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Bildungskampagne für die Umwelt

In Bad Alexandersbad plant das EBZ eine Reihe von Veranstaltungen. Schlüsselpersonen geben zum Auftakt ihre Statements ab.



Ein Symbol der Nachhaltigkeit waren die Äpfel als Gastgeschenk für die Schlüsselpersonen beim Auftakt der EBZ-Bildungskampagne. Im Bild (von links): Dekan Peter Bauer, WGG-Leiterin Tabea-Stephanie Amtmann, EBZ-Chef Andreas Beneker, EBZ-Ökologie-Expertin Heidi Sprügel mit einer kleinen Weltkugel aus Holz, Bürgermeister Peter Berek und BN-Kreisvorsitzender Fred Terporten-Löhner. Foto: Rainer Maier
Ein Symbol der Nachhaltigkeit waren die Äpfel als Gastgeschenk für die Schlüsselpersonen beim Auftakt der EBZ-Bildungskampagne. Im Bild (von links): Dekan Peter Bauer, WGG-Leiterin Tabea-Stephanie Amtmann, EBZ-Chef Andreas Beneker, EBZ-Ökologie-Expertin Heidi Sprügel mit einer kleinen Weltkugel aus Holz, Bürgermeister Peter Berek und BN-Kreisvorsitzender Fred Terporten-Löhner. Foto: Rainer Maier  

Bad Alexandersbad - "Die Welt um uns herum ist nicht nur eine Ressource, die wir ausbeuten können. Sie ist auch ein Gut, das uns anvertraut ist." Mit diesen Worten hat der Leiter des Evangelischen Bildungs- und Tagungszentrums (EBZ) Bad Alexandersbad, Andreas Beneker, die Haltung umschrieben, die seine Einrichtung antreibt, gerade Umweltthemen in der Erwachsenenbildung anzubieten. Das, was jeder für die Umwelt tun könne, seien sicher Kleinigkeiten. Aber jede einzelne nütze der Nachhaltigkeit auf unserer Erde. "Das Kleine ist eben nicht nur der Tropfen auf den heißen Stein, sondern das Samenkorn, aus dem Großes erwachsen kann."

"Wie wollen wir leben?" - Das Programm zur Umweltbildung am EBZ

Mit der vom Umweltministerium geförderten Kampagne will das EBZ Menschen zu kreativem Denken anregen und facettenreiche Antworten bekommen auf die Frage "Wie wollen wir leben?". Dabei soll erfasst werden, wodurch unser Planet bedroht ist und was man dagegen tun kann.

Das EBZ hebt im Seminarjahr 2018 die Ernährung hervor. Essen ist ein sehr persönlicher Bereich, der auf bedrängende Weise mit weltweiten Problemen verflochten ist. Daraus entsteht, wie es in einer Pressemitteilung weiter heißt, eine besondere Verantwortung. In unserer Küche, auf unserem Tisch fängt Zukunft an. Was wir essen, hat Wirkungen weit über den Tellerrand hinaus. So ist der Klimawandel auch ein Ergebnis unseres Essens und Trinkens.

Das EBZ wird das Thema unter folgenden Aspekten erschließen: Natur, Landwirtschaft, Markt, Küche, Tisch, Kultur, Bildung, Spiritualität. Seminargäste und Partner des Bildungszentrums analysieren Ursachen, Auswirkungen und Lösungen globaler Sachverhalte

Es ist geplant, unter der Überschrift "Rezepte für die Zukunft" ein Heft als Ergebnis der Kampagne zu veröffentlichen.

Zudem sollen im Innenhof des Tagungshauses ausgewählte Nahrungspflanzen neben den Brunnen gesetzt werden, die symbolisch stehen für Lebensfülle, Hoffnung, Frieden und Segen der Erde.


Gott habe das ganze Wunder des Lebens in diesem Samenkorn bereits angelegt. Das EBZ lade die Menschen ein, zu erfahren, was sie bewirken können. "Begegnen Sie der Schöpfung mit offenen Ohren, offenen Augen und vor allem offenen Herzen", forderte Beneker die Gäste der Eröffnungsveranstaltung der Umweltbildungs-Kampagne 2018 auf.

Der EBZ-Chef dankte vor allem seiner Expertin für ökologische Bildung, Heidi Sprügel, die das Thema betreue und "den pädagogischen Bogen" über das Seminarjahr gespannt habe.

Sprügel hatte zum Kampagnen-Auftakt Schlüsselpersonen aus Kirche und Kommunalpolitik, aus Schule, Landwirtschaft und Naturschutz eingeladen. In kurzen Statements sollten sie erläutern, wie sie versuchen, den Gedanken der Nachhaltigkeit in den Menschen der Region zu verankern.

Tabea-Stephanie Amtmann, Schulleiterin des Walter-Gropius-Gymnasiums in Selb, sagte, Umweltschutz und Nachhaltigkeit gehöre am WGG zum pädagogischen Alltag. "Wir machen unseren Schülern bewusst, dass scheinbare Selbstverständlichkeiten wie sauberes Wasser unseres Schutzes bedürfen." Natur werde erlebbar gemacht. Beim Wandertag etwa werde auf einer Orchideenwiese bei Oberweißenbach die Artenvielfalt in der Region zu einem Aha-Erlebnis für die Schüler.

Fred Terporten-Löhner, der Kreisvorsitzende des Bundes Naturschutz (BN), bemängelte, dass viele Menschen zwar von der Existenzbedrohung der Eisbären und des Regenwalds wüssten, die Zusammenhänge vor ihrer Haustür aber nicht begreifen würden. "Auch hier sterben Arten aus. Aber die sind den meisten gar nicht mehr bekannt. Wie soll man denn etwas schützen, das man gar nicht kennt?" Terporten-Löhner plädierte dafür, schon die Kinder an die Natur heranzuführen: "Weg vom Bildschirm, hin zum Feldrain."

Das Statement von Kreisbäuerin Karin Reichel verlas EBZ-Mitarbeiterin Käthe Pühl. Reichel betonte darin, die bäuerlichen Familienbetriebe nutzten schonend die Ressourcen der Region. Als "Erlebnisbäuerin" erkläre sie oft Schülern und deren Pädagogen den nachhaltigen Kreislauf der bäuerlichen Landwirtschaft. "Wichtig ist, stets zu hinterfragen, was ich täglich auf den Tisch bringe." Sie rief dazu auf, Produkte aus der Region zu bevorzugen und den Speisezettel gemäß des Angebots der Jahreszeit zusammenzustellen.

Der Wunsiedler Dekan Peter Bauer sagte, er habe im Luther-Jahr gelernt, dass Nachhaltigkeit ein Begriff sei, der in der Reformation entstanden ist. "Die ganze Welt ist ein uns von Gott anvertrautes Gut. Wir müssen es schützen und bewahren." Die evangelische Kirche setze sich für ein bewussteres Leben und für einen bewussteren Umgang mit Gottes Schöpfung ein. Dazu gehöre auch die globale Verteilungsgerechtigkeit.

Der Bürgermeister von Bad Alexandersbad, Peter Berek, griff diesen Gedanken auf: "Wir sind eine verdammt reiche Gegend." Auch wenn es den Kommunen hier oft an Geld mangele, dürfe man das nie vergessen. "Wir sind ein Heilbad mit prima Klima. Wir definieren uns über Natur - und das ist gut und richtig so." Die Gemeinde tue alles, um nachhaltig zu wirtschaften, etwa durch die regenerative und regionale Versorgung mit Wärme und Strom.

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Rainer Maier
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Veröffentlicht am:
20. 03. 2018
00:00 Uhr

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Veröffentlicht am:
20. 03. 2018
00:00 Uhr



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