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Hof

Etwas tun gegen Angst und Depression

Zum Internationalen Tag der Seelischen Gesundheit startet in der Region eine Veranstaltungsreihe: Sie wirbt für mehr Verständnis für Menschen mit psychischen Problemen.



Aufmerksamkeit für Menschen mit psychischen Problemen und für die Angebote der Wochen der Seelischen Gesundheit wünschen sich die Organisatoren (von links) Reiner Hager, Tanja Hering und Martin Schuster. Foto: Kaupenjohann
Aufmerksamkeit für Menschen mit psychischen Problemen und für die Angebote der Wochen der Seelischen Gesundheit wünschen sich die Organisatoren (von links) Reiner Hager, Tanja Hering und Martin Schuster. Foto: Kaupenjohann  

Hof - So umfassend wie in den zurückliegenden Jahren ist es wegen der Corona-Pandemie nicht, das Veranstaltungsprogramm zu den 11. Hochfränkischen Wochen der Seelischen Gesundheit, das die Organisatoren in diesem Jahr vorlegen. "Die Bürger haben durch die Einschränkungen vielleicht gespürt, wie es Menschen mit Behinderung und psychisch Kranken immer geht", sagt Reiner Hager vom Verein Aufwind, einer der Organisatoren des Aktionsbündnisses.

In der Region bieten heimische Organisationen ab dem heutigen Samstag bis 27. Oktober immerhin 14 Veranstaltungen an, die helfen sollen, Barrieren und Tabus abzubauen. Aufgezeigt wird auch die Vielfalt seelischer Beeinträchtigungen, gegen die niemand gefeit ist. Auslöser können persönliche Krisen sein, Überforderung, Unglück oder Verlust eines geliebten Menschen - mit Auswirkungen auf die Familie, den Beruf, die Ausbildung. Doch die Tabuisierung verhindert oft, dass rechtzeitig medizinische Hilfe in Anspruch genommen wird.

Corona hat die Zahl derer, die Hilfe brauchen, sogar noch erhöht. Martin Schuster, Leiter des Sozialpsychiatrischen Dienstes der Diakonie Hochfranken, spricht von einer deutlich verstärkten Nachfrage an Hilfen in diesen Tagen, selbst verglichen mit den Zahlen vor Beginn der Corona-Krise. Die Probleme hätten sich verstärkt und würden jetzt akut. "Wegen der Pandemie waren viele Einrichtungen geschlossen", gibt er zu bedenken. Vielen Menschen seien die Kontakte weggebrochen. Der Lebensunterhalt sei für einige teurer geworden. Man habe versucht, durch Anrufe, Entspannungsangebote und Care-Pakete gegenzusteuern, doch ersetze nichts das persönliche Miteinander.

Tanja Hering, am Gesundheitsamt Hof zuständig für sozialpädagogische Angebote, berichtet von Anrufen aus der Quarantäne heraus. So mancher sei überfordert gewesen vom ständigen Zusammensein mit Kindern und älteren, kranken Menschen auf engem Raum, von Homeschooling und Homeoffice. "Psychische Erkrankungen kommen in allen sozialen Schichten und in jedem Alter vor", betont Hering.

Eigentlich hatte man gehofft, zur Eröffnung der 11. Hochfränkischen Wochen der Seelischen Gesundheit bereits den neuen PSAG-Flyer "Wege aus der Krise" vorlegen zu können, der einen Überblick gibt über alle Beratungsangebote und alle wichtigen Adressen und Telefonnummern. Derzeit wird außerdem der Krisendienst Oberfranken/Hochfranken aufgebaut. Künftig soll es bayernweit eine Notfall-Rufnummer geben. "Wir sind in Hochfranken bereits gut aufgestellt und stellen mobile Teams, auch an den Wochenenden", berichtet Schuster. Doch zögen sich die Vorbereitungen bayernweit noch etwas hin. Er hofft, dass das Projekt Anfang 2021 anlaufen kann.

Ein Überblick über die Veranstaltungen in Stadt und Landkreis Hof:

Montag, 12. Oktober, 13 Uhr: Eröffnung der Fotoausstellung "Das kann Selbsthilfe" im Landratsamt Hof der Selbsthilfekontaktstelle der Diakonie Hochfranken in Kooperation mit dem Landratsamt und dem Verband der Ersatzkassen. Die Ausstellung läuft bis 26. Oktober.

Montag, 12. Oktober, 19 Uhr: Offener Trialog in der Bezirksklinik in Rehau, Fohrenreuther Straße 48. Es geht um psychische Gesundheit und Hilfen, das Leben mit Psychosen, Depression und Borderline. Die FiZ ("Familie im Zentrum") gGmbH Hof lädt zum offenen Trialog ein. Betroffene, Angehörige und Fachpersonal tauschen sich aus. Anmeldung unter Telefon 09281/5493986.

Mittwoch, 14. Oktober, 15 Uhr: Gesundheitsregion Plus Stadt und Landkreis Hof, die Gerontopsychiatrische Beratungsstelle der Diakonie Hochfranken, ASD Oberkotzau und VHS Hofer Land laden ein zur Demenz-Partner-Schulung für pflegende Angehörige und Interessierte (nur für Angemeldete). Der Kompaktkurs im Sitzungssaal des Rathauses Oberkotzau vermittelt Grundlagen zum Krankheitsbild, zum Umgang mit an Demenz Erkrankten und zu Hilfemöglichkeiten. Die Veranstaltung wird wiederholt am Dienstag, 20. Oktober, 17 Uhr, in Leupoldsgrün im Seminarraum im Feuerwehrhaus.

Montag, 19. Oktober, 18.30 Uhr: Diplompsychologin Kathleen Kleiner spricht in der Psychologischen Beratungsstelle in Hof, Treffpunkt Familie, Schellenbergweg 20, über Essstörungen und Hilfen. Anmeldung unter 09281/160710200.

Montag, 19. Oktober, 18 Uhr: In der Geschäftsstelle des Caritasverbandes Stadt und Landkreis Hof, Marienstraße 56 in Hof, läuft der Vortrag "Salutogenese und Migration". Welche Rolle spielt die innere Grundhaltung gegenüber dem eigenen Leben und der Welt für unsere Gesundheit? Welchen Einfluss hat Migration darauf? Der Soziologe Aaron Antonovsky hat ein Konzept für aktuelle Herausforderungen in der Migrationsgesellschaft entwickelt. Anmeldung bis 13. Oktober unter Telefon 09281/1401742, E-Mail: s.scherzer@caritas-hof.de.

Donnerstag, 22. Oktober, 19 Uhr: Heilpraktikerin Gertraud Fischer referiert im Münchberger Bürgerzentrum, Bürgermeister-Specht-Platz 3, über "Kreativ-Therapeutische Ansätze bei Essstörungen".

Freitag, 23. Oktober, 18 und 19 Uhr: Das T-Studio Ballett und Pilates in Hof, Königstraße 58 (Zugang über Alsenberger Straße), bietet einen Workshop "Bewegung macht Freude" an. Um 18 Uhr geht es um Hatha-Yoga (Sandra Scherzer), um 19 Uhr um Bewegung und Tanz für Menschen 50 plus (Vlad Turishchev). Anmeldung unter 0151/11252033, E-Mail: info@sandhya-yoga.org bzw. 0179/9734777 (Turishchev).

Freitag, 23. Oktober, 19.30 Uhr: Die Betreuungsstelle des Landkreises Hof lädt zu "Live-Literatur mit Tobi Katze" ein in den Pavillon der Münch-Ferber-Villa, Hof. Katze erzählt selbstironisch Geschichten über das Leben mit Depression. Anmeldung unter 09281/57494.

Dienstag, 27. Oktober, 19 Uhr: Diplompsychiater Alexander Höme von der Psychologischen Beratungsstelle hält in der Münch-Ferber-Villa den Vortrag "Kopfsache". Er möchte Neugier wecken für Denkmuster und Denkgewohnheiten - und wie man sie gestalten kann. Anmeldung unter Telefon 09281/160710200.

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Lisbeth Kaupenjohann
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Veröffentlicht am:
10. 10. 2020
00:00 Uhr

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Lisbeth Kaupenjohann

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10. 10. 2020
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