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Auch Berg gegen neuen Supermarkt in Naila

Der Gemeinderat lehnt die Pläne der Nachbarstadt ab, noch einen Lebensmittelmarkt zu ermöglichen. Die Räte sehen Gefahren für die Nachbargemeinden.



Lebensmitteleinkauf
Ein vollgepackter Einkaufswagen mit Lebensmitteln in einem Supermarkt. Symbolfoto.   Foto: Frank Rumpenhorst/Symbol

Berg - Der Gemeinderat Berg hat sich in seiner jüngsten Sitzung einstimmig gegen den Bau eines Rewe-Marktes in der Nachbarstadt Naila ausgesprochen. In der vergangenen Woche hatte bereits der Marktgemeinderat von Bad Steben seine Bedenken gegen diesen Bau geäußert. Damit sind es zwei Kommunen, die etwas gegen den Bebauungsplan der Stadt Naila für das "Sondergebiet Lebensmittelmarkt Selbitztalstraße" haben.

 

"Wir haben in der Vergangenheit immer wieder verschiedene Baumaßnahmen in Nachbarkommunen positiv bewertet und ohne besondere Stellungnahmen durchgewunken, weil es Vorhaben waren, die zur Stärkung der ganzen Region beigetragen haben", sagte die Berger Bürgermeisterin Patricia Rubner. "Das ist in diesem Fall anders."

Worum geht es konkret: Neben einem Discounter sowie einem Möbelmarkt soll in Naila auf einer Fläche von 1550 Quadratmetern ein weiterer Lebensmittelmarkt mit Backshop und Café entstehen. Darüber informierte Patricia Rubner den Gemeinderat und positionierte sich gegen die Pläne der Nachbarstadt. "Es ist für mich nicht nachvollziehbar, dass in Naila der mittlerweile sechste Lebensmittelmarkt entstehen soll", betonte Rubner.

Die Bürgermeisterin erinnerte an die vergeblichen Bemühungen für einen Markt in ihrer Gemeinde. Und nun gelte es, die wenigen Einzelhändler im Berger Winkel zu schützen und die Gefahr einer weiteren Abwanderung des Kundenstroms zu verhindern. "Ich habe in den vergangenen Jahren regelmäßig aufs Neue bei verschiedenen Discountern, darunter auch bei Rewe, angefragt und dargestellt, dass unsere Gemeinde für die Platzierung eines eigenen Einkaufsmarktes durchaus geeignet ist", erläuterte die Bürgermeisterin ihr Engagement. "Wir haben jedoch nur Absagen erhalten." Die Discounter argumentierten, dass Berg zu klein sei, sie begrenzten ihre Ansiedlungsstrategie auf Kommunen, in denen mindestens 5000 Einwohner lebten. Auch der Nachweis, dass täglich bis zu 7000 Autos die Gemeinde durchkreuzten, habe die Markt-Anbieter nicht umstimmen können. "Die Neuansiedlung eines weiteren Discounters in Naila berührt alle Kommunen im Umfeld, deshalb sollten wir uns geschlossen dagegen aussprechen."

Rainer Neubauer (CSU) sah das ähnlich wie die Bürgermeisterin: "Eines ist klar: Je mehr Lebensmittelmärkte in umliegenden Kommunen gebaut werden, umso schwieriger wird es für uns und alle kleineren Gemeinden im Umfeld, eine eigene Lebensmittelversorgung im Dorf zu sichern."

Andreas Ernst (JBW) erinnerte an Aktivitäten der Gemeinde, um das Feld für einen Lebensmittelmarkt zu ebnen: "Wir haben viel Geld in die Hand genommen, um eine passende Fläche am Ortseingang zu kaufen, weil damals einige Marktkonzerne Interesse signalisiert hatten." Was nun in Naila entstehen soll, wäre nach Überzeugung von Andreas Ernst in Berg genauso möglich: "Wir haben ein großes Einzugsgebiet und viele Arbeitsplätz im Gewerbegebiet, das wäre für Einkaufsmärkte ein sinnvoller Platz."

Hans Zeeh (CSU) betonte, dass mit Rewe weitere Kundenströme aus dem Berger Winkel nach Naila umgeleitet würden. "Mit derartigen Projekten lassen wir die ländliche Region ausbluten." Florian Müller (SPD) zeigte Verständnis für die Räte der Nachbargemeinde, dennoch: "Die Nailaer sollten bei ihren Entscheidungen über den Tellerrand hinausschauen und Rücksicht auf kleinere Kommunen nehmen".

Volker Ebert (ÜWG) erinnerte an vergleichbare Situationen in anderen Regionen: "Wenn ich mit anschaue, dass beispielsweise die Gemeinde Himmelkron davon profitiert, dass die Kommune unmittelbar an der Autobahn liegt - wie wir auch." Wieland Spörl bezeichnete die Vorgehensweise in Naila als "Diskriminierung des ländlichen Raums". Was da geschieht, habe nichts damit zu tun, was die große Politik vollmundig versprochen hat.

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Lothar Faltenbacher

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Veröffentlicht am:
13. 11. 2019
16:00 Uhr

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Lothar Faltenbacher

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13. 11. 2019
16:00 Uhr



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