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Kunst und Kultur

Im Mittelpunkt der Mensch

Rosanne Cash erzählt in Nürnberg emotionale Geschichten aus Amerikas Weiten. Das Publikum im Nürnberger Serenadenhof bejubelt die Songwriterin.



Spürte den Wurzeln der amerikanischen Musik nach: Rosanne Cash im Nürnberger Serenadenhof. Foto: Andrea Herdegen
Spürte den Wurzeln der amerikanischen Musik nach: Rosanne Cash im Nürnberger Serenadenhof. Foto: Andrea Herdegen  

Nürnberg - Als sie ankündigt, sie wolle nächstes Jahr mit den Songs ihres neuen Albums wiederkommen, ist das Publikum im ausverkauften Nürnberger Serenadenhof vollends aus dem Häuschen. Im Stehen applaudieren die rund tausend Zuschauer der New Yorker Sängerin Rosanne Cash, die am Dienstagabend hier eines ihrer nur zwei Deutschland-Konzerte dieses Sommers gab.

Ihre vierzehnte CD soll im Oktober herauskommen. Einen Titel hat sie schon dafür: "She remembers everything". Und als Kostprobe spielt sie in Nürnberg zwei Songs daraus: "Rabbit Hole" und "The only Thing worth fighting for". Erneut starke Stücke einer exzellenten Songwriterin, aufgeladen mit Emotionen, die ihre beeindruckend klare Stimme an manchen Stellen von Gefühlen aufgewühlt vibrieren lassen. Cash steckt tief in jeder Geschichte, die sie erzählt.

Ansonsten wird das hundertminütige Programm dominiert vom aktuellen Album "The River & the Thread", einer musikalischen Entdeckungsreise durch den amerikanischen Süden. Und natürlich von der 2009er-CD "The List" mit Coverversionen herausragender Country-Klassiker des 20. Jahrhunderts. Als sie gerade 18 war, hatte ihr Vater Johnny Cash ihr eine Liste gegeben, auf der er die hundert wichtigsten Songs des Genres notiert hatte. "Das ist deine Ausbildung", hatte er ihr gesagt. "Und so war es auch", erinnert sich die Sängerin 45 Jahre später in Nürnberg. Mit warmer Stimme spricht sie über ihren "Dad". Längst ist die vierfache Grammy-Preisträgerin aus dem Schatten des Übervaters herausgetreten, hat erfolgreich selbst Karriere gemacht, stand mit ihren Songs elfmal an der Spitze der US-Countrycharts.

Gemeinsam mit ihrem Mann John Leventhal, der sie im Serenadenhof an der zweiten Gitarre begleitet, spürt Cash den Wurzeln der amerikanischen Musik nach. Jenen "Roots", die vor allem mit dem Süden der USA verbunden sind: mit den melancholischen Balladen aus den Bergen der Appalachen, mit dem Blues aus dem Delta des Mississippi. Die daraus entstehenden Songs sind aufs Wesentliche reduziert und sparsam instrumentiert. Immer steht die Story im Mittelpunkt, die Rosanne Cash erzählen will, sind die Menschen das Zentrum, um das sich ihre bildsatten Texte drehen. So entsteht ein Sog, der einen in diese Szenen aus dem ländlichen Amerika zieht, als wäre man selbst dabei. Perfektes Kopfkino an einem heißen Sommerabend unter den funkelnden Sternen.

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Andrea Herdegen
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Veröffentlicht am:
02. 08. 2018
00:00 Uhr

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Andrea Herdegen

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02. 08. 2018
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