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Hof

Gutmütig und gelehrig

Retriever sind eine beliebte Hunderasse. Nun hat zum ersten Mal in Oberfranken die Retriever-Trainingswoche stattgefunden - am Fuß des Kornbergs.



Die Labrador-Retriever-Hündin Aenni bringt einen Dummy zu Frauchen Claudia Schmidt, nachdem sie ihn aus dem kalten Wasser geholt hat. Foto: Pampel
Die Labrador-Retriever-Hündin Aenni bringt einen Dummy zu Frauchen Claudia Schmidt, nachdem sie ihn aus dem kalten Wasser geholt hat. Foto: Pampel  

Schwarzenbach an der Saale - Der Teich in Nonnenwald ist noch kalt an diesem acht Grad kühlen Apriltag. In einem Waldstück fällt ein Schuss. Kurz darauf springt der Golden Retriever Ben unerschrocken ins kalte Wasser, um etwas vom anderen Ufer zu holen. Keine Jagdgesellschaft ist hier zugange, sondern Klaus Trögers erstes Retriever-Trainingscamp in Oberfranken.

Eine Woche lang, bis zum gestrigen Sonntag, trainierten am Fuße des Kornbergs Hund und Mensch gemeinsam. Markieren, Einweisen und Suchen standen auf dem Programm. Die Hundebesitzer bereiteten sich und ihre Lieblinge so auf die kommende Saison der Working-Tests vor, Prüfungen, die in ganz Deutschland und darüber hinaus stattfinden.

Das ist mit viel Arbeit verbunden, erweckte am Fuß des Kornbergs aber den Eindruck von Hunde-Idylle. Die Hunde wurden von Frauchen und Herrchen spielerisch geleitet, zwischen den Trainingseineiheiten waren sie in warmen Bademänteln eingepackt. Das Dorf Nonnenwald liegt in einem Waldgebiet am Steinbach, östlich von Martinlamitz. Hier und rund um das Jagdschloss Fahrenbühl, in dem die Teilnehmer mit ihren Vierbeinern wohnen, finden die Hundefreunde vielfältigste Landschaft vor.

Staatsforsten und Privatpersonen hatten die Areale für das Hundetraining zur Verfügung gestellt. "Dafür möchten wir uns herzlich bedanken", sagte Organisator Klaus Tröger aus Schwarzenbach. "Man braucht für das Training verschiedene örtliche Begebenheiten, die wir hier gefunden haben. Wir möchten diese wunderschöne Art der Hundebeschäftigung in Oberfranken bekannt machen." Wenn Tröger "wir" sagt, meint er den Deutschen Retriever-Club. Zum Training sind aber auch Nichtmitglieder willkommen.

Die Hunden übten hier beispielsweise, Dummys von verschiedenen Orten zu holen. Und sie lernen im Training unbedingten Gehorsam. So hat Klaus Tröger seine Hundepfeife immer dabei. Auch außerhalb des Trainings soll der Hund auf die Pfeife hören. So werden Mensch und Hund ein Team, das ohne Wenn und Aber funktioniert. Das Training mit Dummys kommt aus England und wurde erfunden, um die Hunde in der jagdfreien Zeit fit zu halten.

An der Trainingswoche nahmen auch Jäger teil, vielen der Hundebesitzer geht es aber nicht ums Jagen. Eines haben aber alle gemeinsam: Sie haben sich in die Hunderasse Retriever verliebt und wollen sie artgerecht halten. Retriever sind "Jagdhunde nach dem Schuss", sie wurden gezüchtet, um hauptsächlich erlegtes Feder- und Wasserwild zu apportieren. Viele Hunde werden lebenslang trainiert. "Profis" hören auf jedes Kommando, dafür sind mehrere Tausend Wiederholungen nötig.

Klaus Tröger ist dankbar für die Toleranz der Bevölkerung, die auch die Schüsse mit Platzpatronen ertrage, keine Angst vor den Vierbeinern habe und auch gerne mit den freundlichen Hunden Kontakt aufnimmt. Retriever sind nicht nur Arbeits- und Jagdhunde. "Wir unterscheiden verschiedene Linien: die Arbeitslinie und die Showlinie. Wesen und Körperbau sind anders. Für bewegungsfreudige und wissbegierige Hunde ist dieses Training ideal."

Klaus Tröger selbst kam vor vielen Jahren zu einem Retriever und verliebte sich sofort in diese Rasse. "Als unser erster Retriever verstarb, fielen wir erstmal in ein Loch." Ben, der im Alter von zwölf Wochen zur Familie Tröger kam, ist nun vier Jahre alt und nimmt als Anfänger an der Schulung teil.

Ob sie nun mit Anfängern trainieren oder mit erfahrenen Hunden, eines eint alle Herrchen und Frauchen: Sie haben in den Retrievern Trainungspartner gefunden, die sie zur Bewegung zwingen. So kam der eine oder andere aus gesundheitlichen Gründen "auf den Hund".

Das Training leitete Rainer Kern, ein bekannter und erfolgreicher Retriever-Trainer. Mit Zäunen im Gepäck, über die die Vierbeiner bei den Übungen springen müssen, ist Kern aus Markgröningen bei Stuttgart angereist. "Es geht darum, den Hund körperlich und geistig zufriedenzustellen", erklärte er.

Seit mittlerweile 18 Jahren züchtet er Retriever. Von März bis Oktober ist er jedes Wochenende als Hundetrainer unterwegs und weiß aus Erfahrung: "Es ist wichtig die Hunde immer zu beschäftigen. Viele Jagdhunde werden nur in der Jagdsaison bewegt. Man sollte aber das ganze Jahr etwas mit ihnen tun. Die artgerechte geistige und körperliche Auslastung ist sehr wichtig, wenn man einen zufriedenen Hund haben möchte."

Die meisten Teilnehmer waren von weit her angereist und froh, hier ideale Bedingungen vorzufinden. Die dreijährige Labrador-Retriever-Hündin Aenni kam mit Frauchen Claudia Schmidt aus dem Allgäu zur Trainingswoche. "Für gutes Training nehmen wir die Fahrten gerne in Kauf. Lange Strecken sind für Aenni kein Problem. Sogar Reisen, nach Schweden, zum Decken der Hunde sind keine Seltenheit", sagte Claudia Schmidt. Die Züchterin schwärmt: "Retriever haben ein sanftes Wesen, arbeiten gern, sind liebenswert und entschuldigen sich förmlich, wenn sie versehentlich auf einen Regenwurm treten."

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drc.de

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Stephan Pampel
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Veröffentlicht am:
14. 04. 2019
19:06 Uhr

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Stephan Pampel

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14. 04. 2019
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