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Hof

Bahnhalt "Hof-Mitte" geht in vier Jahren in Betrieb

An der Jahnbrücke in Hof können die Fahrgäste künftig zwischen Zügen und Bussen umsteigen. Das soll täglich 1500 neue Passagiere in den ÖPNV locken.



Mit dem Bahnhalt Hof-Mitte wird an der Jahnbrücke in Hof bis Dezember 2024 eine neue Schnittstelle im innerstädtischen ÖPNV entstehen. Von der Brücke sollen Aufzüge einen barrierefreien Zugang zu den Bahnsteigen gewährleisten.
Mit dem Bahnhalt Hof-Mitte wird an der Jahnbrücke in Hof bis Dezember 2024 eine neue Schnittstelle im innerstädtischen ÖPNV entstehen. Von der Brücke sollen Aufzüge einen barrierefreien Zugang zu den Bahnsteigen gewährleisten.   Foto: Patrick Gödde

Hof - Die Bahn soll die Fahrgäste künftig wieder näher ans Hofer Zentrum befördern - wie einst im 19. Jahrhundert. Wie berichtet, haben der Freistaat und die Deutsche Bahn (DB) im März 2015 im Rahmen der Stationsoffensive Bayern den Bau und den Betrieb von landesweit 19 neuen Haltestellen vereinbart. Hof-Mitte wird die neue Station an der Bahnstrecke Hof-Gutenfürst heißen, die unterhalb der Jahnbrücke entstehen soll.

Gut zu wissen

Für den Bau des neuen Bahnhaltepunktes Hof-Mitte und des Wendegleises entstehen der Stadt Hof keine Kosten, denn Eisenbahn-Infrastruktur gehört nicht zu den kommunalen Aufgaben. Die Stadt ist nur zuständig für die Bushaltestellen und - sofern sich der Stadtrat dafür entscheidet - für weitere Verbesserungen wie öffentliche Toiletten, Fahrrad- und Pkw-Parkplätze.

 

Die Planungs- und Baukosten

für die Station Hof-Mitte sind auf

6,2 Millionen Euro veranschlagt. Die

Stationsoffensive Bayern sieht vor, dass sich die Bahn und der Freistaat die Kosten für alle neuen Stationen teilen.

Das Projekt Hof-Mitte beinhaltet zwei je 170 Meter lange Bahnsteige, zwei Aufzüge an der Jahnbrücke und weitere Zugänge am südlichen Ende. Dazu kommen Beleuchtung sowie akustische oder optische Fahrgast-Informationen.

 

Die Kosten der Vorplanungen für das Wendegleis in Höhe von 770 000 Euro trägt der Freistaat. Bei der BEG geht man von rund zehn Millionen Euro Gesamtkosten für das Wendegleis aus. Die Bahn erklärt, die genauen Baukosten könne man derzeit noch nicht genau beziffern, weil diese von der zu realisierenden Variante abhingen. Den Bau des Wendegleises finanziert der Bund.

 

Dabei reichen die Überlegungen für einen zentrumsnahen Bahnhalt bereits rund 20 Jahre zurück. Dafür war ursprünglich die Reaktivierung des ehemaligen Stadtbahnhofs an der Poststraße im Gespräch. Für dieses Projekt gab es jedoch keinen politischen Konsens. Für die vor viereinhalb Jahren beschlossene Variante Hof-Mitte hätte man nach den ersten Überlegungen keine zusätzlichen Gleise bauen müssen. Nach den ersten Vorplanungen steht jedoch seit 2017 fest, dass an der Station Hof-Mitte nicht nur die Züge halten sollen, die dort ohnehin vorbeifahren. Auch einige Triebwagen, die via Oberkotzau nach Hof kommen und bislang am Hauptbahnhof enden, sollen weiter bis zur Station Hof-Mitte fahren.

 

Nach den ersten Besprechungen zwischen der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG), die den Regionalverkehr plant und bestellt, und der DB Netz AG musste das Projekt Hof-Mitte nachgebessert werden. Wie berichtet, muss für Züge, die ihre Endstation in der Hofer Innenstadt erreichen, ein sogenanntes Wendegleis gebaut werden. Die Gründe dafür liegen in einigen Bahnbetriebsvorschriften. Demnach muss ein Streckenblock, auf dem sich jeweils nur ein Zug befinden darf, in der Richtung verlassen werden, in der dieser Zug hineingefahren ist. Auf einem Gleisabschnitt darf also nicht einfach gewendet werden.

Der Freistaat und die DB haben Ende November einen Planungsvertrag für ein Wendegleis geschlossen. Demnach geht Bayern in Vorleistungen und übernimmt dafür die Planungskosten in Höhe von 770 000 Euro. Der bayerische Verkehrsministerr Hans Reichhart hofft auf Synergieeffekte, wenn das Wendegleis zusammen mit der Elektrifizierung der Bahnstrecke Hof-Marktredwitz vorangetrieben werde. Somit könne das Wendegleis, das ebenfalls elektrifiziert werden soll, drei Jahre früher realisiert werden als ursprünglich geplant. "Der neue Bahnhaltepunkt Hof-Mitte wird seinen vollen Nutzen für Hochfranken erst mit dem Wendegleis entfalten können", betont Verkehrsminister Reichhart.

Auf Anfrage der Frankenpost geben die BEG und die DB weitere Details zum Gesamtprojekt bekannt. Wie BEG-Pressesprecher Wolfgang Oeser mitteilt, werden die neue Station Hof-Mitte und das Wendegleis nicht gleichzeitig in Betrieb gehen. Der Zeitplan sieht den Dezember 2024 für die Eröffnung des Bahnhaltepunktes vor. Die Einhaltung dieses Termins sei abhängig vom Planfeststellungsverfahren beim Eisenbahn-Bundesamt. Weil das Wendegleis bis zu diesem Zeitpunkt nicht realisiert werden kann, plant die BEG die Anbindung der Station Hof-Mitte in zwei Schritten. So werden dort zunächst zwei Züge pro Stunde und Fahrtrichtung halten.

Nach dem BEG-Konzept fahren stündlich Züge aus Münchberg und alle zwei Stunden Züge aus Selb nach Hof-Mitte, die nach dem ersten Betriebskonzept anschließend bis Gutenfürst weiterfahren, um dort zu wenden. Dazu kommen alle zwei Stunden die Züge auf der Linie Hof-Gera-Leipzig. In Tagesrandlage werden außerdem die Züge der Vogtlandbahn von und nach Plauen sowie die Expresszüge von und nach Dresden in der Innenstadt halten.

Wie Oeser zur zweiten Stufe der Inbetriebnahme mitteilt, soll das Konzept nach der Elektrifizierung des Ostkorridors und dem Bau des Wendegleises weiterentwickelt werden. Das würde dann also bedeuten, dass elektrische Triebwagen aus Marktredwitz über den Hofer Hauptbahnhof zur Station Hof-Mitte weiterfahren werden, um auf dem künftigen Wendegleis zu enden.

Beim Freistaat erwartet man sich durch das verbesserte ÖPNV-Angebot 1500 zusätzliche Fahrgäste pro Tag. Doch wie kommt man auf diese Zahl? Wie BEG-Sprecher Oeser erläutert, ist dies eine Prognose der Bahntochter DB Station & Service. Diese Prognose sei auf Basis der Strukturdaten im Einzugsbereich der Station ermittelt worden. Bei der Zahl der 1500 Ein- und Aussteiger handele es sich ausschließlich um Neukunden. "Fahrgäste, die heute schon die Bahn nutzen und nur ihren Zustieg zum neuen Halt verlagern, sind in dieser Zahl nicht enthalten", betont Oeser.

Offen bleibt vorerst die Frage, wo das mindestens 140 Meter lange Wendegleis gebaut werden soll. Im Herbst 2017 hatte es den Anschein, als sei dafür das Gelände nördlich des ehemaligen Bahnhofs Hof-Nord auserkoren worden. Also neben jenem Gebäude, das heute Vereinsheim des Fichtelgebirgsvereins ist. In jüngster Zeit kursierten Gerüchte, wonach die Bahn das Gleis auf der gegenüberliegenden Seite am Schellenberg bauen möchte, was wegen des Steilhangs mit einem erheblich höheren baulichen Aufwand verbunden wäre. Wie Oeser dazu mitteilt, macht die BEG keine Vorgaben, auf welcher Seite der zweigleisigen Hauptstrecke das Wendegleis entstehen soll.

Wie die DB-Pressestelle dazu mitteilt, steht bislang noch nicht fest, wo das Wendegleis gebaut wird. Die konkrete Ausgestaltung des Wendegleises werde erst im Rahmen der Vorplanung erarbeitet. Dabei sollen anhand verschiedener Varianten die Lage sowie die bauliche Umsetzung des Gleises untersucht werden. Die Entscheidung für eine Variante werde anschließend mit dem Freistaat getroffen.

Bereits bei Bekanntwerden des Projektes Hof-Mitte hatte der Freistaat signalisiert, dass man von der Stadt Hof erwarte, den innerstädtischen ÖPNV an die neue Bahnstation anzupassen. Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner hat im Frühjahr 2015 zugesagt, dass die Stadtbusse auf die neue Bahnstation ausgerichtet werden sollen.

Dazu ist bislang erst eine konkrete Maßnahme geplant, wie der Hofer Pressesprecher Rainer Krauß einräumt. "Wir planen, die Bushaltestelle Luitpoldstraße in Richtung Jahnbrücke zur Bahnstation Hof-Mitte zu verlegen", teilt Krauß mit. Der genaue Standort stehe noch nicht fest. Was die Linienführung und Fahrpläne der Stadtbusse anbelangt, vertraut man im Rathaus auf den Betreiber. "Wir gehen davon aus, dass die Hof-Bus GmbH alle notwendigen Anpassungen vornehmen wird", sagt Krauß.

Noch keine Aussagen kann der Hofer Pressesprecher zur Ausgestaltung des Bereichs um die künftige Bahnstation treffen. Demnach steht noch nicht fest, ob es dort öffentliche Toiletten, Fahrrad-Stellplätze oder einen sogenannten "Kiss & Ride-Parkplatz" für Kurzzeitparker geben wird.

Mit der Eröffnung der Bahnstation Hof-Mitte und dem angestrebten Beitritt zum Verkehrsverbund Großraum Nürnberg stehen der Stadt zwei bedeutende Meilensteine im ÖPNV bevor. Und wie sieht man im Rathaus die touristischen Perspektiven? "Wir gehen davon aus, dass beide Maßnahmen zusammen eine messbar höhere Frequenz für die Innenstadt mit sich bringen werden", zeigt sich Krauß optimistisch.

 
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Werner Rost
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Veröffentlicht am:
12. 12. 2019
19:16 Uhr

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Werner Rost

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Veröffentlicht am:
12. 12. 2019
19:16 Uhr



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