Topthemen: Fall Peggy KnoblochHofer Kaufhof wird HotelNeue B15-AmpelHilfe für NachbarnStromtrasse durch die RegionGerch

Fichtelgebirge

Schirnding: B-303-Baustelle unter der Lupe

Wie geht es weiter mit dem Straßenbau bei Schirnding? Am Montag sehen sich Mitglieder des Bundestags um. Im Januar könnte eine Entscheidung fallen.



Schirnding - Der Ausbau der Bundesstraße 303 von Schirnding in Richtung Westen erhitzt seit Jahren die Gemüter. Schon im Bundesfernstraßenbau verankert, empfahl, wie berichtet, der Bundesrechnungshof den vierspurigen Ausbau bei Schirnding einzustellen. "Der Nutzen rechtfertigt nicht die Kosten", begründeten die Prüfer den Schritt.

Um sich ein Bild von den Verhältnissen zu machen, trafen sich am Montagmittag an der Baustelle die Mitglieder des Rechnungsprüfungsausschusses des Bundestags mit Politikern aus der Region. Mit von der Partie waren die Bundestagsabgeordneten Lisa Badum (Grüne), Silke Launert (CSU), die beiden Bürgermeister Karin Fleischer, Schirnding, Jürgen Hoffmann, Hohenberg, Vertreter des Verkehrsministeriums, aber auch Albrecht Schläger und Willi Müller von der BI Initiative Zukunft Fichtelgebirge, die sich seit Jahren vehement für den Ausbau der B 303 als Lückenschluss von der Grenze bei Schirnding bis zur A 93 einsetzen.

Da der Ortstermin nichtöffentlich war, luden anschließend die Grünen-Kreisrätin Brigitte Artmann und die Bundestagsabgeordnete Lisa Badum aus Forchheim zu einem Pressegespräch in Marktredwitz ein.

Der Standpunkt des Prüfungsausschusses sei klar. "Der Nutzen rechtfertigt die hohen Kosten nicht", sagte Badum. Das habe sich auch bei dem Ortstermin bestätigt, da von einem hohen Verkehrsfluss keine Rede sein könne. Insgesamt sei der Ausbau mit 33 Millionen Euro vorgesehen gewesen, 15 Millionen davon für den ersten Bauabschnitt. Davon seien bereits sieben Millionen Euro verbaut. Die derzeitige Verkehrsbelastung werde mit 5300 Fahrzeugen am Tag angegeben. Schon jetzt aber sei das Teilstück für eine Verkehrsbelastung von rund 20 000 Fahrzeugen ausgelegt. Eine Prognose für das Jahr 2030 erwarte rund 7000 Fahrzeuge. Während sich die beiden früheren Landtagsabgeordneten Schläger und Müller ins Zeug legten für den Ausbau, sprächen die Zahlen eine andere Sprache, folgerte Lisa Badum.

Dem wollte der Hohenberger Bürgermeister Jürgen Hoffmann (SPD) nicht folgen. "Es wäre ein schlimmes Zeichen für die Region, wenn man eine bereits begonnene und versprochene Straße von Ost nach West nicht mehr bauen würde", sagte er auf Anfrage der Frankenpost . Für das Zusammenwachsen von Ost und West sei der Ausbau unabdingbar. Auch wenn derzeit Verkehrszahlen dagegen sprächen, so dürfe man die Erschließungsfunktion der Straße nicht vergessen. Hoffmann führte weiter den Ausbau des Egerer Industrie- und Gewerbegebiets an. Auch die Straßenbauer und Politiker hofften auf einen Weiterbau in Richtung Westen. Denn die bereits beschlossenen Pläne im Nachbarland sehen vor, dass die Autobahnlücken zwischen Prag-Karlsbad-Eger bis zur Landesgrenze in Richtung Schirnding bis zum Jahr 2028 geschlossen sein sollen.

Auch wenn die Zahlen derzeit nicht beeindruckend seien, so verweist der Bürgermeister darauf, dass es an der Grenze von Hof bis Passau derzeit nur einen einzigen leistungsfähigen Ausbau zwischen Ost und West, nämlich die A 6 zwischen Nürnberg, Waidhaus über Pilsen nach Prag gebe. Umso mehr sei der Ausbau bei Schirnding notwendig, wenn man die Region nicht verkehrsmäßig ins Abseits rücken wolle. Hoffmann: "Das wäre ein Rückschlag für die Entwicklung unserer Region."

Die Bedeutung der Verbindung für das Zusammenwachsen in der EU unterstrich Silke Launert. Grünen-Kreisrätin Brigitte Artmann und die Bundestagsabgeordnete Lisa Badum fordern eine Wiederholung des Ortstermins, weil zwar die beiden Vertreter der IZF dabei waren und ihre Argumente vortragen konnten, nicht aber die Bürgerinitiative gegen den Ausbau. In der Januarsitzung des Prüfungsausschusses sollen die Argumente auf den Tisch kommen und der Entscheidungsfindung dienen.

Autor

Herbert Scharf
Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
17. 12. 2018
17:12 Uhr

Für »Meine Themen« verfügbare Schlagworte

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Schlagwort zu
Meine Themen

zu Meine Themen hinzufügen

Hinzufügen

Sie haben bereits von 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie verfolgen dieses Thema bereits

Entfernen

Für die Nutzung von "Meine Themen" ist ihr Einverständnis zur Datenspeicherung nötig.

Weiter
Albrecht Schläger Bundesrechnungshof Bundestagsabgeordnete CSU Deutscher Bundestag Lisa Badum Mitglieder Ortstermine SPD Silke Launert Straßenbau Willi Müller
Schirnding
Diesen Artikel teilen / ausdrucken


 
Mehr zum Thema
Noch stehen die Schilder, die den Ausbau der Bundesstraße 303 zur Autobahn ankündigen. Foto: Uwe von Dorn

03.01.2019

BI fürchtet die Macht der Lobbyisten

Nach Ansicht der Gegner eines Ausbaus der B 303 spricht kein vernünftiger Grund mehr für das Vorhaben. Dennoch glauben sie, dass ihr Kampf noch lange dauert. » mehr

Mutterseelenallein steht die unvollendete Brücke bei Schirnding in der Landschaft. Und das wird noch eine Weile so bleiben. Foto: Andreas Gewinner

11.11.2018

Baustopp geht in die Verlängerung

Beim Ausbau der B 303 sind die Rechnungsprüfer des Bundestages von der Kosten-Nutzen-Rechnung nicht überzeugt. Vor Ort wollen sie sich von der Notwendigkeit überzeugen. » mehr

Laut Albrecht Schläger gehört die B 303 zu den zehn Bundesstraßen in Bayern mit der höchsten Lkw-Belastung. Foto: Uwe von Dorn

08.01.2019

"Es geht nicht nur um Zahlen"

Die Befürworter eines Autobahnbaus betonen die historischen Dimensionen des Projektes. Die Straße sei wichtig für ein Zusammenwachsen Europas. » mehr

Sie diskutierten den umstrittenen Ausbau der Bundesstraße 303 an der abgebrochenen Brücke bei Fischern: die Schirndinger Bürgermeisterin Karin Fleischer, Baudirektor Siegfried Beck vom Staatlichen Bauamt Bayreuth, Bundestagsabgeordneter Hans-Peter Friedrich, CSU-Kreisrat Wolfgang Kreil, Peter Nowack von der IZF, Landtagsabgeordneter Martin Schöffel sowie Willi Müller und Albrecht Schläger von der IZF. Foto: Andreas Gewinner

03.08.2018

B303-Befürworter gehen in die Offensive

Noch immer ist der vierspurige Ausbau der Bundesstraße ungewiss. Verfechter argumentieren politisch. Das Projekt sei Teil eines europäischen Lückenschlusses. » mehr

Seit Wochen laufen bereits die Vorbereitungen für die Verbreiterung der B 303 von zwei auf vier Spuren bei Schirnding.	Foto: Andreas Gewinner

21.06.2018

Theater um 33 Millionen Euro

Ist der vierspurige Ausbau der B 303 bei Schirnding Geldverschwendung? Mit diesem Thema befasst sich kommende Woche der Rechnungsprüfungsausschuss des Bundestages. » mehr

Seit Wochen laufen bereits die Vorbereitungen für die Verbreiterung der B 303 von zwei auf vier Spuren bei Schirnding.	Foto: Andreas Gewinner

25.06.2018

Obfrau weist Friedrichs Behauptungen zurück

Ekin Deligöz, Sprecherin der Bayerischen Grünen im Bundestag und Obfrau im Rechnungsprüfungsausschuss nimmt Stellung zu den Aussagen des Bundestagsabgeordneten Dr. Hans-Peter Friedrich. » mehr

Bildergalerie » zur Übersicht

Schlotsprengung in Sparneck

Schlotsprengung in Sparneck | 19.01.2019 Sparneck
» 41 Bilder ansehen

90er-Party in Schwingen Schwingen

90er-Party in Schwingen | 12.01.2019 Schwingen
» 66 Bilder ansehen

Selber Wölfe - ECDC Memmingen Indians 5:2

Selber Wölfe - ECDC Memmingen Indians 5:2 | 18.01.2019 Selb
» 45 Bilder ansehen

Autor

Herbert Scharf

Kontakt zum Autor

Veröffentlicht am:
17. 12. 2018
17:12 Uhr



^
Ändern Einverstanden

Diese Webseite nutzt Cookies für Funktions-, Statistik- und Werbezwecke. In unserer » Datenschutzerklärung können Sie die Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie der Verwendung von Cookies zustimmen, klicken Sie bitte "Einverstanden".