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Kunst und Kultur

Kultur-Highlight zum Wiesenfest

Alljährlich zum Wiesenfest findet die "Ausstellung Schwarzenbacher Maler" statt. Am Samstag wird Bürgermeister Hans-Peter Baumann die 52. Auflage eröffnen.



Bürgermeister Hans-Peter Baumann und Malerin Ursula Rubner mit dem Sammlerfisch vor Bildern des Gastausstellers Robert Steidl. Foto: asz
Bürgermeister Hans-Peter Baumann und Malerin Ursula Rubner mit dem Sammlerfisch vor Bildern des Gastausstellers Robert Steidl. Foto: asz  

Schwarzenbach an der Saale - Eine so lange Tradition hat keine andere Kunstausstellung in der Region. Schon ihr Name lässt ahnen, dass ihre Anfänge weit in der Vergangenheit liegen, in einer Zeit, in der noch niemand daran dachte, Geschlechtergerechtigkeit in der Sprache zu fordern. Tatsächlich waren es ausnahmslos Männer, die in den Sechzigerjahren zum Pinsel griffen, um in Schwarzenbach Bilder zu malen. Manche von ihnen hatten in Ostoberfranken als Künstler guten Ruf. Ein halbes Jahrhundert später stellen in der Turnhalle der Grundschule, geschlechtsneutral betrachtet, 54 Schwarzenbacher Kunstschaffende aus, unter ihnen eine Mehrheit, nämlich 29, weiblichen Geschlechts. Maler - und Malerinnen - sind zwar die meisten, aber nicht alle. Auch Fotografen und Fotografinnen haben sich einen Platz in der Ausstellung erkämpft, sogar ein einheimischer Bildhauer ist dabei, mit einem Magier aus Bronze, der sein Gesicht als Maske in der Hand hält, nur eine leere Hülle bleibt von seinem Kopf.

Doch wie auch immer die Zeiten sich ändern, einen gut eingeführten Namen gibt man nicht einfach auf. Dabei ist ebenso wie der "Maler" auch der Namensbestandteil "Schwarzenbacher" nicht über jeden Zweifel erhaben. Als Schwarzenbacher im Sinne dieser Ausstellung gilt, wer eine "Beziehung" zum Städtchen nachweisen kann; es genügt, Schüler oder Schülerin in der Malschule des Kulturvereins gewesen zu sein. Die Zahl der Aussteller ist jedenfalls im Lauf der Jahrzehnte enorm gestiegen, und eben daran liegt es vielleicht, dass die zwei Besten und Professionellsten, die in Schwarzenbach ihren Wohnsitz haben, in diesem Jahr nicht teilnehmen mögen. Unbestritten ist dennoch, dass die Schau anlässlich des Wiesenfestes ein Highlight im "Kulturstädtchen" darstellt, wie Bürgermeister Hans-Peter Baumann sagt, mehr als 1000 Besucher werden erwartet an den neun Tagen, an denen sie besucht werden kann.

Bei der Organisation der Ausstellung wird die Stadt von Sabine Oltsch vertreten, die künstlerische Leitung beim Aufbau mithilfe eines fleißigen Teams hat Peter Schmidt, der selbst Bilder malt und schon vor mehr als 30 Jahren zum ersten Mal mit unter den Teilnehmern war. Persönlich kannte er daher die Mehrzahl der "alten Meister" wie Alfred und Anton Richter, Karl Bedal und Adrian Senger, an die auch in der 52. Auflage wieder erinnert wird. Bilder der Jubilare Alfred Kutzscher und Herbert Schildbach, die in diesem Jahr einen runden Geburtstag hätten feiern können, werden parallel in der Kunstgalerie Altes Rathaus gezeigt. Aber ein Schwerpunkt der Schau liegt auf den Jungen bis ganz Jungen, die sich zum Teil erst seit wenigen Jahren der Kunst widmen. Dass es an Nachwuchs auch künftig nicht mangeln wird, verdeutlicht die kleine Leistungsschau im Eingangsbereich der Turnhalle mit Bildern des Arbeitskreises "Kinder-Jugend-Kreativ", der seinen zehnten Geburtstag feiert.

Neben den mehr oder weniger echten "Schwarzenbacher Malern" sind an der Ausstellung auch zwei Gäste beteiligt - der Maler und Zeichner Robert Steidl aus Marktleuthen und Andreas Pößnecker aus Naila, ein Polsterer und Raumausstatter-Meister, der aus Messing archaische und witzige Figuren gießt; 1967, im Gründungsjahr der Schau, kam er zur Welt. Zum immerhin auch schon 13. Mal wird ein "Sammlerfisch" angeboten, diesmal als "Wellenreiter", bemalt von Ursula Rubner, und wie üblich dürfen die Besucher ein Kunsträtsel zu lösen versuchen. Bei der Eröffnung am Samstag um 15 Uhr sorgt ein Duo für Flöte und Violine für die musikalische Umrahmung, danach spielt das BGS-Trio im Schulhof der Mittelschule.

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Öffnungszeiten: am Samstag, Sonntag und Montag von 11 bis 20, in der Woche danach dienstags bis freitags von 17 bis 19 und am Sonntag von 11 bis 17 Uhr.

Autor

Ralf Sziegoleit
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Veröffentlicht am:
10. 07. 2018
19:28 Uhr

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Ralf Sziegoleit

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10. 07. 2018
19:28 Uhr



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