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Kunst und Kultur

"Tristan und Isolde" tun sich in Bayreuth schwer

Tristan und Isolde sterben den Liebestod, doch sie tun sich damit schwer. Bei der Bayreuther Aufführung der Oper von Richard Wagner erwischen die beiden Hauptdarsteller nicht ihren besten Tag. Und Regisseurin Katharina Wagner ist Kummer ohnedies gewohnt.



Stephen Gould, Petra Lang
Stephen Gould und Petra Lang stehen in einer Probe zu «Tristan und Isolde» auf der Bühne.   Foto: Enrico Nawrath/Festspiele Bayreuth/Archiv

Das Publikum der Bayreuther Festspiele kennt keine Gnade, wenn ihm eine Inszenierung nicht gefällt. Davon bleibt auch die Hausherrin auf dem Grünen Hügel, Katharina Wagner, wieder einmal nicht verschont. Und so musste sich die Regisseurin der Inszenierung des Liebesdramas «Tristan und Isolde» am Donnerstagabend viele Buhrufe anhören, als sie zum Schluss nach fast vier Stunden Musik die Bühne betrat.

Die Urenkelin von Richard Wagner macht es den Zuschauern aber auch nicht leicht. Das Bühnenbild im 1. Akt besteht aus einem unüberschaubaren Labyrinth an Treppen und Gängen auf vielen Ebenen, die sich noch dazu verschieben lassen. Keine Spur von einem Schiffsdeck, wie es im Libretto heißt.

Im 2. Akt sind an zwei schwarzen Wänden jede Menge Aluminiumstangen befestigt. Eigentlich spielt die Handlung in einem Garten. Tristan und Isolde bewegen sich die meiste Zeit in einer Art Gitterkäfig, immer wieder nestelt Tristan an dem Gestänge herum.

Im 3. Akt ist es lange Zeit nur dunkel, die Sänger sind kaum zu erkennen. Und zu allem Ungemach für Bayreuth-Traditionalisten dürfen die Geliebten am Ende nicht einmal zusammen sterben, vielmehr wird Isolde von König Marke gewaltsam weggezerrt.

Die Handlung ganz kurz: Tristan verliebt sich in Isolde, sein Pech ist nur, dass die Geliebte als Braut für seinen Chef, den König, vorgesehen ist. Der erwischt beide in flagranti, sie müssen sterben.

Keinen guten Tag hatten Stephen Gould und Petra Lang in den Titelrollen erwischt. Der Tristan-Darsteller mühte sich von Anfang an vergeblich um tenoralen Glanz. Spitzentöne klangen matt, auch im mezza voce wirkte Goulds Stimme müde, Intonationstrübungen kamen hinzu. Und Langs Isolde-Interpretation mangelte es an Strahlkraft, oft klang ihr Sopran recht angestrengt.

Eine Wucht hingegen Georg Zeppenfeld als König Marke: Obwohl er erst gegen Ende des 2. Aktes auftritt, übt Zeppenfeld von der ersten Sekunde an eine kaum zu überbietende Bühnenpräsenz aus, sein Bass ist wahrhaft königlich. Keine Wünsche offen ließen auch Christa Mayer als Isoldes Vertraute Brangäne und Greer Grimsley in der Rolle des Tristan-Gefährten Kurwenal.

Vielleicht hätte Christian Thielemann am Pult im verdeckten Orchestergraben seine Instrumentalisten angesichts der Stimmenprobleme auf der Bühne ein wenig zurücknehmen müssen. Dennoch versteht es der Musikdirektor der Festspiele wie derzeit kein anderer Dirigent auf dem Grünen Hügel, das unsichtbare Orchester in allen seinen Schattierungen absolut präsent in den großen Zuschauerraum zu stellen. Das wird schon beim Vorspiel hörbar und setzt sich nicht nur in den wunderschön gespielten Englischhorn-Soli im 3. Akt fort. 

Am Ende gibt es neben den Buhrufen für Katharina Wagner viel Beifall für die Sängerinnen und Sänger sowie Publikumsliebling Thielemann. Doch auch darunter mischt sich die eine oder andere Missfallensbekundung. 

Die 2015 neu inszenierte Oper «Tristan und Isolde» sowie der ein Jahr darauf neu gedeutete «Parsifal» machen nächstes Jahr Platz für den neuen «Ring des Nibelungen». Der junge Österreicher Valentin Schwarz soll den vierteiligen Opernzyklus dann auf die Bayreuther Bühne bringen. Die Festspiele waren vorige Woche mit einer Neuinszenierung des «Tannhäuser» eröffnet worden. Sie dauern bis zum 28. August.

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Paul Winterer
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Veröffentlicht am:
02. 08. 2019
08:53 Uhr

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Paul Winterer

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02. 08. 2019
08:53 Uhr



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