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Fichtelgebirge

Kunststoff in maßgeschneiderter Qualität

Die Master Tec GmbH besteht seit 30 Jahren. Heute beliefert das Wunsiedler Unternehmen Kunden in der ganzen Welt.



Manfred Söllner (links) überreichte das Geschenk der Stadt an Dr. Wolfram Ley und dessen Ehefrau Gisela. Foto: Pirner
Manfred Söllner (links) überreichte das Geschenk der Stadt an Dr. Wolfram Ley und dessen Ehefrau Gisela. Foto: Pirner  

Wunsiedel - Das Gebäude der Master Tec GmbH kennt wahrscheinlich jeder Wunsiedler. Die senkrechten, farbigen Streifen an der Fassade hinter dem Luisenburg-Gymnasium sind sehr prägnant. Aber halt, das sind doch die Farbenwerke, oder? Und was ist eigentlich Master Tec?

Die Farbenwerke in Wunsiedel wurden vor 113 Jahren gegründet. Sie stellen Farben her, genauer gesagt Mischungen aus Farbpigmenten, die in der Bauchemie beispielsweise für Putze oder Fugenmörtel eingesetzt werden. Master Tec ist das Schwesterunternehmen dazu. Auch diese Firma stellt Farben her, sogenannte Masterbatches für die Kunststoff verarbeitende Industrie. Der Unterschied in den Produkten beider Unternehmen ist, dass die Pigmentmischungen der Farbenwerke in Pulverform vorliegen, die Masterbatches sind Granulate, bei denen ein zusätzlicher Ausgangsstoff hinzukommt, ein Kunststoff.

Dieser Unterschied erfordert andere Produktionslinien, andere Technologien, anderes Know-how. Das ist auch der Grund, dass dafür vor 30 Jahren ein eigenes Unternehmen gegründet wurde, obgleich manche Bereiche in beiden Firmen deckungsgleich sind; doch daraus entstehen Synergieeffekte.

"Das Jahr 1988 war der Beginn einer wirtschaftlichen Erfolgsgeschichte", mit diesen Worten begrüßte Geschäftsführer Stefan Schmeisl die Mitarbeiter und Gäste bei der Jubiläumsfeier. "Heute Abend werden wir einen Überblick über unsere Unternehmensgeschichte geben."

Manfred Söllner, der zweite Bürgermeister von Wunsiedel, gratulierte dem Unternehmen zum 30. Geburtstag. "Sie haben die Gründung gewagt, und Sie haben gewonnen", beglückwünschte er Dr. Wolfram Ley, den damaligen Gründer und jetzigen Vorsitzenden der Geschäftsführung. "Nicht nur Sie, auch die Stadt Wunsiedel hat davon profitiert: Arbeitsplätze, Innovationsstärke, ein markantes Gebäude, nicht zuletzt die Gewerbesteuer", zählte er die Vorteile auf. Als Geschenk hatte er eine Torte mitgebracht, die die Fassade des Master-Tec-Gebäudes zeigte.

Sven Wolf, der Geschäftsführer der Leistritz Extrusionstechnik GmbH aus Nürnberg, von der Master Tec von Beginn an ihre Maschinen, unter anderem Extruder, bezieht, schenkte der Master Tec GmbH zum Jubiläum ein gerahmtes Plakat, auf dem die technische Zeichnung eines Extruders den von Nikolaus Kopernikus vermuteten Planetenbewegungen gegenübergestellt ist.

Dr. Wolfram Ley stellte dann heraus, dass die Master Tec eine der wenigen europäischen Spezialfirmen für Masterbatches sei, und sagte: "Wir bewegen uns in einem intensiven Wettbewerb und wollen unseren Erfolg in Zukunft weiter ausbauen."

Roman Krassa, der Leiter des Labors Masterbatches, stellte mit Michael Krauß und Peter Grosser zwei Mitarbeiter vor, die von Anfang an dabei sind. Dann präsentierte er die wesentlichen Entwicklungsschritte des Unternehmens: Aufbau des Labors, Umbau alter Lagerräume, Kauf der ersten Maschinen, erste Produktionen, Entwicklung verschiedener Produkt-Arten, Trägermaterialien und Granulier-Techniken. Laut Krassa wurden bis heute in 11 500 Produktionen rund 24 000 Tonnen Produkte erstellt, und dafür wurden fast 6000 Farb- und Produktentwicklungen durchgeführt.

Der technische Geschäftsführer Dr. Josef Kuchler verwies auf die Herausforderungen, denen sich das Unternehmen immer wieder stellen müsse: "Maßgeschneiderte Produkte mit höchstem Qualitätsstandard für unsere Kunden, das war und ist unser Anspruch".

Dazu brauche es immer wieder neue Technologien und innovative Produkte, aber auch hervorragende Mitarbeiter. "Ist das, was wir tun, zukunftsfähig?" Mit dieser Frage lenkte Dr. Kuchler den Blick auf die gesellschaftliche Diskussion über Kunststoff. "Es wird oft über die Belastungen gesprochen, die Kunststoff mit sich bringt. Aber die digitale Welt könnte ohne langlebige, funktionelle Kunststoffe so gar nicht funktionieren. Und daran arbeiten wir mit!"

Autor

Peter Pirner
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
28. 10. 2018
19:22 Uhr

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Peter Pirner

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28. 10. 2018
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