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Fichtelgebirge

Leuchtende Farben als Mahnung

Emmanuael Eni stellt in der Fichtelgebirgshalle aus. Die Bilder des in Thiersheim lebenden afrikanischen Künstlers sind politische Statements.



Kräftige, leuchtende Farben sind für Emmanuel Enis Kunst charakteristisch.	Fotos: Matthias Kuhn
Kräftige, leuchtende Farben sind für Emmanuel Enis Kunst charakteristisch. Fotos: Matthias Kuhn   » zu den Bildern

Wunsiedel - Das mit der Nigerianischen Botschafterin Mobolaji Sakirat Ogundero eine der höchsten Vertreterinnen einer afrikanischen Nation zu einer Eröffnung einer Ausstellung in die Fichtelgebirgshalle kommt, ist schon etwas Besonderes. Da braucht es schon einen Künstler vom Range eines Emmanuel Eni, der mit seinen Skulpturen und Lichtbildern unter dem Titel "The Boom" - Blackman in European Kitchen in seiner neuen Heimat seine Aufwartung macht. Außerdem ist der Künstler auch für seine Multimedia-Installationen bekannt. Eni wohnt seit einigen Monaten in Thiersheim und macht diese Ausstellung zum Begrüßungsgeschenk, denn von jedem Verkauf aus dieser Ausstellung gehen 20 Prozent des Erlöses an soziale Projekte im Landkreis Wunsiedel.

Der kleine Saal in der Fichtelgebirgshalle ist abgedunkelt. Die Wände leuchten. Das Leuchten kommt von den Kunstwerken an den Wänden. Diese zeigen mehrere Farbschichten, die häufig deckend verarbeitet sind, an manchen Stellen aber auch so aufgetragen wurden, dass sie, nachdem hinter den Leinwänden Leuchtstoffröhren installiert wurden, durchscheinen und den Bildern einen besonderen Glanz verleihen. Die Motive sind afrikanischen Ursprungs. Fast immer ist eine Frauenfigur verwoben mit den Symbolen und Szenen aus dem afrikanischen Alltag. Das alles mit kräftigen leuchtenden Farben, die einen sofort nach Afrika versetzen. Dazu kommen die Skulpturen, die von dem für ihn typischen Elefanten bis hin zu Darstellungen von Situationen aus dem Alltag, die Eni nach seiner ganz eigenen Wahrnehmung umsetzt. Emma, wie seine Freunde den Künstler nennen, wurde 1967 in Igbanke, MittelwestNigeria geboren, studierte dort bildende Künste und trat bereits 1990 an der University of Benin mit seinen Arbeiten in Erscheinung. Im selben Jahr machte er auf der Expo in Johannesburg, Südafrika, auf sich aufmerksam.

Claus Deimel, Ethnologe und Freund des Künstlers, hielt die Laudatio auf Emmi. Er informierte auch über dessen berühmte Ausstellungen wie "Parts of Clay" 1996 im Centre Monroe of Arts, Hoboken, New Jersey, und "The rest from the last hunting", zwei Jahre später im Haus der Kulturen der Welt in Berlin. "Blackman in European Kitchen", eine Installation/Performance im Goethe-Institut in Lagos in Nigeria zeigte, dass Emmanuel Enis Kunst auch eine politische Aussage hat. Er beschäftigt sich mit der Kolonialgeschichte, ohne anklagen oder das Geschehen aus der Opferrolle betrachten zu wollen. Ein weiteres Anliegen Enis zeigt sich 2010 beim Projekt "Emmanuel Eni water for nature Preservation" im Waschhaus Potsdam. Bei "Haske Zanen - Skulpuren, Performance und New light painting Art" entstanden 2013 bis 2016 dann die Bilder, die jetzt in der Fichtelgebirgshalle zu sehen sind. 2013 wollte Eni mit einem aus Plastikflaschen gebauten Boot den Lake Potomac hinauffahren, um in Washington Präsident Obama auf die Verschmutzung des Wassers mit Plastik hinzuweisen. Ein Projekt, das nicht realisiert wurde, da ein Brand das Boot zerstört.

Eni hat sich immer wieder mit der Umwelt auseinandergesetzt, vor allem in seinen Light-Paintings, die auch in Wunsiedel zu sehen sind. Vor fast 20 Jahren schuf er eine tonnenschwere Elefantenskulptur als Mahnmal gegen die Vernichtung der Tiere in Afrika. Da damals weder in Berlin noch in Leipzig ein angemessener Platz zur Aufstellung der großen Skulptur gefunden wurde, wurde sie in einer rituellen künstlerischen Performance auf einem Schrottplatz zerstört. Kleine Versionen dieser Skulpturen konnten in der Ausstellung betrachtet und erworben werden. Und wer weiß, wäre Eni damals schon im Fichtelgebirge gewesen, hätte sich vielleicht ein Aufstellungsort gefunden. Doch was nicht ist, kann ja noch werden.

Autor

Matthias Kuhn
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Veröffentlicht am:
03. 11. 2019
18:50 Uhr

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Matthias Kuhn

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Veröffentlicht am:
03. 11. 2019
18:50 Uhr



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