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Fichtelgebirge

Mineraloge schlägt Kösseine als Atommüll-Endlager vor

Der emeritierte Professor Klaus Heide empfiehlt eine Entsorgung im Granit. Brigitte Artmann von den Grünen hält davon gar nichts.



Marktredwitz/Weiden - Der Paukenschlag kam zum Ende des Vortrags: Der emeritierte Professor Klaus Heide aus Jena sprach beim Freundeskreis der Akademie Tutzing in Weiden über das Thema "Abschalten, Entsorgen, Vergessen? - Die Kernenergie und ihr Müll, wohin damit?". Der Mineraloge widmete sich dem Problem, ein sicheres Endlager für hochradioaktiven Atommüll zu finden und zog folgendes Fazit: "Ich halte Granit für die am besten geeignete Umgebung." Die Kösseine im Fichtelgebirge wäre der beste Platz für ein Endlager, meinte er.

In Temelin

Am heutigen Samstag sind deutsche, tschechische, österreichische, britische und niederländische Temelin-Kritiker zur 8. Temelin-Konferenz im Hochsicherheitsbereich des Atomkraftwerks in Südböhmen zu Gast. Wie Brigitte Artmann, Organisatorin der Konferenz, mitteilt, hat der Betreiber CEZ ein Film- und Foto-Verbot erlassen. Die "Abendschau" des Bayerischen Fernsehens werde aber am Montag über die Exkursion berichten.

 

Als die Grünen-Kreisrätin Brigitte Artmann aus Marktredwitz am Freitagfrüh während der Fahrt zur Temelin-Konferenz von dem entsprechenden Bericht in den "Oberpfalzmedien" erfuhr, konnte sie nur mit dem Kopf schütteln. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass das deutsche Endlager für hochradioaktiven Atommüll im Raum Neusorg so nahe dem Einzugsgebiet der Trinkwasserquellen der Städte Waldershof und Marktredwitz gebaut werden könnte", schrieb sie der Frankenpost per Smartphone einen spontanen Kommentar. Der Betreff in der E-Mail trug den Zusatz "Wahnsinn".

Der Wissenschaftler hatte im Vortrag Salzstöcke als problematisch für ein Endlager bezeichnet und die Möglichkeit der Verglasung von Atommüll ins Spiel gebracht. Glasfelsen hätten sich vor über 200 Millionen Jahren gebildet und seien bis heute vollständig erhalten. Glasgestein auf dem Mond sei über eine Milliarde Jahre alt, sodass Glas als Schutzmantel von Atommüll in Betracht zu ziehen sei. "Aber technologisch wird dies noch nicht beherrscht." Es müsse auch untersucht werden, ob die Strahlung die Glasstrukturen zerstöre. Heide berichtete auch, dass er Granit in Armenien kennengelernt habe. Heiße Brenn-stäbe seien in Granit gebracht worden und hätten dann zu einer Verglasung geführt. Dies brachte Heide schließlich zu seiner Kösseine-Schlussfolgerung, wobei er einräumte: Die erforderlichen hohen Schmelztemperaturen und die fehlende Akzeptanz der Bewohner seien große Hindernisse. Zu den Glas-Granit-Ideen des Professors stellte Artmann klar: "Verglasung wurde von den Experten in den Workshops der Endlagerkommission, an denen wir Wunsiedler teilnahmen, explizit ausgeschlossen." ryb-

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29. 09. 2017
17:39 Uhr

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29. 09. 2017
17:39 Uhr



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