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Geistliche Musik überschreitet Grenzen

Vier Künstler aus Pilsen begeistern ihr Publikum in Rossbach. Das Publikum spendet begeistert Applaus.



Rossbach/Hranice - Mit einem genauso leichten wie edlen, aber auch fröhlichen Herbstkonzert voller Gotteslob haben drei Musikerinnen und Musiker sowie die Sopranistin Magdalena Mestlová ihr Publikum in der Kirche der Böhmischen Brüder in Rossbach/Hranice erfreut. Jan Esterle an der Orgel, Hana Pumrová auf Block- und Querflöte sowie Milena Šebkova an der Blockflöte ergänzten sich perfekt und zeigten einmal mehr, wie leichtfüßig, dabei kunstvoll und auch hintergründig geistliche Musik Epochen- und Ländergrenzen überschreiten kann.

Jan Esterle bot an der gewaltigen Orgel der wunderschönen Kirche große Werke wie die berühmte, wuchtige Toccata und Fuge in d-Moll von Bach oder sein Choralvorspiel zu "Wachet auf" (BWV 645) souverän bis in alle Feinheiten dar. Bei dem "Choral" a-Moll von César Franck zeigte Esterle, wie präzise er auch die Stimmungen der Stücke aus der Zeit nach dem Barock in die Orgelpfeifen zu zaubern vermag. Die Orgelwerke gewinnen bei dem Künstler aus Pilsen fulminante Lebendigkeit bei gleichzeig tiefgründiger Intensität.

Hana Pumrová und die noch junge Milena Šebkova zeigten sich in bester Spielfreude und gaben feine barocke Stücke wie die Triosonate in a-Moll von Telemann auf ihren Flöten in Begleitung der Orgel elegant, gleichzeitig aber spritzig und pointiert, ja sogar geistreich wieder. Die Harmonie zwischen den Flötistinnen und dem Organisten war perfekt. Das gilt auch für die Tänze aus dem Frühbarock, bei denen sogar ein Hauch Tanzrhythmus aus der Renaissance nachschwingt. Die drei schafften es, die Klangfarben der verschiedenen Werke und Epochen punktgenau wiederzugeben.

Ein ganz besonderes Klang- und Hörerlebnis bereitete den Zuhörern die junge Sopranistin Magdalena Mestlová. Auch sie überschritt in ihren von der Orgel begleiteten Darbietungen musikalische Epochengrenzen. So interpretierte sie unter anderem das eindringliche "Stabat Mater" von Pergolesi, das anmutige "Exspectans exspectavi Dominum" von Saint-Saëns oder auch die intensive Arie "Sen panny Marie" (Ein Traum der Jungfrau Maria) von Martinu klang- und ausdrucksstark, strahlend, sicher und hell in allen Höhen. Ihre wunderbare Stimme adelte die ohnehin schöne Kirche regelrecht.

Das Publikum erlebte rund 70 Minuten lang geistliche Musik vom Feinsten, die in ihrer Klangharmonie und Schönheit wohl auch aufzeigte, was Menschen glückselig machen kann: Harmonie und Schönheit.

Autor

Jürgen Henkel
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Veröffentlicht am:
10. 10. 2019
17:34 Uhr

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Autor

Jürgen Henkel

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Veröffentlicht am:
10. 10. 2019
17:34 Uhr



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