt, die gesellschaftlich relevante Fragen verhandeln.



Interview: mit Stefan Schmalfuß, Geschäftsführer des Central-Kinos
Interview: mit Stefan Schmalfuß, Geschäftsführer des Central-Kinos   » zu den Bildern

Hof - Am 12. März beginnt im Hofer Central Kino wieder die "Sehquenz", die Woche des Deutschen Films. Im Interview spricht Geschäftsführer Stefan Schmalfuß über den deutschen Film, moralische Fragen und Integration.

Filme und Karten

Filme: Auerhaus, Deutschstunde, Frau Mutter Tier, Freies Land, Die Goldfische, Kill me today - tomorrow I’m sick, Lara, Das Leben meiner Tochter, Mein Ende. Dein Anfang, Gut gegen Nordwind, Nur eine Frau, Als Hitler das rosa Kaninchen stahl, Systemsprenger, Das Vorspiel, Und der Zukunft zugewandt, Zu weit weg, Butenland, Limbo, Undine (Premiere)

Karten gibt es ab sofort im Central-Kino und unter www.kino-hof.de.


Herr Schmalfuß, die "Sehquenz", die Woche des Deutschen Films, ist seit vielen Jahren fester Bestandteil Ihres Kinoprogramms. Haben Sie eine besondere Vorliebe für deutsche Filme?

Ich habe generell eine Vorliebe für GUTE Filme - und da hat die deutsche Filmbranche viel zu bieten. Leider haben es weniger kommerzielle Filme oft schwer. Deshalb rücken wir genau diese bei der "Sehquenz" in den Mittelpunkt und hoffen, dass sich das Publikum offen zeigt.

Sind die Besucherzahlen

denn nicht gut?

Sie könnten in der Tat besser sein. Aber ich bin da Idealist: Ein vielfältiges Programm ist mir wichtig. Dennoch finde ich es schade, dass manche Besucher anspruchsvolle und besondere Filme nur auf die Hofer Filmtage reduzieren und nicht wahrnehmen, dass wir auch unterm Jahr viele sehenswerte Arthouse-Produktionen zeigen. Inzwischen hat die "Sehquenz" aber viele Liebhaber gefunden.

Sie wiederholen in der Reihe "Filmtage-Rendezvous" hin und wieder Filme der Filmtage. Wird es auch heuer eine Zusammenarbeit mit Festival-Leiter Thorsten Schaumann geben?

Ja, wir haben zwei Filme im Programm, die schon bei den Filmtagen im Herbst zu sehen waren: den Thriller "Limbo" und den Dokumentarfilm "Butenland". Hier werden auch die Regisseure anwesend sein und zum anschließenden Filmgespräch einladen. Gerade "Butenland" liefert Zündstoff: Hier geht es um ein radikales Gegenmodell zur Nutztierhaltung, bei dem die Bedürfnisse der Tiere im Mittelpunkt stehen - fernab jeglicher wirtschaftlicher Interessen. Ein spannendes Thema bei all der Kritik, die Landwirte oft einstecken müssen. Es ist toll, dass Thorsten Schaumann und sein Team uns da unterstützen.

Setzen Sie bei der "Sehquenz 2020" besondere Schwerpunkte?

Ich versuche immer, eine bunte Mischung anzubieten - von Komödien bis hin zum Drama ist alles dabei. Natürlich werden viele aktuelle Themen eine Rolle spielen. Die Besucher werden sich aber auch mit unbequemen Fragen beschäftigen müssen.

Zum Beispiel?

Ich denke da zum Beispiel an "Das Leben meiner Tochter". In diesem Film geht es um einen Vater, der auf der Suche nach einem Spender-Herz für seine todkranke Tochter die Grenzen der Legalität überschreitet. Was würden wir in einer solchen Situation tun? Wir alle sollten uns mit dem Thema Organspende beschäftigen und aktiv werden.

Welchen Film sollte man

unbedingt ansehen?

Na alle (lacht). Jeder Film im Programm hat eine Besonderheit. Sehr mitreißend ist sicherlich "Nur eine Frau". Hier wird die Geschichte einer jungen Frau mit türkisch-kurdischen Wurzeln erzählt, die darum kämpft, ein selbstbestimmtes, modernes Leben führen zu können. Weil sie sich gegen ihre Familie stellt, wird sie auf offener Straße von ihrem eigenen Bruder erschossen.

Gibt es auch einen Film

für Kinder?

Tatsächlich haben wir in diesem Jahr erstmals einen Kinderfilm im Programm. "Zu weit weg" ist für Kinder ab etwa acht Jahren geeignet. Wir haben diesen Film schon bei den Kinderfilmtagen im Februar gezeigt - auch alle Erwachsene, die aus dem Kino kamen, waren sehr gerührt und inspiriert von dieser warmherzigen Integrationsgeschichte. Denkanstöße sind immer gut, denn Integration beginnt im Kopf.

Wird es Premieren geben?

Ja, kurzfristig konnten wir "Undine" ins Programm nehmen. Paula Beer bekam dafür zur Berlinale den Silbernen Bären als beste Darstellerin in Christian Petzolds neuestem Film, der Samstag, 14. März, um 19 Uhr seine Premierenvorstellung hat. Eine unkonventionelle Neuverfilmung des "Undine"-Mythos.

Das Gespräch führte Rainer Schmidt

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Redaktion
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Veröffentlicht am:
06. 03. 2020
00:00 Uhr

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06. 03. 2020
00:00 Uhr



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