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Fichtelgebirge

Prozess: Geldnot verleitet Handwerker zum Betrug

Ein 32 Jahre alter Mann aus dem Landkreis Wunsiedel verkauft eine Kamera, ohne die Ware zu liefern. Nun droht ihm der Knast.



Geldscheine
Die Deutschen verwahren ihr Geldvermögen am liebsten als Bankeinlage, auf die sie jederzeit zugreifen können, oder als Bargeldreserve.   Foto: Monika Skolimowska

Wunsiedel - Wegen Betrugs sitzt ein 32 Jahre alter Mann aus dem Landkreis Wunsiedel, gelernter Handwerker, auf der Anklagebank des Amtsgerichts Wunsiedel. Er hatte bei Ebay Kleinanzeigen eine Kamera für 900 Euro zum Verkauf ausgeschrieben, Geld kassiert, das Gerät aber nicht geliefert.

Ein Kunde aus dem hohen Norden hatte die Kleinanzeige über die hochwertige Sony-Kamera mit Objektiven gelesen. Da er gerade ein Geschenk für seine Freundin suchte, griff er zu. Umgehend überwies er die verlangten 900 Euro auf das Konto des Verkäufers aus dem Fichtelgebirge. Dann wartete er und wartete - vergeblich. Denn die Ware kam niemals an.

Als er nach einiger Zeit Kontakt mit dem Verkäufer aufnahm, wurde klar, dass dieser unter einem falschen Namen firmierte. Der Käufer hörte nur Ausreden. Sein Angebot, das Geld in Raten zurückzahlen, nahm der Schwindler nicht wahr, und so ging der geprellte Kunde zur Polizei.

Auch wenn er gewollt hätte, er hätte die Kamera nicht liefern können, gestand der Angeklagte nun bei Gericht. Denn wenige Tage, nachdem die 900 Euro aus dem hohen Norden auf sein Konto eingegangen waren, war er nach Hof gefahren und hatte die Kamera dort verkauft.

Er war damals gerade arbeitslos geworden und knapp bei Kasse gewesen. Das war die einzige Erklärung, die er für sein Verhalten vor Gericht vorbrachte. Natürlich tue ihm das heute leid und er wolle den Schaden auch zurückbezahlen, beteuert er. Mit den zu Unrecht kassierten 900 Euro habe er Mietschulden beglichen.

Nicht gerade zu seinen Gunsten wertete das Gericht eine Vorstrafenliste mit sechs einschlägigen Vorstrafen. Wegen Computerbetrugs, Betrugs und Erschleichens von Leistungen ist der Angeklagte bereits verurteilt worden. Dies hinderte ihn nicht daran, nur zwei Wochen nach einer Verurteilung wegen Betrugs vom Hofer Amtsgericht erneut straffällig zu werden.

Der Staatsanwalt war deshalb der Meinung, dass eine Geldstrafe nicht genüge und forderte eine Haftstrafe von acht Monaten, die allerdings noch einmal zur Bewährung ausgesetzt werden könnte. Dazu sollte der Mann 200 Arbeitsstunden für einen öffentlichen Zweck leisten.

Die Richterin verurteilte den Angeklagten schließlich zu einer Haftstrafe von sechs Monaten. Ein letztes Mal könne die Strafe noch zur Bewährung ausgesetzt werden. Allerdings unter zwei Bedingungen: Der Mann zahlt das Geld umgehend an den Geschädigten zurück und leistet 200 Arbeitsstunden für einen öffentlichen Träger. Sollten die Auflagen bis in Kürze nicht erfüllt werden, verfällt auch die Bewährung.

Der Angeklagte war zufrieden und nahm das Urteil noch im Gerichtssaal an.

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Herbert Scharf
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Veröffentlicht am:
21. 08. 2019
16:14 Uhr

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Herbert Scharf

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21. 08. 2019
16:14 Uhr



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