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Fichtelgebirge

Erste Kochmütze für Hotel Bauer

Mit 13 von 20 Punkten belohnt der Gault Millau die Kochkünste der Familie Pielorz in Tröstau. Diese Bewertung bekommt im Kreis Wunsiedel nur noch das Egertal in Weißenstadt.



Antje und Andre Pielorz legen Wert auf sorgfältige Zubereitung der Speisen. Die Würdigung im Gault Millau sehen sie als Anerkennung dafür. Foto: Bri Gsch
Antje und Andre Pielorz legen Wert auf sorgfältige Zubereitung der Speisen. Die Würdigung im Gault Millau sehen sie als Anerkennung dafür. Foto: Bri Gsch  

Tröstau - "Diese Auszeichnung ist das Schaumküsschen." Antje Pielorz strahlt, wenn sie Seite 575 im neuen Gault Millau für das Jahr 2018 aufschlägt. Hier ist ihr Restaurant Bauer aus Tröstau zu finden. Erstmals haben die Testesser dem Schmankerl-Hotel eine Kochmütze verliehen.

Weitere Mützen

Über eine Kochmütze freut sich auch das Gasthaus Egertal in Weißenstadt. Hier beglücke Theodor Rupprecht junior mit Gerichten der großen Welt - nicht mit modernen, sondern traditionsbewährten wie Gänseleberterrine mit Sauce Cumberland und Martini-getränkten Aprikosen, schreiben die Tester des Gault Millau und bewerten das Lokal ebenfalls mit 13 Punkten.

Einen Punkt mehr geben die Restaurantkritiker Heini Schöpf auf Schloss Neudrossenfeld.

16 Punkte und damit zwei Kochmützen erreicht der TV-Koch Alexander Herrmann in Wirsberg.


13 von 20 Punkten sowie die Bewertung "sehr gut" war dem bekannten Restaurantführer das Engagement von Antje und Andre Pielorz wert. "Was unaufgeregt klingt, gefällt alles durch Wohlgeschmack, weil handwerklich sorgfältig zubereitet und von der Patronne gastfreundlichst empfohlen", schreiben die Kritiker. Als Beispiele nennen sie die Leberknödelterrine, die Waldpilz-Suppe mit Crème fraîche, die Kürbissuppe mit Orangencurry und Feigenravioli, das Ochsensteak mit Pfefferschoten, den Tafelspitz mit "prononcierter" Meerrettichsauce und die zarten Filetspitzen in Pfeffersahne.

Zwar können sich die Tester kleine Seitenhiebe auf die Provinz nicht verkneifen, doch sie würdigen die Leistung der Gastgeber umso mehr: Es erstaune nicht der "hier im tiefsten Fichtelgebirge nötige Küchenkompromiss, sondern die Weinleidenschaft der Bauers", heißt es im Gault Millau: "Sie kredenzen eine unerwartet eigenständige Auswahl an Interessantem."

Die Auszeichnung motiviere sie sehr, sagt Antje Pielorz. Schließlich arbeiteten sie und ihr Mann 80 bis 120 Stunden pro Woche, um in dem Familienbetrieb gute Qualität zu bieten. Schon immer legten sie viel Wert auf frische Produkte. "Bei uns gibt es keine Päckchensaucen und kein Glutamat", erzählt die 54-Jährige. Ihr Mann sei am Herd ein Perfektionist. "Seine Suppen und Saucen sind der Hammer." Der 57-jährige Andre Pielorz verrät sein Geheimnis: Um einen guten Fond zu bekommen, kocht er aus Kalbsknochen zwei Tage lang eine reduzierte Basis. Diese diene als Grundlage für vielerlei Saucen-Variationen - ob mit Pilzen, Sahne, Pfeffer oder Alkohol. Von Mountainbike-Touren bringt der sportliche Koch außerdem heimische Gewächse wie Fichtensprossen, Bärlauch oder Beifuß für seine Kompositionen mit.

Bekannt für gute Küche ist das Haus in Tröstau seit Langem. 1953 eröffnete Antje Pielorz' Großvater das Bergcafé, 1970 machte ihr Vater ein Restaurant daraus. Seit 1986 führen Antje und Andre Pielorz das Schmankerl-Hotel weiter.

Gleich im ersten Jahr und in vielen folgenden bekam das Ehepaar den Bib Gourmand von Michelin. Auch im Restaurantführer Gusto ist das Haus regelmäßig zu finden. In der Ausgabe von 2018 wird die "solide handwerkliche Substanz gelobt, mit der alles "frisch und natürlich" zubereitet werde. In der Geroldsteiner Bestenliste, die verschiedene Restaurantführer auswertet, findet sich das Schmankerl-Hotel aktuell auf Platz 1172 von 3800 Lokalen in ganz Deutschland. "Bayernweit sind wir unter den Top 250", erzählt Antje Pielorz.

Restaurantkritiker kommen inkognito. Doch wenn ein einzelner Gast an einem Werktag einen Tisch für 12 Uhr reserviert, fragt sich die Chefin schon, ob es sich um einen Test-Esser handeln könnte. Denn um diese Zeit sei sie selten ausgebucht - ihr Hauptgeschäft laufe abends und Sonntagmittag. Viele Lobeshymnen im Gästebuch bewiesen, dass nicht nur Experten die klassische Küche von Andre Pielorz schätzten. Ihr Lokal bleibe auch mit der neuen Kochmütze "ein ganz normaler Familienbetrieb, betont seine Frau: "Schicki-Micki sind wir nicht."

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Brigitte Gschwendtner
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Veröffentlicht am:
09. 02. 2018
19:00 Uhr

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Brigitte Gschwendtner

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Veröffentlicht am:
09. 02. 2018
19:00 Uhr



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