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30 Jahre Sportlerfreundschaft

Der ZV Feilitzsch und der SV Bobenneukirchen haben sich nach der Grenzöffnung im November 1989 angefreundet. Nun haben sie das Jubiläum groß gefeiert.



Ein historisches Bild aus dem Jahr 1989 mit beiden Mannschaften vor dem Spiel.
Ein historisches Bild aus dem Jahr 1989 mit beiden Mannschaften vor dem Spiel.   » zu den Bildern

Feilitzsch/Bobenneukirchen - Der SV Bobenneukirchen hat dem ZV Feilitzsch einen Besuch abgestattet, um in der Turnhalle gemeinsam zu feiern - also an jenem Ort, an dem genau einen Tag und 30 Jahre vorher die Freundschaft der zwei Sportvereinen begonnen hatte.

Nach den Begrüßungsreden der beiden Vorstände Jutta Tunger (Feilitzsch) und Frank Valentin (Bobenneukirchen) sprach der im Bus mit angereiste Bürgermeister Berthold Valentin zu den mehr als 60 Anwesenden. "In der großen Politik wurden sicherlich Fehler begangen, wir haben aber an der Basis im Miteinander und im Zusammenleben vieles richtig gemacht", stellte er fest.

Der Feilitzscher Bürgermeister Franz Hernandez ging auf die Historie dieser Sportlerfreundschaft ein und beendete seinen Vortrag mit den Worten: "Lasst uns heute dieses Jubiläum feiern, so jung kommen wir nie wieder zusammen. Schön, dass ihr damals nach Feilitzsch abgebogen seid."

Er vergaß auch nicht, Jochen Vollert zu erwähnen. Der langjährige ZV-Trainer und damalige Grenzbeamte hatte am 13. November 1989, nur einen Tag nach der Grenzöffnung in Ullitz, den ersten Kontakt mit den Vogtländern hergestellt. "Fahrt durch Trogen und meldet euch bei der Metzgerei in Feilitzsch", lautete damals sein entscheidender Hinweis.

So fuhr am 20. November 1989 Trainer Friedhold Chemnitzer mit Ulrich Rödel, Steffen Illner und Egon Kießling von der BSG Aktivist Bobenneukirchen - so hieß der Verein zu DDR-Zeiten - mit dem Trabant nach Feilitzsch. In Gesprächen mit den Verantwortlichen vom ZV und mit den Worten "Wir wollen nur Fußball spielen" stieß man sofort auf offene Ohren - und machte gleich Nägel mit Köpfen: Ein erster Termin wurde vereinbart.

Da beide Mannschaften noch im Punktspielbetrieb standen, kam nur ein Wochentag infrage, und beide Vereine einigten sich auf den Dienstag, 28. November. Hernandez: "Ein historisches und legendäres Datum. Ob es das erste Aufeinandertreffen zweier Vereine jenseits der Grenze nach dem Mauerfall war, ist nicht bewiesen, aber wohl doch wahrscheinlich." Am Spieltag reisten die "Bobener" mit einem alten LPG-Bus der Marke "Robur" an, zwar ohne Wechselspieler, doch dafür brachten sie ihren Schiedsrichter Wolfgang Jahn mit. Da der Grenzübergang nur für Pkw erlaubt war, wäre das Unterfangen fast gescheitert. Dem Verhandlungsgeschick von LPG-Chef Günter Natusch mit den Grenzern war es zu verdanken, dass diese letztlich beide Augen zudrückten und den Bus passieren ließ.

Trotz Kälte und widriger Bedingungen zog es zahlreiche Besucher auf die schneebedeckte Sportanlage. Viele Bobenneukirchner reisten mit dem Auto, ja sogar mit dem Fahrrad an. Die Gäste waren in einer äußerst fairen Partie trotz des ungewohnten Flutlichts die bessere Mannschaft und führten durch Tore von Ulrich Rödel (2), Steffen Illner und Steffen Reichelt mit 4:0. Den Ehrentreffer erzielte Köppel. Das Ergebnis war am Ende Nebensache. Bei der Kennenlern-Party ging in der Vereinsgaststätte in der Turnhalle die Post ab, und es entstanden erste Bekanntschaften und Freundschaften.

Auch am vergangenen Freitag zum Jubiläum wurden wie beim ersten Mal zahlreiche Anekdoten erzählt, man sang und musizierte, diesmal mit dem Bobenneukirchener Männerchor. Und so feierten Gäste und Gastgeber die 30 Jahre, die von vielen Besuchen, unvergesslichen Feiern, sportlichen Vergleichen, jährlichen Zeltlagern der Nachwuchsspieler und von Zusammenhalt geprägt waren. Das Schlusswort des Feilitzscher Bürgermeisters: "Wir haben Freunde fürs Leben gefunden. Hoffen wir, das dies noch lange so bleibt und auch von der nächsten Generation übernommen wird."

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Veröffentlicht am:
04. 12. 2019
00:00 Uhr

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04. 12. 2019
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