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Fichtelgebirge

Horst Brei nun Stellvertreter von Rainer Klein

Der langjährige Gemeinderat der SPD-Fraktion wird auf Vorschlag der Freien Wähler ins Amt gehoben. Er ist nun aber als einziger im Gremium fraktionslos.



Breit aufgestellt ist der Gemeinderat Tröstau um den neuen Bürgermeister Rainer Klein (vorne, Mitte) mit (von links) Matthias Sticht, Holger Kuhbandner, Bernd Tuchbreiter, zweitem Bürgermeister Horst Brei, Jörg Nürnberger, Reinhard Wölfel, Stefan Weiß, Dr. Herbert Thurn, Markus Welisch, Tobias Köhler, Ernst Köhler, Nastasja Wölfel, Ingrid Radtke und Jasmin Stöhr-Ditz. Foto: Schi.
Breit aufgestellt ist der Gemeinderat Tröstau um den neuen Bürgermeister Rainer Klein (vorne, Mitte) mit (von links) Matthias Sticht, Holger Kuhbandner, Bernd Tuchbreiter, zweitem Bürgermeister Horst Brei, Jörg Nürnberger, Reinhard Wölfel, Stefan Weiß, Dr. Herbert Thurn, Markus Welisch, Tobias Köhler, Ernst Köhler, Nastasja Wölfel, Ingrid Radtke und Jasmin Stöhr-Ditz. Foto: Schi.  

Tröstau - Für Außenstehende völlig überraschend haben die Entscheidungsträger Horst Brei bei der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats Tröstau zum zweiten Bürgermeister gewählt. Brei setzte sich bei einer ungültigen Stimme mit 8:6 Stimmen gegen Stefan Weiß durch. Vorangegangen war eine heftige Debatte, bei der am Ende nach einer ersten Kampfabstimmung das Amt des dritten Bürgermeisters abgeschafft wurde.

Der neue Bürgermeister Rainer Klein betonte zu Beginn, dass wegen der Corona-Pandemie die Sitzung so kurz wie möglich gehalten werden müsse. Für die neuen Gemeinderäte und ihn als Bürgermeister sei der jetzige Gemeinderat eine neue Konstellation nach einer langen Amtszeit von Bürgermeister Heinz Martini, dem Klein für seinen langjährigen Einsatz für die Gemeinde dankte. An die Gemeinderäte gewandt sagte er, dass sie als gewählte Volksvertreter die Interessen jedes einzelnen Bürgers vertreten. "Sie sind nur Ihrem eigenen Gewissen verpflichtet", betonte Klein. Die Ausübung eines Mandates sei das höchste Gut in einer freiheitlich demokratischen Grundordnung. In den kommenden Jahren sei er als Bürgermeister auf die Zusammenarbeit mit dem Gemeinderat und der Verwaltung angewiesen. "Dazu reiche ich Ihnen hier und heute aufrichtig und ehrlich die Hand", sagte Klein und bat mit Rainhard Wölfel das älteste Gemeinderatsmitglied, ihn als ehrenamtlichen Bürgermeister zu verpflichten.

Als erste Amtshandlung durfte Klein den neu gewählten Gemeinderatsmitgliedern Jasmin Stöhr-Ditz, Nastasja Wölfel, Stefan Weiß, Ingrid Radtke und Holger Kuhbandner den Eid abnehmen, ehe er den lange kontrovers diskutierten Tagesordnungspunkt "Festlegung der Zahl der weiteren Bürgermeister" aufrief.

Ernst Köhler von den Freien Wählern (FW) eröffnete die Debatte mit dem Argument gegen einen dritten Bürgermeister, da es diesen bereits seit 24 Jahren gebe, der Einsatz des Ehrenamtlers aber kaum messbar sei. Zudem könne ihn sich die Gemeinde in Zeiten der Konsolidierung sparen. Reinhard Wölfel (SPD) hielt dagegen, dass das Amt wichtig für ein intaktes Gemeindeleben sei. Bei Besuchen von Vereinen oder Personen sei die repräsentative Wirkung zwar nicht messbar, die Anwesenheit aber ein Zeichen der Wertschätzung auch gegenüber anderen. In das gleiche Horn stieß Matthias Sticht (CSU). Er als in vielen Bereichen ehrenamtlich engagierter Bürger halte es für ein Armutszeugnis für Tröstau, wenn kein dritter Bürgermeister installiert würde. Zudem könne es richtig teuer werden, wenn die beiden ersten Rathauschefs längere Zeit ausfallen würden. Bürgermeister Klein war der Meinung, dass im Notfall weitere Stellvertreter berufen werden könnten. Die Bezüge eines dritten Bürgermeisters beliefen sich immerhin auf fünf Prozent der Entschädigung des Ersten Bürgermeisters. Mit den sechs Stimmen der FW, der Stimme des Bürgermeisters und der von Horst Brei (SPD) hieß es am Ende 8:7. Der Beschluss lautete daher, auf einen dritten Bürgermeister zu verzichten. Stattdessen solle ein weiterer Stellvertreter des Bürgermeisters benannt werden.

Deutlicher fiel die Abstimmung über den künftigen Sitzungstag aus. Mit 13:2 Stimmen plädierte das Gremium auf Dienstag als Treffen für den Gemeinderat. Dabei soll es möglichst zu Beginn jeder Sitzung eine Bürgersprechstunde geben. Bisher hatte der Rat freitags um 18.30 Uhr getagt.

20 Zuhörer warteten nun mit Spannung auf die Wahl des zweiten Bürgermeisters. Tobias Köhler (FW) schlug Horst Brei wegen dessen langer Erfahrung vor. Brei gehört dem Gremium seit 1996 an und geht nun in seine vierte Amtsperiode als Parteiloser für die SPD. Reinhard Wölfel nominierte Stefan Weiß (SPD) mit der Begründung, dass Weiß bei der Wahl nach Bürgermeister Klein die zweitmeisten Stimmen auf sich vereinigt habe. Bei einem ungültigen Votum erhielt Brei acht, Weiß sechs Stimmen. Er habe sich ein besseres Ergebnis gewünscht, "aber dies ist bei dieser Konstellation nicht anders zu erwarten gewesen", sagte Brei. Er werde die Zweifler in den nächsten Wochen mit seiner Arbeit umstimmen.

Die nächste Überraschung folgte bei der Benennung der Fraktionen sowie der Fraktionsvorsitzenden und deren Stellvertreter. Die SPD gab die Anzahl der Fraktionsmitglieder mit nur noch drei - Stefan Weiß als Vorsitzender, Jörg Nürnberger als dessen Stellvertreter und Reinhard Wölfel - an. Brei antwortete auf Nachfrage von Bürgermeister Klein, dass er derzeit keiner Fraktion angehöre. Die CSU schickt Bernd Tuchbreiter (Vorsitzender) und Markus Welisch ins Rennen, die FW Tobias Köhler (Vorsitzender) und Ernst Köhler. Tobias Köhler bestimmte der Gemeinderat anschließend als weiteren Stellvertreter des Bürgermeisters. Auf ihn entfielen zehn Stimmen, fünf Räte votierten gegen ihn. Klein hieß ihn willkommen im Team. "Ich freue mich auf die Aufgabe", sagte sein neuer Stellvertreter.

Im Finanzausschuss sitzen die Mitglieder Holger Kuhbandner, Jörg Nürnberger, Dr. Herbert Thurn und Ingrid Radtke. Den Bauausschuss bilden Matthias Sticht, Stefan Weiß, Tobias Köhler und Nastasja Wölfel. In den Ausschuss für Schule, Jugend, Kultur und Tourismus wurden Bernd Tuchbreiter, Reinhard Wölfel, Jasmin Stöhr-Ditz und Nastasja Wölfel berufen. Dem Rechnungsprüfungsausschuss gehören Markus Welisch als stellvertretender Vorsitzender, Jörg Nürnberger als Vorsitzender sowie Ernst Köhler und Jasmin Stöhr-Ditz an. Vorsitzender der Ausschüsse ist jeweils der Bürgermeister. Der Gemeinschaftsversammlung der VG Tröstau wohnen neben dem Bürgermeister Bernd Tuchbreiter, Reinhard Wölfel und Ernst Köhler bei.

Lesen Sie dazu den Kommentar: "Brüchige Bande" >>>

 
Autor

Christian Schilling
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Veröffentlicht am:
13. 05. 2020
17:24 Uhr

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Christian Schilling

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13. 05. 2020
17:24 Uhr



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