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Kunst und Kultur

Jörg Maurers neue Krimikomödie steckt voller Überraschungen

Ein Kurort in den bayerischen Alpen, zwei Tote und viele seltsame Personen. In seinem neuen Krimi erklärt Erfolgsautor Jörg Maurer: «Am Tatort bleibt man ungern liegen».



Berlin - Ein Kurort in den bayerischen Alpen ist wohl eine der gefährlichsten Gemeinden Deutschlands. Bereits zum zwölften Mal hat Jörg Maurer hier einen ebenso spannenden wie unterhaltsamen Roman voll skurriler Figuren angesiedelt. Der Titel deutet den Schalk schon an: «Am Tatort bleibt man ungern liegen».

Gleich zwei merkwürdige Todesfälle liefern den Auftakt zu einer Handlung, die immer wieder mit neuen Überraschungen aufwartet. Zuerst trifft es Leon Schwalb. Der pensionierte Oberkellner will eigentlich nur etwas in einem Gartenlokal trinken. Aber noch bevor die Kellnerin zu seinem Tisch gekommen ist, sitzt er tot auf seinem Stuhl. Tragisch, aber so ein Hitzschlag ist eigentlich nicht weiter bemerkenswert.

Das ist bei Alina Rusche anders. Die umtriebige und lebenslustige Putzfrau wird in ihrem Garten beim Füttern der Hühner erschlagen - von einem großen Kutschenrad, das eigentlich als Dekoration an der Hauswand hing. Auch hier auf den ersten Blick ein tragisches Unglück.

Aber Polizeiobermeister Hölleisen kommt irgendetwas an Alinas Tod seltsam vor. Konnte das Rad einfach so im richtigen Moment von der Wand gefallen sein? Diese Frage muss Hölleisen allein beantworten, denn nach dem Anschlag auf das Team um Kommissar Jennerwein, den Jörg Maurer in «Im Schnee wird nur dem Tod nicht kalt» geschildert hatte, ist er der einzige arbeitsfähige Ermittler. Ausgerechnet Hölleisen, der immer am wenigsten mit den Errungenschaften der Moderne klargekommen war.

Hölleisen entgeht vieles von dem, was die Leser längst wissen. Insbesondere weiß er nichts von dem jungen Mann mit dem abenteuerlichen Namen Swiff Muggenthaler. Der Bastler hat es geschafft, die Schließfächer der örtlichen Bank aufzubohren und kennt so viele Geheimnisse seiner Mitbürger, die alle einiges zu verbergen haben. Und da hat Swiff einen Plan.

Aber er ist nicht der einzige im Ort mit krimineller Energie. Leon Schwalb hatte einen lukrativen, wenn auch nicht ganz legalen Nebenerwerb, der mit einer ungewöhnlichen Art der Bezahlung in Verbindung steht. Amerikanische Soldaten interessieren sich für ungewöhnliche Dollarscheine, und das Personal der Bank gibt auch einige Rätsel auf. Und dann laufen noch zwei Männer durch die Geschichte, die aussehen und reden wie Don Quijote und Sancho Pansa.

Zum Glück taucht Kommissar Jennerwein doch noch auf. «Er massierte seine Schläfen mit Daumen und Mittelfinger. Langsam fügte sich das Bild zusammen. Er wusste, wie und warum Alina Rusche ums Leben gekommen war.»

Jörg Maurer hat für reichlich Krimispaß gesorgt. Die Handlung springt munter in der Zeit hin und her, ein Toter steuert aus dem Grab interessante Details bei, und die Wahrheit kommt bei einer Seebestattung vor Norwegen ans Licht, die so aufregend verläuft wie «Moby Dick». Der skurrile Humor von Jörg Maurers Krimiserie wird in «Am Tatort bleibt man ungern liegen» bestens fortgesetzt. Band 13 der Reihe kann kommen.

 

Weitere Neuerscheinungen - Kriminalromane

Ein Krimi als Porträt einer spannenden Zeit: «Todesblues in Chicago»

Eine spannende Mischung aus Krimi, Zeitkolorit und Musik bietet Ray Celestin in seinem Roman «Todesblues in Chicago». Der Krimi spielt im Jahr 1929, als innerhalb kurzer Zeit mehrere Handlungsstränge in Gang gesetzt werden. Ein Gangster wird ermordet und verstümmelt aufgefunden, mehrere Kommunalpolitiker werden vergiftet, und eine reiche Erbin verschwindet. Der legendäre Gangsterboss Al Capone fürchtet, in einen Bandenkrieg hineingezogen zu werden und holt einen Handlanger aus New York, der die Angelegenheiten für ihn bereinigen soll. Und die Mutter des Mädchens engagiert zwei Detektive, die Celestin schon in seinem Debüt «Höllenjazz in New Orleans» als Hauptfiguren eingesetzt hatte. Die beiden Detektive bringen nicht nur das Thema Rassismus in den Roman ein, sondern auch die Musik. Einer ihrer Freunde ist der berühmte Trompeter Louis Armstrong, dessen Karriere im Jazz ein Schlaglicht auf die Gesellschaft und ihre vielen Facetten wirft. Ray Celestin hat in seinem Roman ein vielschichtiges Bild Chicagos gezeichnet als Schauplatz packender Geschichten, bevölkert von glaubhaften Charakteren und durchzogen von mitreißendem Jazz.

 

Tod, Jazz und Plattensammler in Andrew Cartmels «Murder Swing»

Eine ebenso spannende wie amüsante Geschichte erzählt der Brite Andrew Cartmel in seinem Roman «Murder Swing». Hauptfigur und Erzähler der Geschichte ist ein junger Mann, der sein Hobby zum Beruf gemacht hat. Er durchstöbert Tag für Tag Second-Hand-Läden, Auktionen und Flohmärkte auf der Suche nach billig angebotenen Vinyl-Schallplatten. Diese verkauft er entweder mit Gewinn weiter oder nimmt sie in seine riesige Jazz-Sammlung auf. Irgendwann einmal hat er sich aus einer Laune heraus Visitenkarten drucken lassen, auf denen er seine Dienste als «Vinyldetektiv» anbietet. Auf eine dieser Karten beruft sich die junge Frau, die ihn engagiert, um für ihren geheim gehaltenen Klienten eine äußerst seltene Swing-Platte aus den 40er-Jahren zu finden. Ebenso fasziniert von der Kundin wie vom Auftrag sammelt der Detektiv Informationen über die Aufnahme und die Jazzszene im Allgemeinen. Dabei erfährt er bald von der Legende, dass der Tod mit der Aufnahme verknüpft ist. So entspinnt sich eine unaufgeregte Suche mit einigen gefährlichen Situationen. Und überall tauchen skurrile Figuren auf, die den Roman zusätzlich unterhaltsam machen.

 

Kniffliger Hamburg-Krimi: «Moses und das Schiff der Toten»

Mit einem ungewöhnlichen Todesfall wird der Hamburger Kriminalkommissar Stefan Moses in dem Roman «Moses und das Schiff der Toten» von Ortwin Ramadan konfrontiert. In einem kleinen Park nahe der Alster wird eine nackte Männerleiche gefunden. Es gibt keinen Hinweis auf eine Gewalttat, aber auch von der Kleidung des Toten gibt es keine Spur. In der Gerichtsmedizin wartet die nächste Überraschung auf die Polizei, denn der Tote ist in Salzwasser ertrunken. Moses und sein Team haben viele Rätsel zu lösen und geraten dabei in viele unterschiedliche Teile der Stadt und ihrer Gesellschaft. Immer wieder folgen sie dabei falschen Fährten. Und das, wo Stefan Moses gerade viele andere Probleme zu lösen hätte. Er muss eine neue Mitarbeiterin ins Team integrieren, mit der er so gar nichts anfangen kann, er muss sein Privatleben sortieren, und er muss damit klarkommen, dass der Fall Erinnerungen an die Zeit in ihm hervorruft, als er selbst als kleiner Junge aus Afrika nach Hamburg kam. Die Hansestadt spielt eine zentrale Rolle im Roman und verleiht ihm so ein ganz eigenes Flair.

 

Autor

Axel Knönagel
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
04. 06. 2019
09:09 Uhr

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Axel Knönagel

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Veröffentlicht am:
04. 06. 2019
09:09 Uhr



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