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Fichtelgebirge

Mehr als hundert Wege in den Beruf

Die Ausbildungsmesse in Marktredwitz sprengt alle bisherigen Rekorde. Es kommen so viele junge Leute und Aussteller wie noch nie in die Schulaula.



Vier Stunden lang präsentierten sich Betriebe aus der gesamten Region den Schülern in der Aula des Otto-Hahn-Gymnasiums. Fotos: Marina Richtmann
Vier Stunden lang präsentierten sich Betriebe aus der gesamten Region den Schülern in der Aula des Otto-Hahn-Gymnasiums. Fotos: Marina Richtmann   » zu den Bildern

Marktredwitz - Kurz vor 13 Uhr wird es ruhiger im Otto-Hahn-Gymnasium in Marktredwitz. Die 18. Ausbildungsmesse der Wirtschaftsjunioren Fichtelgebirge geht zu Ende. Fast 90 Behörden, Unternehmen und Schulen gewährten hier vier Stunden lang einen Einblick in ihre Betriebe und deren Ausbildungsberufe.

Sandra Miklos von den Wirtschaftsjunioren, die die Messe organisierten, zeigte sich zufrieden: "Gefühlt waren in diesem Jahr mehr Leute da als in den Vorjahren. Es kommen auch immer mehr jüngere Schüler, die sich die Ausbildungsberufe schon einmal anschauen wollen." Diese Entwicklung findet Uwe Schiwon gut. Er ist Maschinenbaumechaniker und betreut auf der Ausbildungsmesse gemeinsam mit zwei Kollegen den Stand von PWK aus Kirchenlamitz und Raico aus Weißenstadt. "Schüler sollten von der Schule viel mehr dazu gebracht werden, Praktika zu machen. Dort knüpfen sie erste Kontakte zu Firmen, lernen das Arbeiten kennen und finden heraus, was sie später einmal machen möchten." Auch auf den Schulabschluss legt Schiwon Wert: "Wenn ich einen technischen Beruf will, muss ich ein gewisses theoretisches Wissen in Fächern wie Mathematik oder Physik mitbringen - also kann man sich in diesen Fächern besonders im Abschlusszeugnis keine Ausrutscher erlauben."

Für Schiwon bedeutet die Ausbildung nicht nur, jungen Leuten den Weg zu zeigen - er möchte seinen Azubis auch beibringen, Probleme selbstständig zu lösen und sich selbst zu organisieren. "Das bringt sie am meisten weiter und bringt ihnen Erfahrung, Sicherheit und Eigenverantwortung", sagt er. Gemeinsam mit Kaan Bafra, der gerade sein drittes Lehrjahr begonnen hat, präsentiert Schiwon auf der Ausbildungsmesse verschiedenen Produkte und Azubi-Projekte aus dem Unternehmen.

Viele Unternehmen vor allem aus dem technischen Bereich haben Geräte dabei, die ihre Auszubildenden gemeinsam gebaut haben: ABM Greiffenberger ist mit den 25 Azubis vor Ort und zeigt den Airhockey-Tisch, den die Azubis als gemeinsames Projekt gebaut haben. Die Firma Rudi Göbel aus Helmbrechts hat Kisten dabei, die Auszubildende selbst entworfen haben. Im Klassenzimmer, in dem die Firma Schott Rohrglas aus Mitterteich ausstellt, steht ein Greifautomat. Hier können sich die Messebesucher Gummibärchen, Uhren, Ladekabel, Caps und andere Werbegeschenke angeln. Mindestens genauso beliebt ist das Lasergerät, das Schott Rohrglas auch mitgebracht hat. André Brandner erklärt: "Eigentlich benutzen wir dieses Gerät in der Glasproduktion. Für die Ausbildungsmesse haben wir es aber umgebaut: Jetzt können wir damit Namen in Kugelschreiber eingravieren und diese Stifte dann den Besuchern mitgeben."

Neben vielen Stiften, Süßigkeiten und anderen Werbegeschenken landet auch eine große Menge an Infomaterial in den Taschen der Besucher. Denn viele Schüler wissen nicht wirklich, wie es nach dem bestandenen Schulabschluss für sie weitergeht. Das merkt auch Lisa Pisotska von der Ausbildungsoffensive Bayern: "Es ist selten, dass die Jugendlichen schon wissen, was sie machen wollen. Die Schüler, die sich für soziale Berufe interessieren, legen sich meistens schon früher auf einen Beruf fest, konnten wir beobachten." Pisotska ist "Infoteamerin" und für die Ausbildungsoffensive an Schulen in ganz Bayern unterwegs. Sie und ihre Kollegin Lisa Müller zeigen auf der Ausbildungsmesse ihren "Fahrplan für die berufliche Zukunft" und beraten die Schüler unter anderem mithilfe eines Schnelltests zur Berufswahl. Dabei räumen sie auch Vorurteile aus dem Weg, wie Müller berichtet: "Viele Jugendliche denken, dass Berufe in der Metallindustrie sehr dreckig und körperlich anstrengend sind. Dabei wird heutzutage viel mit Robotern gearbeitet. Außerdem gibt es hier viele spannende Technik-Berufe."

Das Klassenzimmer auf der Ausbildungsmesse teilt sich die Ausbildungsoffensive Bayern mit der Frankenpost . Personalleiter Dietmar Bujak zeigt sich zufrieden mit der Ausbildungsmesse in Marktredwitz: "Es läuft sehr gut, wir hatten sehr interessante Gespräche." Das bestätigt auch Medien-Kollegin Kerstin Burkhard von der Marketingagentur C3 aus Tirschenreuth: "Es ist viel los und alle sind interessiert - das macht total Spaß." Sie und ihre beiden Kollegen haben unter anderem eine Virtual-Reality-Brille dabei, die die Messebesucher in eine andere Welt eintauchen lässt. Außerdem informieren sie über die Ausbildung zum Mediengestalter und Fachinformatiker.

Ob Fachinformatiker, Maurer, Polizist oder Krankenpfleger: Mit über 100 Ausbildungsberufen bot die Marktredwitzer Ausbildungsmesse den Jugendlichen einen breiten Einblick in die Berufswelt. Nicht nur die Zahl der Aussteller, sondern auch die Besucherzahlen dürften einen neuen Rekord erreicht haben.

—————

Seit Samstag gibt es auch ein Online-Portal zum Ausbildungsmarkt unter ausbildungsmesse-fichtelgebirge.de.

Autor

Marina Richtmann
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Veröffentlicht am:
29. 09. 2019
15:58 Uhr

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Marina Richtmann

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29. 09. 2019
15:58 Uhr



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