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Fichtelgebirge

Gutes Design bringt Zukunft

Das Berufliche Schulzentrum für Produktdesign feiert 110. Geburtstag. Gleichzeitig bereitet es sich auf neue Herausforderungen vor.



Das Design ist der Maßstab für den Erfolg eines Produktes: Das Beruflichen Schulzentrum für Produktdesign und Prüftechnik in Selb vermittelt seinen Absolventen das notwendige Rüstzeug. Foto: Florian Miedl
Das Design ist der Maßstab für den Erfolg eines Produktes: Das Beruflichen Schulzentrum für Produktdesign und Prüftechnik in Selb vermittelt seinen Absolventen das notwendige Rüstzeug. Foto: Florian Miedl  

Selb - Den 110. Geburtstag vor Augen, die Zukunft im Blick - diese beiden Themen bestimmen die Arbeit im Staatlichen Beruflichen Schulzentrum für Produktdesign und Prüftechnik (BSZ) in Selb. Denn zum einen feiert die Schule am kommenden Freitag das 110. Jubiläum. Zum anderen arbeitet Schulleiter Dr. Bernhard Nitsche mit seinem Team an der Zukunft der Einrichtung.

Das BSZ

Zum BSZ gehören die Berufsfachschule und die Fachschule für Produktdesign, die Fachschule für Werkstoff- und Prüftechnik (Selb), die Fachschule für Steintechnik und Gestaltung (Wunsiedel) sowie die Berufsschule für Baustoff- und Werkstoffprüfer, Chemie- und Physiklaboranten, Industriekeramiker sowie Steinmetze und Steinbildhauer.


Dass die Schule eine Zukunft hat, daran hegt Nitsche keinen Zweifel: "Es hat einen Umbruch in unserer Gesellschaft gegeben: Der Erfolg eines Produktes hängt inzwischen vor allem von seinem Design ab."

Technik oder Ausstattung nicht mehr allein ausschlaggebend für den Erfolg beim Kunden. Die technische Ausstattung etwa bei Autos sei meist vergleichbar und werde vom Kunden erwartet. Deswegen spiele das Design bei einer Kaufentscheidung mittlerweile eine wesentlich größere Rolle als früher.

"Für uns als Schule besteht die Herausforderung also darin, unseren Schülerinnen und Schülern die notwendigen Fertigkeiten und das Bewusstsein für Design mitzugeben", formuliert der 62 Jahre alte Schulleiter. Und Nitsche weiß, wovon er spricht. Es ist vor allem ihm und seinen Mitstreitern im Landratsamt und bei der Regierung von Oberfranken zu verdanken, dass es die Schule heute überhaupt noch gibt.

Ein Blick zurück in die Geschichte: Gegründet wurde die Königliche Fachschule für Porzellan 1909 - ganz im Dienst der damaligen Porzellanindustrie. 1954 wurde das Angebot der Schule um die Werkstofftechnik erweitert. "Daraus wurde die Fachhochschule, die 1974 nach Nürnberg gegangen ist", erzählt Nitsche.

Im Jahr 1975 wurde dann das Staatlichen Berufsbildungszentrum für Keramik (BBZ) gegründet. In ihm waren die Fachschule für Porzellan und für Keramtechnik sowie die Berufsschule für keramische Berufe vereint. Es lief prima damals: Die Industrie prosperierte, die Absolventen waren gefragt. Um die 600 Schülerinnen und Schüler aus keramischen Berufen besuchten die Schule.

Nach 1990 wirkte sich der beginnende Niedergang der Porzellanindustrie auch auf die Schule aus: Die Zahl der Auszubildenden ging auf 150 im Jahr 1995 zurück. Und auch bei der Fachschule für Porzellan wurde das Problem augenfällig. Gab es Anfang der 90er-Jahre noch 60 bis 70 Schüler und rund 25 Absolventen, sank die Zahl beängstigend: "1995 hatten wir noch sieben Absolventen", erinnert sich Nitsche.

Dass das Konsequenzen nach sich zog, war klar. Der Freistaat habe keine Schule halten wollen, deren Absolventen in der Wirtschaft nicht gefragt waren. "Dass der Laden zugemacht wird, war schon fast spruchreif." Zusammen mit dem damaligen Landrat Dr. Peter Seißer und dem Verband der Keramischen Industrie habe man für eine Neuorientierung geworben: weg vom Porzellan, hin zum allgemeinen Produktdesign. Manch harten Kampf habe man ausgefochten, ehe im August 2007 aus dem BBZ dann das Berufliche Schulzentrum für Produktdesign und Prüftechnik wurde. Der Erfolg gibt Nitsche recht: Die Fachschule für Produktdesign hat rund 100 Schüler, heuer werden 50 Absolventen verabschiedet. Die kommen keineswegs nur in der Automobilindustrie unter. Kunden der Schule sind etwa auch die Spielzeugbranche oder die Hersteller von Sportschuhen. Natürlich bleibe die Automobilbranche weiter wichtig: "Ein Auto braucht auch in Zukunft ein Design, egal wie es angetrieben wird", sagt Nitsche.

Gerade für die Automobilhersteller brauche man dringend das geplante Designstudio. "Wir müssen mit Modellen im Maßstab 1:1 arbeiten, das verlangen auch unsere Kunden." In den jetzigen Gebäuden aus den Jahren 1919, 1954 und 1984 sei man einfach zu beengt. Unterstützung in seinen Bemühungen bekommt Nitsche vom heutigen Landrat Dr. Karl Döhler und der Regierung.

"In den 90er-Jahren mussten wir uns aus einer Zwangslage heraus verändern, heute haben wir die Chance, selbst zu agieren, um die Weichen für die Zukunft zu stellen", sagt Nitsche. Seit 1998 ist er Direktor des Zentrums - und er möchte es fit machen für das 125. Jubiläum im Jahr 2034.

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Andreas Godawa

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Veröffentlicht am:
12. 07. 2019
19:06 Uhr

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12. 07. 2019
19:06 Uhr



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